Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vorletzter Tabellenplatz: Die Zeit der Wunder ist beim FCL vorbei

Der FC Luzern steht nach vier Runden mit drei Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Vom erfolgreichen Frühling bleibt nur noch die Erinnerung. Doch für den harzigen Start gibt es Gründe.
Daniel Wyrsch
Der FC Luzern läuft seinen Gegner hinterher: Idriz Voca (rechts) gegen YB's Gregory Wüthrich. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 12. August 2018))

Der FC Luzern läuft seinen Gegner hinterher: Idriz Voca (rechts) gegen YB's Gregory Wüthrich. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 12. August 2018))

René Weiler (44) hat von Gerardo Seoane (39) beim FC Luzern ein schweres Erbe angetreten. Diese Tatsache ist nicht erst seit Sonntag und dem 3:2-Sieg der Young Boys mit Seoane an der Seitenlinie der Berner bekannt.

Weiler sagte bereits nach der Auswärtsniederlage in der Qualifikation zur Europa League gegen Olympiakos Piräus (0:4), dass er mit dem Team noch immer in der Findungsphase sei. Mindestens spielten die Luzerner dann gegen den Meister YB mit Leidenschaft. Im Vorwärtsspiel machte das Team dank des neuen Mittelstürmers Blessing Eleke, den Offensivleuten Valeriane Gvilia und Pascal Schürpf sowie phasenweise der eigenen Talente Filip Ugrinic und Ruben Vargas Eindruck.

Die Verteidigung ist eine offene Baustelle

Die grosse Baustelle tut sich aber in der Abwehr auf: Der zuvor über zwei Wochen verletzt ausgefallene Marvin Schulz machte in der Innenverteidigung mit Yannick Schmid keine gute Figur, auch Linksverteidiger Silvan Sidler bekundete Schwierigkeiten. Die Mannschaft ist längst nicht mehr so kompakt wie in der sehr erfolgreichen Halbserie der Vorsaison. Während Ex-Coach Seoane aktiv den gegnerischen Spielaufbau zerstören liess, wartet der FCL unter Weiler meistens eher ab.

Doch Ex-Anderlecht-Coach Weiler ist nicht nur ein anderer Trainertyp mit anderen Ideen als Seoane, er hat auch ein weniger starkes Kader zur Verfügung. Mit Goalie Jonas Omlin (zu Basel) und Mittelfeldmann Hekuran Kryeziu (zu Zürich) verliessen zwei Leistungsträger Luzern.

22,8

Jahre betrug das Durchschnittsalter der FCL-Startaufstellung gegen YB.

Zudem hat die Verletzungshexe unter Weiler noch härter zugeschlagen als bereits in Seoanes Zeit: Die beiden besten Innenverteidiger, Stefan Knezevic und Lazar Cirkovic, haben noch gar nie unter dem neuen Coach trainiert. Knezevic plagen muskuläre Probleme im vorderen Muskel des Oberschenkels. Läuft der Heilungsverlauf optimal, sollte der Seetaler in drei Wochen wieder mit dem Team arbeiten können. Ähnlich verhält es sich mit dem Innenbandanriss am linken Sprunggelenk von Cirkovic. «Ich hoffe, in der Länderspielpause im September wieder voll trainieren zu können», sagt der Serbe.

Bei Linksverteidiger Claudio Lustenberger ist weiterhin unklar, wie lange die Entzündung des Schambeinastes noch dauert. Besser tönt es bei Mittelfeldspieler Olivier Custodio: Der kleine Einriss in der Patellasehne sollte ihn höchstens noch eine Woche aufhalten, bis er ins Training mit dem Team zurückkehrt.

9

Tore hat der FCL in den ersten vier Meisterschaftsspielen kassiert. Das sind 2,25 pro Spiel.

Der australische Nationalstürmer Tomi Juric trainierte noch nie unter Weiler. Von der WM kehrte er mit einem Muskelfaserriss zurück. Gemäss neustem Verletzungsbulletin sollte er wie Knezevic und Cirkovic in rund drei Wochen erstmals mit Weilers Team trainieren.

Diese verletzten Akteure und die Mannschaft, welche die Abläufe unter Weiler noch nicht verinnerlicht hat, widerspiegeln sich in der ernüchternden Bilanz nach vier Ligapartien: Ein Sieg, drei Niederlagen, drei Punkte, 7:9 Tore, Platz 9. Während sich die Offensive sehen lassen kann mit einem Schnitt von 1,75 Treffern pro Spiel, zeigen sich die Probleme in der Defensive auch statistisch: Durchschnittlich kassierte der FCL 2,25 Gegentore pro Partie. Im Vergleich dazu hat Luzern unter Seoane in 17 Ligaspielen bloss 17 Treffer hinnehmen müssen – also nur 1,0 pro Match.

7

Mal konnte der FCL über einen eigenen Torerfolg jubeln. Das ergibt einen Schnitt von 1,75 pro Spiel

René Weiler fordert neben Eleke und Goalie Mirko Salvi weitere Verstärkungen. Wie erwähnt sollten in der Innenverteidigung Knezevic und Cirkovic bald zurück sein. Handlungsbedarf dürfte es in der Abwehr darum vor allem links aussen geben.

Muss Schlüsselspieler Kryeziu ersetzt werden?

Eine Frage, die sich die Klubleitung stellen muss, ist, ob für den Abgang von Schlüsselspieler Kryeziu im defensiven Mittelfeld bis zum Ende der Transferperiode am 31. August ein Führungsmann geholt werden sollte. Falls nicht, muss allen bewusst sein, dass der FCL mit einer sehr jungen und unerfahrenen Truppe diese Vorrunde bestreitet.

Gegen YB betrug der Altersdurchschnitt der Startelf 22,8 Jahre. Man könnte sagen, Luzern hat gegen den Tabellenführer mit einer U23-Equipe gespielt. Die Gefahren einer solchen Strategie dürften den Verantwortlichen bekannt sein. Der Abstiegskampf dürfte dem FCL blühen, wenn das Team in der aktuellen Form nicht enorme Fortschritte erzielt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.