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Schon vor 80 Jahren sorgte FCL – FCB für Emotionen

Historisch Vor fast genau 80 Jahren, am 24. April 1938, war die Ausgangslage in der Meisterschaft in der damaligen Nationalliga ähnlich wie heute. Der FC Luzern empfing auf der Allmend den Zweiten der Tabelle, den FC Basel. Die Parallele zu heute: Basel musste unbedingt gewinnen, um weiterhin die Chance auf den Meistertitel zu wahren.

Damals war Basels Konkurrent im Meisterrennen der FC Lugano. Die Luzerner lagen auf dem vorletzten Platz, grosse Abstiegssorgen hatten sie allerdings nicht mehr, weil der Tabellenletzte FC Bern in der ganzen Saison nicht ein einziges Spiel gewinnen konnte. 1938 gab es, wie heute, nur einen Absteiger.

Der Schiedsrichter als Sündenbock

Das Duell auf der Luzerner Allmend war eine deutliche Angelegenheit: Der FC Basel gewann in der Innerschweiz mit 6:1. Die Zeitung «Luzerner Tagblatt» schrieb in einer kurzen Zusammenfassung von einer klaren Angelegenheit: «Basel teilte Luzern regelrecht ein.»

Dagegen überrascht der eigentliche Matchbericht des damaligen «Tagblatt»-Autors. Er holte zu einem heute undenk­baren Rundschlag gegen den Schiedsrichter der Partie aus. Unter dem Titel «Schiedsrichter als Spielverderber» schrieb er:

«Als Schiedsrichter war für dieses Treffen Herr Wüthrich aus Bern bestimmt. Statt ihm erschien als Lehrling der Genfer Lutz, in der Nationalliga ein vollständig Unbekannter. Er amtierte miserabel. Die Fussballregeln waren für ihn ein Buch mit sieben Siegeln, und es ist nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn dem Spiel grössere Bedeutung zugekommen wäre. Es ist unbegreiflich, dass von den verantwortlichen Instanzen total unfähige Leute als Nationalliga-Schiedsrichter aufgeboten werden. (...)»

Dass damals in Sachen Journalismus noch andere Zeiten herrschten und andere Regeln galten, zeigt die Schlusspointe des Matchberichts:

«Beim Verlassen des Stadions hörte man von den 2000 Besuchern feine Rufnamen für den Schiedsrichter. Das Publikum und der geschädigte Klub sind berechtigt, solche Vorfälle nicht mehr widerspruchlos hinzunehmen. Ganze Gruppen von Leuten forderten den Berichterstatter auf, in diesem Sinne hier Stellung zu beziehen.»

Übrigens: Schweizer Meister wurde der FC Basel in jenem Jahr 1938 trotz des hohen Sieges auf der Luzerner Allmend nicht. Die Bebbi fielen bis zum Saisonende gar noch auf den 4. Rang in der Nationalliga zurück, Lugano holte sich seinen ersten von bis heute drei Meistertiteln.

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

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