Van Eck hat am Mittwoch mit FCL-Sportchef Meyer ein Job-Gespräch geführt

Wer wird neuer FCL-Trainer? In der Gerüchteküche brodelt es. Sicher ist: Kultcoach René van Eck hat seine Ideen Remo Meyer vorgestellt. Bruno Berner dürfte am Donnerstag Gespräche führen. Mit Ex-Lugano-Trainer Guillermo Abascal ist zudem ein Aussenseiter im Spiel.

Daniel Wyrsch
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René van Eck (rechts) war zuletzt als Assistenztrainer von Ludovic Magnin beim FC Zürich tätig.

René van Eck (rechts) war zuletzt als Assistenztrainer von Ludovic Magnin beim FC Zürich tätig.  

Walter Bieri/Keystone (25.Februar 2018)

Nicht zum ersten Mal, wenn der FCL einen neuen Trainer sucht, geistert der Name von René van Eck durch Luzern und die Innerschweiz. Der 53-jährige Aufstiegstrainer von 2006 ist eine Klublegende. Klar ist: Der Schwiegervater in spe von Basel-Torhüter Jonas Omlin würde brennen für einen Job beim FCL. Zurzeit lebt van Eck in seiner Heimatstadt Rotterdam. Regelmässig ist er in Luzern auf Stippvisite, weil hier seine drei erwachsenen Kinder zu Hause sind.

Während René van Eck in der Vergangenheit chancenlos auf eine Rückkehr zum FCL war, ist es diesmal anders. Wie unsere Zeitung erfahren hat, traf er sich heute Mittwoch mit FCL-Sportchef Remo Meyer. Van Eck soll dabei seine Ideen als Cheftrainer vorgestellt haben. Der unter massivem öffentlichen Druck stehende Meyer, könnte mit dem bei einem grösseren Teil der Fans beliebten van Eck einen letzten Trumpf aus dem Ärmel schütteln. 

Van Eck ist für unsere Zeitung persönlich bisher nicht erreichbar gewesen. Übrigens sind er und Meyer alte Weggefährten: RvE spielte einst als weit über 30-jähriger Routinier neben dem damals blutjungen Meyer in der Luzerner Abwehr.

Van Eck würde sich der Pflegeweise von Alpstaeg anpassen

Bislang war FCL-Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg stets gegen eine Rückkehr von van Eck. Für den 74-jährigen Swisspor-Patron war der tätowierte Rotterdamer gemäss seinen Aussagen gegenüber unserer Zeitung «zu ungepflegt» für eine Anstellung. Van Eck antwortete vor Jahren auf diese Kritik mit den Worten: «Wenn der FCL mir einen Vertrag gibt, dann lasse ich mir die Haare schneiden und passe mich den Gepflogenheiten der Vereinsoberen an.»

Radio Pilatus und Tele 1 zeigen ein kurzes Video, welches Remo Meyer in seinem Auto beim Herausfahren aus der Tiefgarage der Swisspor-Arena zeigt. Auf dem Beifahrersitz soll RvE sein. Allerdings ist der langhaarige Holländer nur für die grössten blauweissen Fans erkennbar.

Hat Berner doch Interesse am Traineramt beim FCL?

Auch Bruno Berner soll sich am Donnerstag mit Meyer zu einem Gespräch treffen. Er hat dazu die Freigabe seines Klubs. Pikant: Der erfolgreiche 42-jährige Trainer des SC Kriens hat Anfang Woche gegenüber unserer Zeitung und dem Schweizer Fernsehen ein Bekenntnis abgegeben, vorläufig beim Luzerner Nachbarverein aus der Challenge League zu bleiben.

Kontakt zu Überraschungsmann Abascal soll bestehen

Remo Meyer könnte die Fussball-Schweiz mit einem Trainer-Coup überraschen. Gemäss unseren Informationen ist der 30-jährige Spanier Guillermo Abascal im Gespräch als Nachfolger des am Montag freigestellten Thomas Häberli. Abascal war von Mitte April bis Anfang Oktober 2018 Trainer des FC Lugano. Er rettete die Tessiner vor dem Abstieg. Doch in nur 17 Super-League-Spielen (1,24 Punkte pro Match) bekam er die Chance des impulsiven Präsidenten Angelo Renzetti. Der Jungtrainer aus Sevilla machte sich in der Schweiz dennoch einen Namen als moderner, offensiv orientierter Coach. Vor Lugano hatte er den Challenge-Ligisten Chiasso erfolgreich trainiert.

Abascal erfüllt das Profil 

Zumindest den grössten Teil des gewünschten Trainerprofils von Luzern-Sportchef Meyer erfüllt Guillermo Abascal. Er gilt in der Szene als  Fachmann, lässt mutigen, dynamischen, laufintensiven Fussball spielen. Teamgeist, Feuer, Leidenschaft sowie Arbeitseifer soll der junge Spanier haben. Über Abascals Persönlichkeit hat die NZZ vor etwas mehr als einem Jahr geschrieben: «Sein Auftreten, seine Argumentationslinien, seine Ausstrahlung – sie sind nicht diejenigen eines 29-Jährigen.»

Nachwuchsspieler bei Barça, Trainererfahrung unter Emery

Zudem hat Abascal mit seiner Vergangenheit als Spieler in Barcelonas Nachwuchsakademie La Masia und nach lehrreichen Jahren in Sevilla unter anderem im Staff des damaligen Trainers Unai Emery einen reichen Erfahrungsschatz.

Seit diesem Sommer ist Guillermo Abascal Leiter der Nachwuchsabteilung von Serie-B-Klub Ascoli. Er soll eine schnelle Auffassungsgabe haben - auch für Fremdsprachen. Italienisch lernte er schnell, er war unter anderem auch dabei, die deutsche Sprache zu erlernen. Denn sein Ziel in Lugano war, im Schweizer Fussball Fuss zu fassen.

Die lateinische Ausgabe von Julian Nagelsmann 

Einst studierte Guillermo Abascal in Faro, schloss das Studium mit dem Master ab. Zweifellos ist Abascal ein interessanter Mensch und Trainer. Quasi die lateinische Ausgabe von Julian Nagelsmann (32). 

Weitere mögliche Kandidaten als Nachfolger des am Montag entlassenen Thomas Häberli sind Stéphane Henchoz, Fabio Celestini, Urs Meier und Boris Smiljanic sowie Ex-FCB-Trainer Heiko Vogel.

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