TRANSFERS: FC Luzern sucht zwei neue Offensivkräfte

Lustrinelli wechselt nach Bellinzona, Chiumiento steht vor dem Wechsel zu Hajduk Split. Das bringt den FC Luzern in Zugzwang.

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Dürfte sich bald vom FCL verabschieden: Davide Chiumiento (links). (Bild Roger Zbinden)

Dürfte sich bald vom FCL verabschieden: Davide Chiumiento (links). (Bild Roger Zbinden)

Um Mauro Lustrinelli hatte es lange Gerüchte gegeben. Seit Montag herrscht Klarheit: Der 32-Jährige kehrt ins Tessin zurück. Er unterschrieb bei der AC Bellinzona, einem seiner ehemaligen Vereine, einen Dreijahresvertrag. Lustrinellis Vertrag beim FC Luzern wäre 2009 ausgelaufen und sicher nicht erneuert worden. Das war der Anstoss zum Wechsel nach Bellinzona. Heute wird er nach San Marino ins Trainingslager seiner neuen Mannschaft reisen.

Chiumiento: Klarheit bis Mittwoch
Bald weg sein könnte auch Davide Chiumiento. Hajduk Split ist der Verein, der den Schweizer unbedingt will. Und Chiumiento will dorthin, er, der in Italien bei Juventus seine Karriere lancierte, über Le Mans in Frankreich in der Schweiz landete, ehe er in Luzern im letzten Sommer einen Dreijahresvertrag unterzeichnete. Der 23-jährige Mittelfeldspieler soll nun weiterziehen nach Kroatien, wobei sportliche Argumente eine untergeordnete Rolle spielen dürften. Das Geld ist das wirksamste Lockmittel, und offensichtlich ist der Beraterstab von Chiumiento der Überzeugung, dass dieser Wechsel Sinn macht. Bis am Mittwoch soll Klarheit bestehen. «Wir müssen Ruhe haben in der Vorbereitung», betont Präsident Walter Stierli, «wenn Chiumiento zu Hajduk Split wechseln will, ist das sein Entscheid.»

Karanovic, Ravasi, Pacar, Tchouga
Wie auch immer: Geht auch er, ist der FCL darauf angewiesen, dass Ersatz kommt. Im Angriff sieht die Situation nach Lustrinellis Abgang so aus: Goran Karanovic ist 20-jährig und kommt von Wohlen aus der Challenge League; Jacopo Ravasi ist 21 und kommt von Wil aus der Challenge League; Janco Pacar ist 17 und stammt aus dem eigenen Nachwuchs. Und sonst? Jean-Michel Tchouga wäre ein Routinier, befindet sich nach seinem Achillessehnenriss immer noch im Aufbau. Teamarzt Sascha Käsermann attestiert dem Afrikaner aber grossen Eifer: «Er hat sogar auf die Ferien verzichtet.» Allerdings: Vor August rechnet Käsermann nicht mit dem Comeback des Kameruners Tchouga.

Der Präsident ist zuversichtlich
Fakt ist darum: Der FCL braucht Offensivkräfte und vor allem welche mit Erfahrung. Geld dafür ist mit dem Verkauf von Lustrinelli vorhanden, und wenn Chiumiento geht, gibt es weiteren finanziellen Spielraum. Sportchef Bruno Galliker redet wie Präsident Stierli, wenn er sagt: «Wir machen jetzt keine unüberlegten Schnellschüsse.» Galliker sucht nun in erster Linie nur einen Stürmer, zumal vorgesehen ist, dass der FCL im 4:2:3:1-System agieren wird, also mit nur einer nominellen Spitze. Ausserdem hält Galliker Ausschau nach einem Spielmacher.

Stierli ist nicht bange, dass die Mannschaft kompetitiv in die neue Saison steigen wird: «Das Team bereitet mir Freude. Wir haben Typen, die zusammenpassen, und mit Spielern wie Ferreira solche, die Tempo machen können.»

Peter Birrer/Neue LZ