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«Wir konzentrieren uns auf die Barrage» – FCL blendet Europa aus

Dem FC Luzern bietet sich die Möglichkeit, mit einem Sieg in Lugano die Weichen Richtung Europa League zu stellen. Ziel bleibe es aber, nichts mit der Barrage zu tun zu haben, sagt Trainer Thomas Häberli. Derweil stellt sich die Frage, ob Marvin Schulz den FCL-Vertrag verlängert.
Raphael Gutzwiller
Im Duell zwischen Luzern (vorne Marvin Schulz) und Lugano (Carlinhos Junior) geht es um die Europa League - und um die Barrage. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 16. Februar 2019)

Im Duell zwischen Luzern (vorne Marvin Schulz) und Lugano (Carlinhos Junior) geht es um die Europa League - und um die Barrage. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, Luzern, 16. Februar 2019)

Den FCL-Fans muss man längst nicht mehr erklären, welche Rangierung es braucht, um direkt in die Europa-League-Gruppenphase einzuziehen. Inzwischen ist man es sich gewohnt, Jahr für Jahr dieselben Rechenspiele zu machen. Rang 3 reicht dann, wenn der Cupsieger auf dem ersten oder zweiten Rang liegt und somit an der Champions-League-Qualifikation teilnehmen kann. Das bedeutet: Falls Basel den Cupfinal gegen Thun gewinnt, reicht der 3. Rang somit zur Teilnahme in der Gruppenphase.

Die Chance, sich diese Platzierung zu holen, sind beim FC Luzern derzeit günstig. Gefühlt sind alle Super-League-Vereine in der Krise. Das drittplatzierte Thun hat seit zehn Meisterschaftsspielen nicht mehr gewonnen. In dieser Form dürften sie den 3. Rang aus der Hand geben – und sind auch im Cupfinal klarer Aussenseiter.

Das derzeit formstärkste Team der möglichen Anwärter ist Lugano, auf das man am Sonntag (16.00) im warmen Tessin trifft. Und mit den Luganesi hat der FCL auch hinsichtlich Europa noch eine Rechnung offen. In den letzten drei Jahre belegte der FC Luzern nämlich zweimal den dritten Rang – zweimal reichte das aber nicht für die Gruppenphase. 2017 als jene Platzierung aber reichte, holte sich Lugano mit einer fulminanten Rückrunde den 3. Rang. Somit durften die Luganesi in der Europa League teilnehmen – und trugen die Heimspiele ausgerechnet in der Luzerner Swisspor-Arena aus.

Häberli krisiert den Modus mit der Barrage


Nun kommt es in Lugano zu einem wichtigen Duell der beiden FCL. «Diese Partie ist wegweisend», sagt der Luzerner Trainer Thomas Häberli. Jedoch spricht er hierbei nicht von der Europa League, stattdessen redet er von der Barrage. Denn in dieser Liga, in der ausser YB und Basel alle Teams nah beieinander sind, ist noch immer alles möglich. «Für uns ist es deshalb entscheidend, möglichst schnell nichts mehr mit der Barrage zu tun zu haben», sagt Häberli. Er kritisiert den Modus mit der Barrage. «Ich kann ihn nicht ändern, aber natürlich ist es nicht gut für die Liga, wenn acht Mannschaften um den Ligaerhalt bangen müssen.» Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf den Barrage-Platz. Noch fünf Spiele sind ausstehend. Und Häberli verweist auf ein schwieriges Restprogramm:

«Wir haben noch gegen Basel und YB. Also gegen jene Teams, gegen die man im Normalfall verliert.»


Tabellennachbar Lugano ist sowieso ein Konkurrent für Luzern – egal in welche Richtung. Deshalb beteuert der Luzerner Mittelfeldspieler Marvin Schulz, dass er selber noch nicht rechnet. «Ich schaue nur auf das nächste Spiel gegen Lugano. Wir wissen, dass es sehr wichtig ist. Und Gedankenspielereien in Richtung Europa bringen nichts, wenn wir in Lugano nicht gewinnen.»


Dennoch gibt auch der formstarke Deutsche zu, dass er natürlich auch gerne international dabei sein möchte. Seit Jahren müssen sich die Luzerner Zuschauer maximal mit einer Qualifikationsrunde zufrieden geben. Schulz sagt:

«Natürlich wäre es toll, mal mit dem FC Luzern in einer Gruppenphase spielen zu können.»

Er ist einer von sechs FCL-Spielern, die schon in Gruppenphasen der europäischen Wettbewerbe antreten durften. Marvin Schulz ist aber der Einzige, der sogar in der Champions League zum Einsatz kam. 2015 wurde er in der Gruppenphase zweimal für Borussia Mönchengladbach eingewechselt, siegte gegen Sevilla (4:2) und verlor gegen Manchester City (2:4) . «Es sind natürlich tolle Erinnerungen», sagt Schulz. «Natürlich würde ich das gerne wieder erleben.»


Verlängert Marvin Schulz den FCL-Vertrag?

Beim FCL wird Marvin Schulz die Champions League nicht erleben, aber vielleicht einmal die Europa-League-Gruppenphase. Oder auch nicht, weil der Verbleib von Schulz in Luzern über den Sommer hinaus noch nicht gesichert ist. Den Vertrag, der im Sommer 2020 ausläuft, hat er noch nicht verlängert. «Es laufen Gespräche zur Verlängerung», verrät der 24-Jährige jedoch. Bisher sei aber noch nichts unterschrieben. Und entscheidet sich Schulz, den Vertrag nicht zu verlängern, hätte der FCL in diesem Sommer die letzte Gelegenheit, eine anständige Ablösesumme für den talentierten Mittelfeldspieler zu generieren.

«Derzeit konzentriere ich mich ganz auf den FC Luzern. Ich habe ja einen Vertrag für die nächste Saison.»

Die Bundesliga oder noch lieber die Rückkehr zu seiner alten Heimat Gladbach sei natürlich dennoch ein Traum. «Dafür muss aber das Gesamtpaket passen. Ich wechsle nirgendwohin, einfach damit ich einen Wechsel getätigt habe. Hier in Luzern gefällt es mir schliesslich sehr gut.» Käme der FCL in die Europa League, gefiele es Marvin Schulz wohl noch ein bisschen besser. Mit einem Sieg in Lugano könnte man die Weichen dazu stellen.

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