Unter Seoane ist jeder Spieler um zwei Klassen besser

FCL-Kolumnist Roland Schwegler (36) über die momentane Verfassung des FC Luzern.

Roland Schwegler
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Roland Schwegler. (Bild: PD)

Roland Schwegler. (Bild: PD)

Der FC Luzern in der Verfassung der letzten Wochen und Monate macht wieder Freude. Besonders viel Spass hatte ich am Ostermontag am Match gegen St.Gallen. Beim 3:1-Heimsieg spielte der FCL sehr aufsässig, er begeisterte das endlich wieder zahlreich erschienene Publikum in der Swisspor-Arena vor allem in der ersten Halbzeit mit druckvollem Fussball und einer glatten 3:0-Führung.

Für mich zeigt sich: Die Arbeit des neuen Trainers Gerardo Seoane zahlt sich bereits nach drei Monaten aus. Der Unterschied zu dessen Vorgänger Markus Babbel ist frappant: Statt sich mit der Presse zu unterhalten und beim Training ein wenig zuzuschauen, ist mit Seoane seit Anfang Januar ein Chefcoach am Werk, der für den kompetenten Trainingsbetrieb persönlich verantwortlich zeichnet.

Die Mannschaft hat in der Winterpause mit Valeriane Gvilia und Lazar Cirkovic zwei Zuzüge erhalten. Sonst steht das gleiche Team im Einsatz, das unter Babbel in 19 Partien 20 Zähler sammelte. Ebenfalls 20 Punkte holte Seoane in 8 Matches. Dabei tritt jeder Spieler um zwei Klassen besser auf als im letzten Herbst.

Seoane hat für den Erfolg nicht die Hände aufgelegt, sondern betreibt einen beträchtlichen Aufwand. Seine Handschrift ist erkennbar, indem er jedem Spieler das richtige Werkzeug (die Taktik) mit in den Match gibt. Die Mannschaft hat für jedes Spiel einen Plan. Übrigens bedeutet Handschrift nicht, dass der Trainer immer nach dem gleichen Schema spielen lässt. Der Plan wird von Spiel zu Spiel dem Gegner angepasst und öfter mal im Verlauf einer Partie gewechselt.

Von aussen habe ich das Gefühl, dass Seoane viel mit den Spielern redet. Nicht nur das Stammpersonal ist stets bereit, auch die Ersatzspieler fügen sich nahtlos in das Ensemble ein. Das hat man besonders gut gegen St.Gallen gesehen, als mit Gvilia und Pascal Schürpf zwar die besten zwei FCL-Profis der letzten Zeit ausfielen, aber beide erfolgreich ersetzt wurden.

Ex-Profi Roland Schwegler (36) ist FCL-Kolumnist unserer Zeitung. Mit GC wurde der Verteidiger 2001 und 2003 Meister. Von 2007 bis 2010 spielte der gebürtige Seetaler für den FC Luzern. Mit FCL-Spieler Christian Schwegler ist er nicht verwandt.

Roland Schwegler

sport@luzernerzeitung.ch