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Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Generalversammlung des FCSG

Nach Einkehr des Friedens im Traditionsclub erwarten die Aktionäre der FC St.Gallen AG heute eine ruhige, ordentliche Generalversammlung. Und doch gibt es noch Dinge, die zu denken geben.
Christian Brägger
Der damalige St.-Gallen-Präsident Stefan Hernandez (rechts) verdankt an der 14. ordentlichen Generalversammlung der FC St. Gallen AG die zurückgetretenen Verwaltungsräte Martin Schönenberger (Mitte) und Michael Hüppi (links). (Bild: Urs Bucher (Gossau, 13. November 2017))

Der damalige St.-Gallen-Präsident Stefan Hernandez (rechts) verdankt an der 14. ordentlichen Generalversammlung der FC St. Gallen AG die zurückgetretenen Verwaltungsräte Martin Schönenberger (Mitte) und Michael Hüppi (links). (Bild: Urs Bucher (Gossau, 13. November 2017))

Erstmals findet unter der neuen Führung um Verwaltungsrats­präsident Matthias Hüppi die ordentliche Generalversammlung der FC St. Gallen AG statt. Was haben die Publikumsaktionäre zu erwarten an diesem Abend? Ein Überblick über die aktuelle Lage.

1. Wo geht die Generalversammlung über die Bühne?

Für die 15. Ausgabe der ordentlichen Generalversammlung wollte die Führung des FC St.Gallen näher an die Basis und damit ­zurück in die Stadt, weshalb die Olma-Halle 2.1 gebucht ist und nicht mehr der Fürstenlandsaal in Gossau. Von den ungefähr 8000 eingeladenen Publikumsaktionären haben sich etwa 850 angemeldet – ein Rekord laut Hüppi. Start ist um 19 Uhr, Türöffnung eine Stunde früher. Ab 20 Uhr findet im Anschluss eine Party statt, zu der ebenfalls Nichtaktionäre eingeladen sind. Es soll unter anderem filmische Überraschungen zum FC St.Gallen geben und einen Hauch von Nostalgie.

2. Wird es vor der Party ähnlich turbulent zu- und hergehen wie im Vorjahr, als der damalige Präsident Stefan Hernandez durch den Abend führte?

Niemals. Hüppi und die anderen vier Verwaltungsräte haben die Sache – zumindest rein äusserlich – im Griff. Sportlich agiert der FC St.Gallen im Soll, trotz Budgetkürzung um eine Million auf ungefähr acht Millionen Franken; Sportchef Alain Sutter hat die Vorgaben des Verwaltungsrats bei der Kaderzusammenstellung strikt eingehalten.

3. Wie steht es derzeit wirtschaftlich um den FC St.Gallen?

Hier sieht die Angelegenheit nicht annähernd so schlecht aus wie an der Generalversammlung vor einem Jahr, als der Club das Geschäftsjahr 2016/17 vor Auflösung von stillen Reserven mit einem Verlust von 2,6 Millionen abschliessen musste und im ­Future Champs Ostschweiz von einem Selbstbedienungsladen die Rede war. Für das aktuelle Geschäftsjahr soll gar ein Gewinn von über 110 000 Franken verkündet werden dank Transfers, Auflösung stiller Reserven und erhaltener Gelder von Uefa, Swiss Football League und Fernsehen. Auch die Altlasten sind grösstenteils beseitigt worden, wobei zum Beispiel die Position eines Marco Otero (ehemals technischer Leiter von Future Champs Ostschweiz), den man auszahlte, bevor er beim FC Sion unterschrieb, erst in der nächsten Rechnung erscheint. Ein möglicher Anlass zu Diskussionen könnte der derzeit angestrebte Verkauf der Akademie-Immobilie sein, die man öffentlich ausgeschrieben hat. Wobei die Publikumsaktionäre lediglich die Stimme ergreifen können.

4. Können gar keine Entscheide vom Publikum gefällt werden?

Die Generalversammlung der FC St.Gallen AG dient im Prinzip für ein Stimmungsbild, de facto haben die Publikumsaktionäre, die 40,52 Prozent der Aktien halten, keine Handlungsgewalt; die Event AG des FC St.Gallen hält 49,6 Prozent, den Rest mit 9,88 Prozent die Priora Gruppe. So ­gesehen ist die FC St.Gallen AG eine Art Tochtergesellschaft der Event AG, beiden Gesellschaften steht derselbe fünfköpfige Verwaltungsrat strategisch vor. Relativ neu ist, dass die Verwaltungsräte jährlich für die FC St.Gallen AG und damit auch an diesem Abend im Amt bestätigt werden müssen – früher war das alle zwei Jahre der Fall.

5. Gibt es neue Erkenntnisse aus früherer Zeit, in der im Club die Dinge aus dem Ruder liefen und der Fan mit dem «Kulturgut» litt?

Im Prinzip ist alles gesagt und vorbei. Diese Zeitung hat aber Kenntnis eines Kommunikationskonzeptes mit dem Namen «Quo vadis», aus dem hervorgeht, dass die Führung um Hernandez darum bemüht war, eine Art Sportchef zu installieren, der über den Trainer wacht (gefunden wurde diese Person jedoch nie). Das Konzept und zahlreiche andere Schreiben hatte für viel Geld der externe Kommunikationsberater Stefan Hugentobler aufgesetzt, der pikanterweise, zumindest ­damals, ebenfalls ein Mandat bei der Kantonalbank (Sponsor FC  St.Gallen) hatte. Überdies existierte parallel zu besagtem Konzept ein Papier mit der ­Umsetzungsstrategie zu «Quo vadis», unter dem die Namen Stefan Hernandez, Sascha Roth und Thomas Stadelmann stehen; Hugentobler hatte es mitausgearbeitet. Dieses Papier sollte mit Starttermin 15. August 2017 und den folgenden Wochen die Neuausrichtung des FC St.Gallen und der Event AG hervorbringen. Einerseits ging es dabei um den sportlichen Erfolg der ersten Mannschaft, andererseits aber vor allem um dies: Es war ein Schlachtplan, eine Exit-Strategie inklusive Zeithorizont, mit welcher man sich der damals ungeliebten, weil nicht kooperierenden Verwaltungsräte Michael Hüppi, Pascal Kesseli (zusätzlich CEO Event AG) und allenfalls Martin Schönenberger entledigen wollte.

6. Wie sah der Schlachtplan aus?

Bei Schönenberger war man sich der Umsetzung gemäss Papier nicht sicher, weil man sich dessen Rolle als «Integrationsfigur» und Präsident der Gönnervereinigung Dienstag-Club bewusst war. Aber Hernandez schrieb Schönenberger auch «Windfahnenqualitäten» zu und meinte damit, man könnte ihn vielleicht für sich gewinnen. Bei Kesseli hiess es, er habe die Nichternennung zum Präsidenten nie verdaut und dürfte die Führung mit einer eigenwilligen Aktion unter Zugzwang bringen. Und über ­Michael Hüppi sagte Hernandez, der offenbar in regem Austausch mit Ex-Präsident Dölf Früh stand: «Er wird ruhig halten wie immer.» Am 4. September wurde Kesseli gegangen, daraufhin trat Michael Hüppi zurück, hielt aber nicht still. Und brachte mit einem Interview alles ins Rollen.

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