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Wie Ex-FCL-Spieler Wiss das Vertrauen von St.-Gallen-Trainer Zeidler doch noch bekommen hat

Peter Zeidler muss in St. Gallen mit einem praktisch neu zusammengestellten Team hohen Ansprüchen gerecht werden. Am Sonntag (16 Uhr) will er mit den Ostschweizern auswärts gegen den FCL Platz 5 verteidigen.
Daniel Wyrsch
Der St. Galler Verteidiger Alain Wiss (rechts) muss im Heimspiel gegen Neuchâtel Xamax (3:1) in der 75. Minute angeschlagen ausgewechselt werden. Trainer Peter Zeidler bedankt sich beim Ex-Luzerner für die gute Leistung. (Andy Mueller/Freshfocus (St. Gallen, 8. Dezember 2018))

Der St. Galler Verteidiger Alain Wiss (rechts) muss im Heimspiel gegen Neuchâtel Xamax (3:1) in der 75. Minute angeschlagen ausgewechselt werden. Trainer Peter Zeidler bedankt sich beim Ex-Luzerner für die gute Leistung. (Andy Mueller/Freshfocus (St. Gallen, 8. Dezember 2018))

Ex-Sion-Trainer Peter Zeidler (56) hat mit dem FC St. Gallen seit Sommer eine Achterbahnfahrt erlebt. Ähnlich wie beim FC Luzern unter René Weiler ist bei den Ostschweizern mit dem neuen Coach ein Auf und Ab zu beobachten. Beiden Teams fehlt zur Konstanz die Stilsicherheit. St. Gallen vollzog unter der neuen Führung von Präsident Matthias Hüppi und Sportchef Alain Sutter fast einen kompletten Umbruch, im Vergleich dazu waren Luzerns Veränderungen moderat.

Gleichwohl hatten Hüppi und Sutter den deutschen Übungsleiter mit Vergangenheit bei Hoffenheim und Red Bull Salzburg vor der Saison als neuen Heilsbringer vorgestellt. Attraktiven Angriffsfussball spielen und dazu eine Top-5-Platzierung erreichen, waren die Vorgaben an den mit einem Vertrag bis 2021 ausgestatteten Coach. Zeidler hat mit den Erwartungen kein Problem: «Damit zu Recht kommen, müssen alle Trainer. Das geht René Weiler in Luzern oder Marcel Koller in Basel nicht anders. Für mich ist es zuerst eine Auszeichnung, wenn mit meiner Person Erwartungen verbunden werden.» Allerdings räumt er ein: «Unrealistisch dürfen wir in St. Gallen nicht sein, automatisch schaffen wir es nicht in die erste Tabellenhälfte.»

Zeidler spürt das Vertrauen des Duos Hüppi/Sutter

Vor allem die letzten Spiele offenbarten die Probleme: Nach drei Niederlagen gegen YB, GC und Thun fand St. Gallen erst am Samstag mit dem hauchdünnen 3:2-Heimsieg gegen das Schlusslicht Xamax auf die Erfolgsstrasse zurück. Doch Zeidler spürt das Vertrauen der Verantwortlichen. «Mit Präsident Hüppi und Sportchef Sutter pflege ich eine sehr gut funktionierende Zusammenarbeit. Wir verstehen uns auch auf persönlicher Ebene.»

Ein Manko stellt der Coach in der Effizienz auf dem Rasen fest, seit der beste Torschütze Cedric Itten nach sechs Spielen und vier Treffern in der 7. Runde von Luganos Fabio Dapréla brutal gefoult und dabei einen Kreuzbandriss erlitt. «Itten war nicht nur in bestechender Form, sondern auch ein wichtiger Führungsspieler», bedauert Zeidler den langen Ausfall des Ex-FCL-Stürmers.

Zeidler, der Ende April 2017 in Sion auf Tabellenplatz 3 stehend und vor dem Cupfinal gegen Basel (0:2) entlassen wurde, benötigt Zeit und Geduld. Denn das im Sommer neu zusammengestellte Team «kennt sich untereinander noch zu wenig. So fehlt es der Mannschaft an taktischer wie mentaler Stabilität.» Umso mehr ist Zeidler vom Zuspruch der Menschen in und um St. Gallen begeistert. «Die Bedeutung des Vereins in der Region ist gross, viele Leute fiebern und leiden mit uns mit.» Als ihm das Wort mitleiden über die Lippen kommt, muss er laut lachen. «Ja, wir machen es unseren Fans nicht immer einfach», meint der eloquente Mann, der vor Energie sowie Freude und Leidenschaft für seine Tätigkeit sprüht. Erfreut stellt er fest: «Der FC St. Gallen ist ein Kulturgut der Ostschweiz.»

Ur-Luzerner Wiss zurück in St. Galler Startelf

Mit Alain Wiss (28) gehört seit dreieinhalb Jahren auch ein Ur-FCL-Spieler dem FCSG an. Bei Zeidler musste der Abwehrspieler zuerst lange unten durch. «Ich hatte Alain gesagt, dass er in der Innenverteidigung gleichwertig mit anderen Profis sei, ich neben Captain Silvan Hefti aber auf andere setze.»

Wiss liess sich deswegen nicht unterkriegen, «und er hat sehr gut trainiert». Nach einem Teileinsatz gegen Lugano kam er Anfang November beim 1:0-Sieg in Sion zu seinem ersten Einsatz von Anfang an. Zeiter gibt ehrlich zu: «Es war ein Fehler, dass ich ihn danach auswärts gegen GC nicht gebracht habe.» Doch für den Coach steht fest: «Jetzt setze ich ihn wieder ein. Alain Wiss ist ein guter Fussballer und guter Typ.» Gegen Xamax musste er in der Schlussphase angeschlagen ausgewechselt werden, am Sonntag sollte Wiss gemäss Zeidler wieder fit und zum insgesamt vierten Mal von Beginn an auf dem Platz stehen.

Auf das Wiedersehen mit Christian Schwegler freut sich Zeidler. Er war vor drei Jahren der Trainer des Rechtsverteidigers beim österreichischen Serienmeister Salzburg. Noch ist nicht sicher, ob der 34-jährige Routinier nach einer Gelbsperre beim Luzerner 3:2-Vollerfolg am letzten Sonntag bei GC in die Startformation zurückkehrt.

FCL-Anfrage im letzten Winter erhalten

Peter Zeidler ist ein ehrlicher Mensch. Auf die Frage, ob er Anfang Januar dieses Jahres nach der Entlassung von Markus Babbel von Luzern eine Anfrage bekam, antwortet er nach einem Zögern: «Es gab einen kurzen Austausch, der allerdings nicht intensiviert wurde.» Er habe den französischen Ligue-2-Club Sochaux mitten in der Saison nicht im Stich lassen können. Schmunzelnd ergänzt er: «Für Luzern war dann Gerardo Seoane die perfekte Lösung. Und auch dessen Nachfolger René Weiler verfolgte ich bei meinem Ex-Verein Nürnberg und bei Anderlecht, er leistete vorzügliche Arbeit und ist ein sehr guter Trainer.»

Am Sonntag kommt es zum zweiten Direktduell mit Weiler, nachdem der FCL in St. Gallen 1:0 gewonnen hatte. Der Sieger überwintert auf Platz 5 – in der ersten Tabellenhälfte.

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