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Ruben Vargas: FCL-Youngster als Hoffnungsträger

Der 20-jährige Ruben Vargas hat sich beim 3:0-Sieg gegen den FC Zürich warm geschossen für das Duell gegen Meister YB am Samstag (19 Uhr). Mit einem Sieg könnte der FCL die Europa-League-Gruppenphase buchen.
Raphael Gutzwiller
Jubel über den Doppelpack gegen Zürich: Ruben Vargas. (Bild: M. Schumacher/Freshfocus (Luzern, 22. Mai 2019))

Jubel über den Doppelpack gegen Zürich: Ruben Vargas. (Bild: M. Schumacher/Freshfocus (Luzern, 22. Mai 2019))

Es ist die letzte Partie der Saison und es ist ein Finale für den FC Luzern. «Ein Cupfinal», sagt Flügelspieler Ruben Vargas. Am Samstag treffen die Innerschweizer auswärts auf YB – mit einem Sieg stünden sie direkt in der Gruppenphase der Europa League. Doch aufgepasst: Die Young Boys zelebrieren nach der Partie mit der Pokalübergabe ihre Meistersaison, möchten demnach dem Publikum nochmals beste Unterhaltung liefern. Vargas lässt dies kalt:

«Wir wollen YB die Party verderben. Denn wir wissen genau, wohin wir wollen: in die Europa League.»

Von der erstmaligen Teilnahme am europäischen Wett­bewerb kann Luzern auch insbesondere dank Vargas träumen. Gegen Zürich am Mittwoch hat der 20-Jährige mit zwei Toren die Weichen früh in Richtung Heimsieg (3:0) gelenkt. Seine Nervosität vor dem gegnerischen Tor hat er längst abgelegt, er blieb locker und verwertete zweimal gekonnt.

Cup-Viertelfinalsieg gegen YB gibt Mut

Noch im Frühherbst hatte dies anders ausgesehen. Vargas bereitete kaum Tore vor und schoss noch weniger. Der damalige Trainer René Weiler hielt Ende Oktober vor der Journalistenschar einen Vortrag, warum Vargas zwar talentiert sei, aber nie Tore schiessen werde. Weiler hatte zu jenem Zeitpunkt nicht unrecht mit der Kritik. Das hochgelobte Jungtalent hatte in den ersten 29 Partien in der Super League lediglich einmal getroffen.

Seither klappt aber genau das. Insbesondere in der Rückrunde zeigte er sich auch vor dem Tor kaltschnäuzig. Vargas steht inzwischen bei acht Treffern in der Liga, dazu kommen ebenfalls acht Torvorlagen. Im Cup hat er zwei Tore erzielt (ein Assist), darunter eines gegen Schweizer Meister YB beim 4:0-Sieg im Cupviertelfinal. Warum ihm das Toreschiessen plötzlich gelingt, kann Ruben Vargas nicht so einfach erklären. «Es ist aber sicher so, dass ich lernte mit dem Druck besser umzugehen», sagt er. «Ich versuche immer dazuzulernen. Auch aus vergebenen Torchancen.» Er habe nie an sich gezweifelt. Denn im Training habe es schon damals häufig geklappt, genau so wie früher im FCL-Nachwuchs auch.

Mit seinem gefundenen Torinstinkt und seiner Geschwindigkeit spielte sich der wirblige und aufsässige Adligenswiler in den letzten Monaten in die Notizbücher der grösseren Vereinen. Gladbach, YB und Basel sollen Interesse an ihm bekunden. «Andere Leute kümmern sich darum», sagt Vargas dazu.

«Stand jetzt bleibe ich auch in der nächsten Saison in Luzern.»

Bei der Frage nach seinem Verbleib in der Innerschweiz dürfte auch die Europacup-Frage entscheidend sein. Ausser vier Einsätzen für die U21-Nationalmannschaft (2 Tore) kommt er lediglich auf die Erfahrung von 55 Spielminuten in der Europa-League-Qualifikation gegen Olympiakos Piräus, als der FCL im Vorjahr unter die Räder kam. «Natürlich wäre es für mich ein Traum, wenn wir in der Europa League spielen könnten», sagt Vargas. «Wir haben den FC Zürich verfolgt in dieser Saison, wie sie unter anderem gegen Napoli spielen durften. So was möchten wir auch gerne erleben.» Nicht nur bei ihm, auch bei anderen Teamkollegen, etwa Vargas’ Kumpel Marvin Schulz, könnte die Europa-Teilnahme Einfluss auf einen Verbleib haben.

Die starken Auftritte von Vargas blieben Nationaltrainer Vladimir Petkovic nicht verborgen. Er steht für die Nations-League-Spiele auf der provisorischen 35-Mann-Liste. «Natürlich gibt dies Aufschwung», sagt der Schweiz-Dominikaner, für den immer klar war, dass er für die Schweiz spielen möchte. Statt in der A-Nati dürfte er am 7. Juni für die U21-Nationalmannschaft gegen Slowenien auflaufen.

Wie beeindruckend die sportliche Entwicklung von Ruben Vargas im letzten Jahr ist, zeigt sich beim Blick zurück. Am 28. April 2018 gastierten die Luzerner ebenfalls auswärts bei YB. Mit einem 2.1-Sieg sicherten sich die Berner im ausverkauften Stade de Suisse den ersten Meistertitel seit 32 Jahren. Beim aufsässigen FCL stand unter Gerardo Seoane überraschend Vargas als Sturmspitze auf dem Platz. Ein Jahr später ist Vargas beim FC Luzern längst gesetzt – und wenn er so weiter macht, ist er bald zu Höherem berufen.

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