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TRANSFERÜBERSICHT: Markus Babbel spricht von Willkür beim FCL

FCL-Cheftrainer Markus Babbel (43) strahlt vor dem Saisonstart Zuversicht aus. Er spricht aber auch klar aus, wo Luzern am meisten Steigerungspotenzial hat.
Interview Daniel Wyrsch
FCL-Trainer Markus Babbel bespricht am 6. Juli mit seinen Spielern die Taktik im Testspiel gegen Aalen. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger)

FCL-Trainer Markus Babbel bespricht am 6. Juli mit seinen Spielern die Taktik im Testspiel gegen Aalen. (Bild: Freshfocus/Martin Meienberger)

Interview Daniel Wyrsch

Markus Babbel, in Luzern schützt eine Top-3-Platzierung nicht vor Unruhe: Präsident Ruedi Stäger musste in der Sommerpause abtreten. Sie hatten sich nach dem letzten Saisonspiel über das Stadionmikrofon bei ihm für seine Rückendeckung während des sportlichen Tiefs zu Beginn der Rückrunde bedankt. Waren Sie geschockt, als Sie nur zehn Tage später von Stägers Aus hörten?

Markus Babbel: Natürlich! Es war für alle Beteiligten ein Schock, denn damit konnte keiner rechnen. Mit so einer Nachricht will man auch nicht rechnen. Zu den erwähnten Aussagen stehe ich zu hundert Prozent: Ruedi Stäger war für uns in dieser schwierigen Phase extrem wichtig, er war schützend vor uns gestanden. Er musste viel einstecken, aber es hat sich ausgezahlt: Die Rückrunde ist genau so verlaufen, wie wir es uns gewünscht haben. Natürlich, wenn dann jemand aus diesem Verbund rausbricht, ist das zuerst einmal ein Schock, es ist enttäuschend und traurig. Aber es geht trotzdem weiter. Das habe ich nicht nur hier in Luzern erlebt. Für uns hat sich ja nichts geändert, wir versuchen, fokussiert zu arbeiten. Das hat uns Ruedi Stäger mit auf den Weg gegeben. Mich freut, dass er weiter dabei ist im Stadion und uns die Daumen drückt.

Haben Sie den Investoren mitgeteilt, was Sie vom Entscheid halten?

Babbel: Ich habe ihnen meine Meinung zum Ganzen verständlich rübergebracht. Nichtsdestotrotz ist jetzt Philipp Studhalter unser Präsident. Ich gehe mit ihm genauso respektvoll um, wie ich es mit Ruedi Stäger gemacht habe, aber sage meine Meinung, wenn ich gefragt werde.

Sie sind fast zwei Jahre hier, kennen sich aus. Was denken Sie, wo hat der FCL am meisten Steigerungspotenzial?

Babbel: Wir brauchen mehr Ruhe im Verein! Dadurch würde sich auch die Aussendarstellung verbessern. Es wäre viel gewonnen, wenn wir es mal schaffen würden, die Kommunikation nach aussen einheitlich zu gestalten. Es gibt immer noch Leute, die meinen, sie seien FCL-Freunde und wollen ja nur das Gute für den Verein, geben aber dann interne Sachen nach draussen. In diesem Punkt haben wir definitiv extrem viel Luft nach oben.

Bei diesem Thema bekommen Sie offensichtlich einen dicken Hals.

Babbel: Wenn man die Klubhistorie der letzten fünf Jahre anschaut mit dem Personalverschleiss auf den Führungspositionen des Präsidenten, Sportdirektors und Trainers, dann zeugt das nicht von Kontinuität oder einem roten Faden, den man verfolgt. Da sind doch sehr viel Willkür, Hektik und Ungeduld mit dabei. Das ist natürlich kontraproduktiv für einen Verein. Ich behaupte nach wie vor: Luzern hat unglaublich viele Möglichkeiten, nach oben zu kommen, was das Ranking in der Schweizer Liga betrifft. Aber da müssen viele Dinge zusammenpassen. Die anderen Klubs wären ja dumm, wenn sie für ihre Ruhe nicht belohnt würden, während wir permanent Chaos haben. Allerdings hat der FC Luzern auch seinen Reiz. Es ist halt nicht so einfach, hier zu arbeiten. Für mich ist er das Schalke 04 der Schweiz. Trotz aller Sympathie: Für den maximalen Erfolg müssen wir endlich an einem Strang ziehen.

Zum rein sportlichen Teil: Michael Frey werden Sie nach seiner starken Leistung in der Rückrunde sicher vermissen. Können Cedric Itten und Tomi Juric den unermüdlichen Berner und YB-Rückkehrer im Sturm ersetzen?

Babbel: Ja, einfach auf eine andere Art und Weise. Michael Frey war extrem wichtig für uns, er hat enorm viel geackert. Wir haben uns sehr um ihn bemüht, aber gegen das Angebot von YB hatten wir keine Chance. Relativ schnell war klar, dass wir Cedric Itten zu uns holen, weil wir von seinem Potenzial überzeugt sind. Zudem wollte ich nicht wieder mit nur zwei Stürmern in die Saison gehen, da Samed Yesil in der Vorsaison nicht in der Verfassung war, um uns gross zu helfen. Wir hatten damals viel Glück, dass Marco Schneuwly und Michi Frey nichts passiert ist und sie durchspielen konnten. Mit Tomi Juric haben wir den dritten Stürmer gefunden, den wir schon auf dem Zettel hatten. Ich glaube, im Nachhinein bedauert er es auch, dass er nicht schon vor einem Jahr zu uns gekommen ist.

Was für ein Spielertyp ist Juric?

Babbel: Er ist ein Spieler, der Tore machen sowie die Bälle gut halten kann und auch als Typ sehr gut zu uns passt.

Glauben Sie, der Substanzverlust nach Freys Abgang ist nicht allzu gross?

Babbel: Ich hoffe, dass er nicht allzu gross ist. Aber natürlich weiss man es erst, wenn es richtig losgeht. Die Jungs geben keine Anzeichen – ganz im Gegenteil: Sie sind hoch engagiert, geben Vollgas, es herrscht ein toller Konkurrenzkampf. Wir hoffen doch, dass wir das eine oder andere Spiel mehr haben werden in dieser Saison.

Ricardo Costa ist der neue FCL-Star. Kann er halten, was er verspricht?

Babbel: Zumindest gibt er uns den Eindruck. Klar, sind wir heilfroh um ihn, er kann als Vorbild vorangehen. Man muss sich nur mal mit ihm unterhalten, wie der noch brennt und hungrig auf Fussball ist. Ich hoffe, dass sich der eine oder andere Spieler eine Scheibe von ihm abschneiden kann.

Luzern hat die Vorsaison letztlich überraschend auf Platz 3 abgeschlossen. Welche Zielsetzung verfolgen Sie vom Rang her in der neuen Saison?

Babbel: Wenn man es wieder realistisch sieht, dann hat es Vereine, die mehr Möglichkeiten haben als wir. Mein Ziel ist, dass wir es Woche für Woche schaffen, Topleistungen abzurufen. Ich kann es nicht an einem Tabellenplatz festmachen. Wir wollen das Maximum aus uns herausholen, das kann ich von der Mannschaft verlangen, das ist messbar.

In den Testspielen hat es sehr gut angefangen, der FCL hat mit Monaco und Schalke viel grössere Mannschaften geschlagen. Der deutsche TV-Sender Sport 1 und FCL-Botschafter Kudi Müller haben bereits hohe Erwartungen. Was halten Sie davon?

Babbel: (schmunzelt) Es ist doch schön, wenn wir eine gewisse Erwartungshaltung erzeugt haben. Toll, wenn Menschen begeistert sind und von mehr träumen. Wichtig ist, dass wir an der Front und an der Basis kühlen Kopf bewahren und uns einschätzen können. Wie gesagt, wenn wir das abrufen, was wir können, ist es sehr schwierig, gegen uns zu gewinnen. Schaffen wir das, werden wir eine gute Saison spielen.

Wechselt Jantscher zu Dinamo Zagreb?

Transfer dw. Wieder einmal geht es um die Zukunft von FCL-Profi Jakob Jantscher (27). Gemäss der österreichischen Zeitung «Krone» ist der EM-Teilnehmer bei Dinamo Zagreb im Gespräch. Trainer Zlatko Kranjcar soll den Österreicher als Ersatz für Marko Pjaca (21), der für 23 Millionen Euro zu Juventus Turin wechselt, auf dem Zettel haben.

Bei den Kroaten würden die Chancen auf die Champions League gut stehen. Dinamo eliminierte in der 2. Qualifikationsrunde Vardar Skopje und trifft in der 3. Runde auf Dynamo Tiflis.

Jantscher steht bei Luzern noch ein Jahr unter Vertrag. Sportkoordinator Remo Gaugler: «Von Dinamo haben wir noch nichts gehört.» Er und Trainer Markus Babbel wollen, dass Jantscher beim FCL verlängert.

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