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Und plötzlich trifft das Jungtalent Ruben Vargas

Der 20-jährige FCL-Flügel Ruben Vargas gilt als grosses Talent, blieb in Sachen Torbeteiligung dieses Versprechen aber lange schuldig. In den letzten zwei Spielen traf er aber gleich dreifach. Trainer René Weiler hofft, dass Vargas den Knopf endlich lösen konnte.
Raphael Gutzwiller
Geht doch: Die Luzerner Ruben Vargas (links) und Blessing Eleke bejubeln den dritten Treffer in Lugano. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (10. November 2018))

Geht doch: Die Luzerner Ruben Vargas (links) und Blessing Eleke bejubeln den dritten Treffer in Lugano. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (10. November 2018))

Das verschmitzte Lächeln im Gesicht von Ruben Vargas sprach Bände. Eben hatte der junge Adligenswiler sein zweites Tor an diesem Samstagabend erzielt. Nach toller Vorarbeit von Blessing Eleke lupfte er den Ball über David Da Costa hinweg ins Tor. Zusammen mit seinen Teamkollegen bejubelte er seinen Treffer zum 3:0, später sollte ein 4:1-Sieg in Lugano resultieren. Schon das erste Tor hatte Vargas erzielt – mit einer wunderschönen Einzelaktion. Sein Dribbling schloss er mit einem satten Schuss ab.

Das Lächeln von Vargas zeigte nicht nur die grosse Freude über seinen ersten Doppelpack in der noch jungen Profi-Karriere, sondern auch ein bisschen Ungläubigkeit darüber, dass es nun plötzlich so leicht geht mit dem Toreschiessen. Schon in der Vorwoche, bei der 2:5-Niederlage gegen den FC Zürich, hatte der 20-Jährige getroffen. Davor war er in 29 Partien in der höchsten Liga nur einmal erfolgreich gewesen. Nicht zuletzt deshalb hatte er von seinem Trainer René Weiler vor zwei Wochen öffentliche Kritik einstecken müssen. «Er mag talentiert sein, aber er muss das auch in Assists und Torbeteiligungen zeigen», sagte Weiler damals.

«Ich habe nie an mir gezweifelt»

Seit dieser Kritik funktioniert es plötzlich: Gegen Xamax bereitete Vargas den 2:1-Siegtreffer von Christian Schneuwly mit einer schönen Flanke vor, nun liess er seine ersten drei Saisontore folgen. «Ich weiss selber nicht, warum es plötzlich klappt», sagt das gefeierte Talent. «Ich bin auch in den Spielen zuvor immer zu meinen Chancen gekommen, konnte sie aber leider nicht nutzen.» Dennoch habe er nicht an sich gezweifelt. «Ich hatte schon zu Juniorenzeiten manchmal Phasen gehabt, in denen ich nicht so häufig getroffen habe. Deshalb wusste ich, dass das wieder kommt. Ich habe weiter an meine Stärken geglaubt.»

Der Schweiz-Dominikaner leugnet aber nicht, dass er Zeit brauchte, um in der Super League anzukommen. In der U21 des FCL hatte er in der 1. Liga in 25 Spielen 17 Tore geschossen. In der Super League zu reüssieren, ist aber schwerer – was auch an der Nervosität liegt. Sinnbildlich dafür war Vargas’ vergebene Grosschance im Spiel gegen den FC Basel, als er alleine auf das Tor zulaufen konnte. «Ich hatte irgendwie ein komisches Gefühl bei dieser Aktion. Ich habe mir dabei wohl zu viele Gedanken gemacht», so Vargas. «Aber ich habe mir danach vorgenommen, die Tore wie im Training zu schiessen.»

Von seinem Trainer René Weiler erhält Vargas statt Kritik nun Lob. «Seine Effizienz in den letzten drei Spielen ist sehr gut. Vielleicht hat sich da der Knopf gelöst», sagt Weiler. «Ruben ist ein sehr umtriebiger Spieler, der einen enormen Aufwand leistet. Bei ihm hat man als Trainer immer das Gefühl, dass er in einem 1:1-Duell etwas Entscheidendes bewirken kann. Oft kam dabei aber wenig Zählbares zu Stande. Dass es jetzt funktioniert, freut mich natürlich.» Hat Weiler seinem Flügelspieler besonderes Selbstvertrauen eingeflösst? «Weiler hat mir einfach gesagt, dass er von mir mehr Torbeteiligungen erwartet», erzählt Vargas. «Ich weiss aber auch selber, dass auf meiner Position Assists und Tore erwartet werden.»

Mit dem U21-Nationalteam geht es gegen Frankreich

Dass Ruben Vargas nun gelernt hat, offensiv entscheidende Akzente zu setzen, darf er nach der Meisterschaftspause nicht gleich wieder zeigen. In der Partie in zwei Wochen gegen den FC Basel ist er nach seiner vierten gelben Karte gesperrt. «Ich denke, die Karte gegen Lugano ist sicher umstritten. Es nervt mich, dass ich deshalb gegen Basel nicht dabei sein darf», meint Vargas. Wegen der Verwarnung wurde er übrigens vorzeitig ausgewechselt. «Natürlich wollten wir nicht riskieren, dass wir am Schluss nur noch zu zehnt verteidigen können.»

Erneut mit Torerfolgen auf sich aufmerksam machen will Vargas möglichst schnell wieder – aber vorerst nicht im Dress des FC Luzern. Bereits am Sonntag reiste er ins Camp der Schweizer U21-Nationalmannschaft, die am Freitag in Spanien ein Testspiel gegen Frankreich bestreitet. «Ich freue mich sehr auf die Nati. Ich hoffe, dass ich zum Einsatz komme und meine gute Form beweisen kann.» Erst am 16. Oktober feierte Vargas gegen Wales (1:3) sein Nationalmannschaftsdebüt, getroffen hat er dabei aber nicht. In seiner jetzigen Form ist ihm sein erstes Länderspieltor jedoch durchaus zuzutrauen.

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