THUN: FCL-Chaot droht Anzeige wegen Körperverletzung

Eine 16-Jährige wird in Thun von einer FCL-Pyrofackel verletzt. Klubpräsident Ruedi Stäger warnt: Auch wer auswärts negativ auffällt, kann mit einem Stadionverbot in Luzern belegt werden.

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FCL-Chaoten zünden im Thuner Gästesektor Pyros. (Bild: EQ Images / Marc Schumacher)

FCL-Chaoten zünden im Thuner Gästesektor Pyros. (Bild: EQ Images / Marc Schumacher)

Der Pyro-Vorfall ereignete sich am Samstagabend im Gästesektor, wie die Kantonspolizei Bern in einer Mitteilung schreibt. Nach Polizeiangaben sind im Gästefansektor kurz nach Spielbeginn mehrere Pyros gezündet worden. Daraufhin ging bei der Polizei die Meldung ein, wonach eine Person verletzt worden sei. Abklärungen der Polizei ergaben, dass eine Jugendliche von herumfliegenden Fackelteilen getroffen worden war.

Der Sicherheitsdienst holte die 16-jährige Frau aus der Menge, versorgte sie im Stadion medizinisch und brachte sie mit einem Ambulanzteam ins Spital. Gemäss aktuellen Erkenntnissen hat die junge Frau eine Brandverletzung im Bereich des Nackens erlitten. Sie konnte das Spital noch am gleichen Abend wieder verlassen.

Polizei sucht Zeugen

Der Täter wird von der Kantonspolizei Bern gesucht. Ihm droht eine Anzeige wegen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz und wegen Körperverletzung. Personen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 033 227 61 11 zu melden. Die Polizei verzeichnete laut Communiqué keine weiteren Vorfälle rund um das Spiel.

FCL-Präsident: Appell an Vernunft

«Der FC Luzern bedauert diesen Vorfall. Zum Glück ist die Jugendliche nicht schwerer verletzt worden. Wir wünschen ihr auch auf diesem Weg gute und schnelle Besserung», sagt FCL-Präsident Ruedi Stäger auf Anfrage. Der FCL werde den Vorfall mit den Fanbetreuern analysieren und Anpassungen vornehmen, wo sie angebracht seien. «Wir appellieren aber auch an die Vernunft der Fans, die eigene Verantwortung für ihr Tun wahrzunehmen.»

Auffallend ist, dass einige FCL-Fans hauptsächlich an Auswärtsspielen negativ auffallen. Stäger: «Auswärts erhofft man sich offenbar mehr Anonymität. Das ist jedoch ein Trugschluss. Wer auswärts erwischt wird, kommt auch zu Hause nicht mehr ins Stadion rein.»