Videos sollen Pyro-Zünder überführen

Beim Spiel vom FC Luzern gegen den FC St. Gallen wurden am Samstag in beiden Fansektoren der Swissporarena Pyros abgebrannt. Auch in der Stadt wurden in der Nacht auf Sonntag Fakeln gezündet. Die Suche nach den Verantwortlichen läuft.

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Pyros im FCL-Fansektor zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Spiel gegen St. Gallen. (Bild: Neue LZ)

Pyros im FCL-Fansektor zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Spiel gegen St. Gallen. (Bild: Neue LZ)

Sie können es einfach nicht lassen: Am Samstag beim Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen wurden in der Swissporarena Pyros gezündet. Den Anfang machten Chaoten im FCL-Fansektor kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit, also in der 45. Minute. Der dunkelblaue Nebel der insgesamt zehn Pyrofackeln ging  direkt oberhalb der Fankurve in den Nachthimmel. Einige St. Galler liessen sich dadurch anstecken – und wegen deren Rauchfeuer mussten die Spieler die Partie kurz unterbrechen.

Videos den Behörden übergeben

Wie die Verantwortlichen des FC Luzern am Montag mitteilen, läuft derweil die Suche nach den Verantwortlichen auf Hochtouren. Ein ordentliches Verfahren wurde eingeleitet. Sämtliche Videoaufnahmen der Vorfälle wurden durch die Sicherheitsverantwortlichen ausgewertet und den Behörden zur Verfügung gestellt. Jede identifizierte Person wird mit einem schweizweiten Stadionverbot belegt.

Pyros auch in der Stadt

Nach dem Spiel kam es in der Stadt Luzern zu einem weiteren Pyro-Vorfall. Wie die Luzerner Polizei auf Anfrage bestätigte, fanden sich in der Nacht auf Sonntag etwa 70 Personen rund um das Luzerner Seebecken ein und zündeten Pyrofackeln. Pikettoffizier Ernst Röthlisberger: «Die Aktion ging kurz nach Mitternacht los und dauerte rund 15 bis 20 Minuten. Welchen Anlass die Fans feierten, ist mir unbekannt.» Die Beteiligten befanden sich auf dem Gebiet vom Inseliquai über den Europaplatz beim KKL bis zum Schwanenplatz – Pyros zündeten sie nur bei der Werft.

Polizei schritt nicht ein

Obwohl das Abfeuern von Pyromaterial illegal ist, schritt die Polizei nicht ein. «Wir wollten keine Ausschreitungen provozieren», so Röthlisberger. Die Polizei hat nun die Ermittlungen aufgenommen und wird Strafanzeige erstatten, wenn Beteiligte überführt werden können. Gemäss Röthlisberger kam es zu keinen Verkehrsbehinderungen oder grösseren Sachbeschädigungen. Lediglich im Werftgelände, wo die Fackeln entsorgt wurden, sei ein Welldach aus Kunststoff leicht angesengt worden.

Gefeiert wurde wohl das 111-Jahr-Jubiläum des FC Luzern; der Club wurde am 12. August 1901 gegründet.

pd/bep/ost