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Interview

FCL-Cup-Goalie Zibung: «Ich stelle meine Ansprüche hintenan»

David Zibung (34) hat grossen Anteil am hauchdünnen Luzerner Sieg im Cup gegen den FC Servette. Der ehemalige FCL-Stammgoalie verrät seine Penalty-Tricks und sagt, welchen Job er sich künftig vorstellen könnte.
Daniel Wyrsch
David Zibung (vorne) feiert mit Mannschaftskollegen den Einzug in die Cup-Achtelfinals. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Genf, 15. September 2018)

David Zibung (vorne) feiert mit Mannschaftskollegen den Einzug in die Cup-Achtelfinals. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Genf, 15. September 2018)

David Zibung, was haben Sie zur Mannschaft gesagt, bevor das Elfmeterschiessen gegen Servette begann?

Da ich bis zum Samstag jedes ­Penaltyschiessen verloren hatte, wusste ich, dass ich etwas ändern musste. Überzeugt von unserem Erfolg, machte ich als Mutmacher für uns alle die spontane Aussage: «Ich habe noch jedes Penaltyschiessen gewonnen!»

Mit dem parierten Penalty von Daniel Follonier hatten Sie schliesslich entscheidenden Anteil, dass Luzern als Sieger aus dem Elferdrama herauskam. Nutzten Sie den Vorteil, Servettes FCL-Leihspieler Follonier zu kennen?

Das ist so, Follonier schiesst 80 bis 90 Prozent seiner Elfmeter in die linke Ecke vom Goalie aus gesehen. Ihm ist sicher bewusst gewesen, dass ich mir das gemerkt habe. Deshalb ging ich in die andere Ecke, und prompt entschied er sich für die rechte Seite, wo ich seinen Schuss abwehren konnte.

Die Nacht muss nach diesem verrückten Cupspiel aufwühlend gewesen sein. Wie haben Sie geschlafen?

Sehr gut sogar, nach dem positiven Ausgang der Partie fällt es einem leichter. Obwohl ich schon länger gebraucht habe, bis ich einschlafen konnte. Das war ja auch für mich ein aufregender Tag. Mein total 467. Pflichtspiel war nicht einfach nur eines mehr.

Wollten Sie mit einer starken Leistung allen zeigen, dass Sie noch im Geschäft sind?

Nein, ich wollte ein echter Rückhalt sein, damit wir erfolgreich aus dieser schwierigen Aufgabe herauskommen. Ich habe lange auf diesem Niveau gespielt, darum musste ich nicht speziell jemandem etwas beweisen. Gefreut hat mich, dass ich wieder mal einen Ernstkampf mit einem Gegner auf Augenhöhe bestreiten konnte. Wir hatten ja gewusst, dass das ein heisser Fight wird gegen Servette.

Zwölf Jahre lang standen Sie so gut wie immer im FCL-Tor. Hand aufs Herz, sind die letzten anderthalb Jahre auf der Bank nicht frustrierend gewesen?

Nein, im Frühling 2017 dachte ich an meine Zeit als junger Keeper zurück. Ich profitierte damals, weil der Verein auf den Nachwuchsgoalie setzte. Dann war die Reihe an Jonas Omlin. Genauso kann ich jetzt hinter Mirko Salvi stehen. Er ist 24-jährig, ich werde im Januar 35 Jahre alt – und leider nicht mehr jünger. Es geht nicht um mich, sondern um die Zukunft des Klubs. Ich stelle meine Ansprüche hinten- an. Diese Einstellungsänderung konnte ich sehr schnell vollziehen. Nur so funktioniert es, kann ich Mirko und alle anderen im Team bestmöglich unterstützen. Gleichzeitig trainiere ich mit dem gleichen Aufwand wie früher, sonst wäre die Leistung gegen Servette nicht möglich gewesen.

Es fällt auf, wie sehr Sie auch an der Seitenlinie mitleben und das Team lautstark unterstützen. Kommen Sie dem Coach nie in die Quere?

René Weiler hat mir in der ersten Woche gesagt, dass ich hier in Luzern eine spezielle Aufgabe habe. Solange alles im Dienst der Mannschaft geschehe, sei das für ihn in Ordnung, sonst würde er es mir sagen. Ich hätte kein Problem damit, wenn er mich mal auffordern würde, den Mund zu halten. Er ist der Chef.

Sie haben grosse Erfahrung als Profi, sind ein Motivator und eloquent. Ist es für Sie eine Option, einmal selbst ein Team zu trainieren?

Diesbezüglich mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Gut reden zu können, reicht noch lange nicht, um eine Mannschaft zu führen. Ich bin in der Ausbildung zum Goalietrainer, diesen Job könnte ich mir eher vorstellen.

Ihr Vertrag läuft Ende Saison aus, Schluss muss dann nicht sein. Wie planen Sie?

Wahrscheinlich höre ich Ende Saison auf, aber definitiv ist das nicht. Im Januar gibt’s Gespräche mit Sportchef Remo Meyer. Ob ich als Spieler weitermache oder vielleicht eine andere Funktion übernehme, wird sich zeigen.

FCL muss nach Chiasso reisen

Die Auslosung der Achtelfinals nahm im TV-Studio Michel Renggli vor. Der Talentmanager konnte seinem Arbeitgeber FC Luzern nicht das gewünschte Heimspiel ziehen. Die Innerschweizer müssen am 31. Oktober/1. November zum Challenge-League-Klub Chiasso reisen. Das ist für den FCL eine Cup-Hürde, die zu bewältigen sein sollte. Der SC Kriens erreichte am Sonntag mit einem 4:1-Sieg gegen den Zweitligisten FC Fleurier den Achtelfinal. Der ehemalige Kriens-Spieler Renggli zog dem SCK kein besonders attraktives Achtelfinal-Los: Kriens muss zum Challenge-League-Konkurrenten FC Rapperswil-Jona. In der Meisterschaft hat Aufsteiger Kriens gegen die Rapperswiler 1:4 verloren. Es war für die Krienser schon in Fleurier eine schwierige, mühevolle Aufgabe. Die Neuenburger hatten in der zweiten Halbzeit beim Stande von 1:1 sogar Torszenen, um in Führung zu gehen. Am Schluss setzte sich der SCK dank Toren von Elvedi, Seferagic, Chihadeh und Costa doch noch mit 4:1 durch. GC scheitert an Stade Nyonnais Die Grasshoppers sind als erste Mannschaft der Super League aus dem Schweizer Cup ausgeschieden. Sie verloren bei Stade Nyonnais aus der Promotion League 1:3. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink konnte den Unterschied von zwei Klassen nicht zur Geltung bringen. Mit dem relativ knappen Ergebnis von 3:1 setzte sich der FC Thun auswärts gegen Moutier aus der interregionalen 2. Liga durch. (dw/tbu/sda)

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