Das FCL-Toptalent Filip Ugrinic muss Taktik büffeln

Der FC Luzern hat vor dem Heimspiel von heute (16 Uhr) gegen GC mit Goalgetter Pascal Schürpf verlängert. Gegen den Rekordmeister soll auch wieder das Eigengewächs Filip Ugrinic seine Klasse zeigen.

Daniel Wyrsch
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Er ist, was er isst – nämlich professioneller: FCL-Mittelfeldspieler Filip Ugrinic (in Blau). Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Luzern, 4. August 2018)

Er ist, was er isst – nämlich professioneller: FCL-Mittelfeldspieler Filip Ugrinic (in Blau). Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Luzern, 4. August 2018)

Für FCL-Sportkoordinator Remo Meyer ist am Freitag um 24 Uhr eine sehr intensive Zeit zu Ende gegangen. Mit dem georgischen Verteidiger Otar Kakabadze (23) und dem deutschen Mittelfeldspieler Tsiy William Ndenge (21) hat er zwei auch von René Weiler gewünschte Verstärkungen geholt. Sie sind noch nicht spielberechtigt und fit. Die derzeit wichtigste Vertragsunterschrift bekam Meyer aber gestern: Flügel Pascal Schürpf (29) unterzeichnete eine vorzeitige Kontraktverlängerung um ein Jahr bis Mitte 2020.

Der Goalgetter (13 Tore in den letzten 16 Ligaspielen) ist seit diesem Frühling der FCL-Publikumsliebling. Schürpf hatte mit 10 Treffern in 11 Einsätzen massgeblichen Anteil, dass im Frühjahr die Aufholjagd der Luzerner auf Platz 3 endete. Auch der neue Trainer René Weiler schätzt den Basler sehr: «Er hat immer alles für das Team gegeben, Pascal ist ein Spieler von uns.» Meyer ist sich ebenfalls der Bedeutung des Leistungsträgers aus der Nordwestschweiz bewusst: «Er ist auf und neben dem Platz ein Leader – ein Typ, den man sich einfach in der Mannschaft wünscht.»

Ugrinic statt «Bodybuilder» wieder ein agiler Kicker

Ein solches Standing wie Schürpf hat der fast zehn Jahre jüngere Filip Ugrinic (19) noch nicht. Trotzdem hat der Jungprofi mit Jahrgang 1999 bereits 43 Spiele (4 Assists) in der Super League auf dem Buckel. Beim Debüt vor knapp zwei Jahren, im Oktober 2016 in Basel (0:3), hatte sich der zentrale Mittelfeldspieler bei seinem 30-minütigen Einsatz sofort mit einem frechen Auftritt in die Herzen der FCL-Fans gespielt. Doch das von vielen Experten hochgepriesene «Jahrzehnttalent» konnte den Vorschusslorbeeren bisher nicht gerecht werden. Negativen Einfluss auf die Beweglichkeit von Ugrinic hatte sicher, dass der sonst schon kräftig gebaute Stadtluzerner offensichtlich eine Zeit lang falsch trainierte. Besorgte und kritische Mitspieler sprachen in dieser Phase von einem «Bodybuilder», der sich ihnen präsentierte.

Filip Ugrinic hat inzwischen Muskelmasse und damit Gewicht verloren. Darauf angesprochen, nickt er und sagt trotzdem: «Ich gehöre immer noch zu drei Schwergewichten im Team, das sind Lucas Alves, Tomi Juric und ich.» 86 Kilo bringt der 1,84 Meter grosse Fussballer auf die Waage, zwischenzeitlich war er über 90 Kilo schwer. Er gibt die Schuld nicht wie andere einem Konditionstrainer. «Kurze Zeit hatte ich nicht auf die Ernährung geachtet.» Die Umstellung war nötig, eine Ernährungsberaterin sagte ihm, was ein Profi isst. Er fühlt sich nun deutlich besser: «Ich spüre eine gewisse Leichtigkeit auf dem Platz, fühle mich explosiver.» Die Agilität ist zurück bei Ugrinic, das ist für Beobachter auf einen Blick zu erkennen.

Unter dem neuen Trainer René Weiler ist er bis jetzt immer zum Einsatz gekommen. «Spielpraxis ist vor allem für das Selbstvertrauen wichtig», sagt Ugrinic. Unter Ex-Coach Gerardo Seoane musste er unten durch, kam erst zum Saisonende zu Einsatzzeit.

Unter Seoane hat Ugrinic Lehren ziehen müssen

Mit der KV-Lehrabschlussprüfung habe das nichts zu tun gehabt. «Ich war in der Vorbereitung unter Gerry Seoane selber schuld, weil ich nicht hart genug trainiert hatte», gibt Ugrinic zu. Er ist fleissiger, hungriger geworden, taktisch müsse er noch immer viel lernen, um unnötige Ballverluste zu vermeiden. «Gegen die individuell gut besetzten Grasshoppers müssen wir aufmerksam sein», zeigt der Offensivmann ein vorsichtigeres Risikobewusstsein. Und: «Mit einem Sieg könnten wir in eine ruhige Länderspielpause gehen.»

Effiziente FCL-Jünglinge

Zug gegen Luzern U21 ist das Duell zweier junger und neu formierter Teams. Das bessere Ende beansprucht der FCL mit einem 2:0-Sieg für sich – dank einem Torjäger aus Zug.
Stephan Santschi