SCHWEIZER CUP: FCL erlebt im Cup-Krimi eine Achterbahnfahrt

Luzern und Aarau liefern sich einen verrückten Cupfight. Erst als die Kräfte bei den Gastgebern nachlassen, fährt der FCL den 5:3-Sieg ein. Damit steht er im Halbfinal.

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Am Ende jubelten die Luzerner über den Einzug in die Cup-Halbfinals (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Am Ende jubelten die Luzerner über den Einzug in die Cup-Halbfinals (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Grossartige Cup- und Derbystimmung herrschte gestern Abend im altehrwürdigen Brügglifeld. Rund 6200 lautstarke Fans bekamen vor allem in der ersten Halbzeit einen verrückten Halbfinal geboten. Nicht nur viel Kampf, sondern auch fünf Tore und drei Aluminium-Treffer gab es in den ersten 45 Minuten zu sehen.

Die oberklassigen Luzerner profitierten von einem Traumstart, führten nach knapp vier Minuten schon 2:0: Tomi Juric (3.) und Markus Neumayr (4.) schossen die ersten zwei Tore für den Super-League-Klub. Die Aarauer Hintermannschaft inklusive Ex-FCL-Torhüter Lorenzo Bucchi schienen gedanklich noch nicht auf dem Platz zu sein.

Costa foult Aaraus Burki brutal und penaltywürdig

Doch das änderte sich: Aaraus Alessandro Ciarrocchi traf den Pfosten. Der überraschend doch für Stammgoalie David Zibung spielende Cup-Torhüter Jonas Omlin (23) hatte das Nachsehen. In der 25. Minute ereignete sich eine Szene, die viel zu reden gab: Luzerns Innenverteidiger Ricardo Costa foulte Sandro Burki bei der Schussabgabe brutal mit gestrecktem Bein. Der Aarau-Captain signalisierte sofort, dass er ausgewechselt werden muss. Er hat bei der Attacke einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten. Schiedsrichter Jaccottet sah Costas unfaires Einsteigen nicht. Er hätte auf Penalty und Platzverweis gegen Costa entscheiden müssen.

Den 1:2-Anschlusstreffer schafften die Aarauer drei Minuten später trotzdem: Ciarrocchi liess die rechte Abwehrseite der Luzerner mit Lucas Alves und Christian Schneuwly schlecht aussehen, in der Mitte traf Zoran Josipovic (28.) ins Netz. Doch der FCL reagierte und baute durch einen präzisen Schuss von Christian Schneuwly wieder auf einen Zweitorevorsprung zum 3:1 (36.) aus. Nur liessen sich die Aarauer nicht zurückbinden. Ciarrocchi nutzte einen Abpraller von Omlin zum 2:3-Anschluss (41.). Dem Challenge-League-Klub gelang nach der Pause sogar der 3:3-Ausgleich: Tréand köpfelte im Luftkampf gegen Christian Schneuwly ein (51.).

Doch wieder schaffte der FCL eine schnelle Reaktion. Juric schoss 180 Sekunden nach dem 3:3 zum 4:3 ein. Sein Passgeber war Marco Schneuwly. Dieser machte in der 76. Minute mit dem 5:3 «den Sack zu». Die Aarauer waren nach dem 3:3 mit den Kräften am Ende, der FCL steht im Cup-Habfinal. Neumayr fasste den lange Zeit hochspannenden und attraktiven Match passend zusammen: «Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle.»

Daniel Wyrsch, Aarau