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Spielanalyse: Die St.Galler Punkte zerrinnen in der YB-Viertelstunde

Bei den Young Boys gibt es für den FC St.Gallen weiter nichts zu holen. Trotz starker Leistung und zweimaliger Führung verliert er mit 2:3. Das Spiel macht aus Ostschweizer Sicht dennoch Mut.
Ralf Streule, Bern

«Wer mich kennt, weiss, dass ich während jedem Spiel einmal meine Jacke auf den Boden schmeisse», sagte Peter Zeidler eine halbe Stunde nach dem Spiel, als die Emotionen der Schlussphase wieder etwas abgeklungen waren. Der St. Galler Trainer meinte es mit einem Augenzwinkern und verwies damit auf die Schlüsselszene zehn Minuten vor Schluss, als die Ostschweizer auf die Verliererstrasse gerieten.

2:1 führten sie in jenen Minuten, der Druck der Berner nahm stetig zu. Silvan Hefti stoppte eine scharfe Hereingabe unfreiwillig mit dem ausgestreckten Arm, stand dabei auf der Sechzehner-Linie – Penalty. Ein vertretbarer Entscheid, fand Zeidler zwar, dennoch sprach er von einer «kuriosen» Handsregel. Bevor Guillaume Hoarau den fälligen Penalty trat, landete Zeidlers Jacke auf dem Boden, er selbst auf der Tribüne, der Ball im Tor. Das 2:3 folgte in der 90. Minute. Hoarau traf nach einer Flanke. Womit die Young Boys einmal mehr ihre Stärke in der «YB-Viertelstunde» bewiesen.

Starke, neu formierte Innenverteidigung

Die Ostschweizer hätten einen Stimmungsaufheller gebrauchen können, nach eher tristen Wochen mit zwei Niederlagen in Folge und dem «Fall Ben Khalifa» im Nacken. Und vor allem: Nach 14 Jahren Erfolglosigkeit in Bern, mit nur sechs Punkten aus 26 Spielen bei den Young Boys. Zum Schluss aber zeigte sich definitiv, dass die «stärkste Mannschaft der Schweiz» am Werk ist, wie Zeidler später sagte.

Der schnelle St. Galler Axel Bakayoko (vorne) stellte die Berner Abwehr um Kevin Mbabu (links) vor einige Probleme. (Bild: Claudio de Capitani/Freshfocus)

Der schnelle St. Galler Axel Bakayoko (vorne) stellte die Berner Abwehr um Kevin Mbabu (links) vor einige Probleme. (Bild: Claudio de Capitani/Freshfocus)

Trotz Niederlage können die St.Galler viel Positives aus der Partie ziehen. Sie traten von Beginn weg lustvoll und mutig auf, liessen so den Auftritt gegen Lugano vergessen. Und sie spielten aus einer lange Zeit stabilen Abwehr heraus. Was mit Blick auf die Änderungen in Zeidlers Team eine gute Nachricht ist. In der Inneverteidigung spielten zwei, die seit Monaten ohne Einsatz in der Super League gewesen waren. Leonel Mosevich und Milan Vilotic zeigten in der körperbetonten Partie eine starke Rückkehr. Und auch wenn am Ende Vilotics Gegenspieler Hoarau dreimal treffen sollte: In den meisten Phasen der Partie war der Routinier ein sicherer Wert. Mit den schnellen Axel Bakayoko und Majeed Ashimeru konnten die St. Galler ihr Umschaltspiel aufziehen, und einmal mehr zeigte sich: Diese Art von Spiel funktioniert besonders gegen spielstarke Teams.

Wegweisendes Spiel gegen GC am Mittwoch

So hielt St.Gallen die erste Halbzeit ausgeglichen, Bakayoko konnte nach einer unübersichtlichen Situation im Berner Strafraum aus 20 Metern das 1:0 erzielen. Die Berner blieben lange ohne grosse Torchance – bis sie zeigten, zu was sie fähig sind. Mit einer Ballstafette, die eher nach Training denn nach Super-League-Spiel aussah, kamen sie noch vor der Pause zum Ausgleich.

In der zweiten Halbzeit legten die Berner physisch weiter zu, nur selten konnten sich die St. Galler aus der Umklammerung lösen. Gelang dies einmal, waren aber auch sie gefährlich. Ein starkes Steilzuspiel von Yannis Tafer auf Ashimeru führte zum 2:1 – die Berner Party wurde kurzzeitig etwas leiser. Bis der YB-Sturmlauf begann, dem auch die Eingewechselten Musah Nuhu und Slimen Kchouk nichts entgegenzusetzen hatten.

Die verlorenen Punkte tun weh. Der FC St.Gallen findet sich inzwischen auf Platz sieben wieder – nur noch sechs Punkte vor dem Barrageplatz. Der Druck vor dem Heimspiel vom Mittwoch gegen die Grashoppers steigt. Mut macht vor allem eines: der gestrige Auftritt.

Tore, Emotionen, Stimmen:

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