ST. GALLEN - LUZERN 2:1: Nur 45 starke FCL-Minuten reichten nicht

Die Erfolgsserie des FCL ist nach vier Siegen gerissen: Die Mannschaft von Ciriaco Sforza ging zwar in St. Gallen durch El Idrissi in Führung, doch nach dem 1:1 waren die Ostschweizer das bessere Team und setzten sich verdient mit 2:1 durch.

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Luzerns Davide Chiumiento kommt im St. Galler Espenmoos-Stadion zu Fall Bild Keystone

Luzerns Davide Chiumiento kommt im St. Galler Espenmoos-Stadion zu Fall Bild Keystone

Wie es von einem Team, das zuletzt vier Spiele in Folge gewinnen konnte, nicht anders zu erwarten war, startete der FCL im ausverkauften Espenmoos frech und selbstsicher. Und schon nach gut einer Minute hätten die Gäste vorlegen können, doch der diesmal als zweiter Stürmer agierende El Idrissi verzog aus 12 Metern ganz knapp. 25 Minuten später war die Führung des zunächst überzeugenden FCL schliesslich doch Tatsache: Nach einem idealen Zuspiel von Lustrinelli in den Strafraum traf El Idrissi mit einem platzierten Flachschuss. 

Dass es zu diesem Zeitpunkt aber nicht 1:0 für St. Gallen hiess, konnten die Luzerner ihrem Goalie David Zibung verdanken, der Augenblicke vorher einen Aussetzer von Veskovac mit einem starken Reflex gegen den wirbligen Fernandez ausgebügelt hatte.

Beflügelt durch das 1:0 blieben die Luzerner mit ihrem Vorstössen gefährlich. Und in der 35. Minute hatte Seoane so etwas wie den FCL-Matchball auf dem Fuss. El Idrissi, vor der Pause eine der auffälligsten Figuren auf dem Platz, legte mit einem Querpass mustergültig auf für Seoane, der aber in bester Abschlussposition aus wenigen Metern den Ball nicht traf. "Wir haben es in dieser Phase verpasst, das 2:0 oder gar 3:0 zu erzielen", ärgerte sich später auch FCL-Trainer Ciriaco Sforza über die ausgelassenen Chancen in dieser Phase der Partie.

Der FCL brachte die Führung nicht in die Pause, weil die Abwehr in der 37. Minute einige Augenblicke die Orientierung verlor, was Fernandez mittels Kopfball aus fünf Metern das 1:1 ermöglichte, nachdem Veskovac den ersten Abschlussversuch von Gjasula noch abgeblockt hatte. Dieser Ausgleich wirkte befreiend auf die Gastgeber, die in der Folge energischer und entschlossener ans Werk gingen.

Das beste Beispiel dafür lieferte die Entstehung des 2:1-Siegtreffers der St. Galler nur sieben Minuten nach dem Seitenwechsel. Gjasula setzte sich an der Mittellinie gleich gegen mehrere Luzerner durch und bediente Aguirre, der mit einem Steilpass Calà lancierte, der wieder auf den mitgelaufenen Argentinier zurücklegte, der Zibung mit einem satten Schuss keine Chance liess. Der FCL konnte auf diesem Rückstand nicht mehr entscheidend reagieren, weil er nicht mehr an das gute Rendement der ersten 45 Minuten herankam. Die St. Galler standen in der letzten halben Stunde bei ihren Kontern dem 3:1 gar näher als die Luzerner dem Ausgleich.

"Ich kann meinem Team keinen grossen Vorwurf machen", hielt sich die Enttäuschung bei Ciriaco Sforza in Grenzen, der die Partie in Anspielung auf die bisher starken Leistungen beider Mannschaften "als Spitzenspiel 2008" bezeichnete. In der Tat hatten die 11300 Zuschauer trotz sehr holprigem Terrain ein attraktives Spiel gesehen, zu dem auch der FCL massgeblich beigetragen hatte. Davon zeugte auch das Lob, das. FCSG- Trainer Krassimir Balakov dem Gegner zollte. "Ich weiss nun, weshalb Luzern viermal gewonnen hat. Und ich bin nach dem heutigen Spiel froh", sagte er, "dass wir nicht sofort wieder gegen diesen Gegner spielen müssen."

Alex Trunz, St. Gallen