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Vor Duell gegen den FCL kämpft Alain Wiss verletzt um einen neuen Vertrag bei St. Gallen

Das Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen ist für den Littauer Alain Wiss stets speziell. Doch das einstige Toptalent ist derzeit verletzt und muss in der Ostschweiz sogar um eine Vertragsverlängerung bangen.
Raphael Gutzwiller
Muss hintenanstehen: Alain Wiss (rechts) gegen Neuenburgs Samir Ramizi. (Bild: Eddy Risch/Keystone (St. allen, 9. Dezember 2018))

Muss hintenanstehen: Alain Wiss (rechts) gegen Neuenburgs Samir Ramizi. (Bild: Eddy Risch/Keystone (St. allen, 9. Dezember 2018))

Wenn am Sonntag um 16 Uhr die Partie zwischen Luzern und St. Gallen angepfiffen wird, würde Alain Wiss (28) am liebsten gar nicht hinsehen. Denn meistens schaut er sich als verletzter Spieler die Auswärtspartien nur im TV an, zu sehr vermisst er es, selber mittun zu können. Doch diesmal sitzt er mit Freunden und Familie auf der Tribüne. Denn eine Partie zwischen Luzern und St. Gallen ist immer speziell für den Littauer Wiss. Er hofft, «dass wir endlich wieder gegen Luzern gewinnen können». In den letzten sieben Duellen siegte stets der FCL.

2015 verliess der Ur-Luzerner den FCL und schloss sich St. Gallen an. Neunmal ist er seither im Trikot der Ostschweizer gegen Luzern aufgelaufen. Ob mehr Spiele hinzukommen, steht in den Sternen. Zum einen deshalb, weil Wiss mit einem Kreuzbandriss sechs bis acht Monate ausfällt, zum anderen läuft sein Vertrag im Sommer aus. «Doch es haben schon Gespräche stattgefunden», verrät Wiss. «St. Gallen will mich in dieser schwierigen Situation nicht im Stich lassen.» Das bestätigt Präsident Matthias Hüppi: «Er weiss, dass er sich keine Sorgen machen muss.»

Im Testspiel gegen den ­Hamburger SV im Trainingslager stiess Wiss mit Lewis Holtby ­zusammen, in Luzern erhielt er schliesslich die Diagnose Kreuzbandriss. Wiss dazu:

«Verletzungen kommen nie zu einem guten Zeitpunkt, aber diesmal war es schon sehr unglücklich.»

Nach einer schwierigen Vorrunde kam er zum Ende wieder als Innenverteidiger zum Einsatz. Dennoch hat der FC St. Gallen wenige Tage vor dem Zusammenprall bekanntgegeben, dass der Vertrag im Sommer nicht verlängert werde. Nun könnte ausgerechnet wegen der Verletzung die Zusammenarbeit weitergehen.

Wiss war einst gar Nationalspieler

Einst galt Alain Wiss als grosses Talent. Bereits als 16-Jähriger debütierte er im FCL-Dress in der Super League, eroberte sich unter dem damaligen Trainer Ciriaco Sforza einen Stammplatz. Auch als Sforza weg war, war Wiss gesetzt. «Zwar musste ich mich bei jedem Trainer beweisen, aber ich habe meinen Platz schnell wieder gehabt», blickt Wiss zurück.

Beim FCL überzeugte er damals so sehr, dass er am 26. Mai 2012 sogar in der Nationalmannschaft beim 5:3-Testspielsieg über Deutschland debütieren konnte. Nur wenige Wochen später reiste er für die Schweiz an die Olympischen Spiele.

Rückkehr zum FCL ist «nicht unvorstellbar»

Dennoch verpasste Wiss die grosse Karriere. Zu mehr als zur Super League reichte es nicht, er kommt aber oft zum Einsatz. Als er 2015 den FC Luzern verliess, hatte er bereits 222 Spiele bestritten. In der Rangliste der FCL-Rekordspieler belegt er den sechsten Platz. Doch weil der FCL sparen wollte, verliess Wiss Luzern und kam beim FC St. Gallen unter. Dort wechselten sich in den letzten dreieinhalb Jahren regelmässig Startelf, Ersatzbank, Tribüne und Verletzung ab.

Eine Rückkehr zum FCL sei für ihn «nicht unvorstellbar», obwohl der Kontakt ein bisschen verloren gegangen sei. Nur mit Stefan Knezevic, der sich ebenfalls von einem Kreuzbandriss erholt, unterhält er sich regelmässig. Knezevic kann bereits wieder mit dem Ball arbeiten, Wiss ­selber ist schon froh, dass er aufs Velo darf. Tagtäglich kämpft er um die Rückkehr auf den Platz – damit er irgendwann wieder spielen kann.

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