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FECHTEN: Heinzer: «Ich habe noch Asse im Ärmel»

Max Heinzer steht vor der wichtigsten Phase seiner Karriere. In Rio will er den Traum von einer Olympia-Medaille verwirklichen. Eine Standortbestimmung.
Sven Aregger
Archivbild: Fechter Max Heinzer am Dienstag, 20. Oktober 2015 in der Saalsporthalle Zürich. (Bild: Philipp Schmidli (PHILIPP SCHMIDLI | Fotografie))

Archivbild: Fechter Max Heinzer am Dienstag, 20. Oktober 2015 in der Saalsporthalle Zürich. (Bild: Philipp Schmidli (PHILIPP SCHMIDLI | Fotografie))

Max Heinzer sitzt im Restaurant des Sportparks in Dierikon. Hier trifft er sich gleich mit einem Sparringpartner zu einer Partie Badminton. Für den Immenseer ist es eine willkommene Abwechslung zum Fechten. Und etwas Ablenkung kann nicht schaden. Denn der achtfache Weltcup-Sieger im Einzel steht vor der wichtigsten Phase seiner Karriere. Ganz im Fokus: die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August). Bevor Heinzer zum Badminton-Schläger greift, spricht er übers Fechten – und sagt, wie er sich auf Olympia vorbereitet.

Form

«Ich fühle mich fit. Zwar bin ich mit den Resultaten in dieser Saison, dreimal Top Ten in sieben Turnieren, nicht zufrieden. Aber es gibt dafür eine Erklärung: Im Hinblick auf Olympia trainiere ich intensiver als sonst, ich baue die Substanz kontinuierlich auf, damit ich im August meine Topleistung abrufen kann. Deshalb gönnte ich mir vor den Weltcup-Turnieren nicht die üblichen Erholungsphasen. Ausserdem hatte ich kein Losglück. Dreimal traf ich auf Schweizer Gegner. Und die kennen meinen Fechtstil aus den gemeinsamen Trainings ganz genau. So konnte ich meine Stärke, die unberechenbaren Angriffe, kaum ausspielen. Doch davon lasse ich mich nicht verrückt machen.»

Druck

«Die Erwartungshaltung ist gross, auch meine eigene. An Olympia lasse ich mich messen. Der Druck nimmt etwas ab, weil ich derzeit nicht zu den Top 3 der Welt gehöre. Das kommt mir entgegen, ich bin lieber der Jäger als der Gejagte. Wenn ich mein Können abrufe, kann ich jeden schlagen. Und ich habe noch Asse im Ärmel. Aber es gibt Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann, beispielsweise die Auslosung der Gegner. Von den 32 Fechtern im Einzel können 20 Olympiasieger werden, die Dichte ist enorm. Mit dem Team sind die Medaillenchancen grösser, weil nur neun Mannschaften teilnehmen. Zweifellos wäre eine Abreise ohne Medaille eine Enttäuschung. Aber Niederlagen und Erfolge liegen im Fechten nahe beisammen. Eine gute EM im Juni in Polen würde zusätzliches Selbstvertrauen für Rio geben.»

Planung

«Jedes Detail ist wichtig. Die Marketingtermine habe ich vorübergehend reduziert, damit ich mich noch mehr auf den Sport konzentrieren kann. Neu unterstützt mich ein Ernährungsberater. Weil ich 2012 in London schlechte Erfahrungen mit dem Essen im olympischen Dorf machte, will ich in Rio selber kochen. Wir werden eine Woche vor dem Start anreisen, um uns optimal auf die Zeitverschiebung einzustellen. In dieser Woche werde ich mich viel erholen und nur noch Schnellkraft trainieren. Hinzu kommen Videoanalysen und Taktikbesprechungen. Schon jetzt visualisiere ich Wettkampfszenarien im Kopf. Dabei merke ich, wie der Puls steigt und es im Körper kribbelt. An den Wettkampftagen werde ich, wie an jedem Turnier, Müesli, Banane und dunkles Brot zum Frühstück essen. Wie immer werde ich auch die gleiche Unterhose und das gleiche T-Shirt tragen. Diese Routine gibt mir Sicherheit.»

Rio de Janeiro

«Ich nahm 2015 und dieses Jahr am Grand Prix in Rio teil. Hauptziel war es, die lockere Lebensweise der Brasilianer aufzusaugen und eine Verbindung zum Land herzustellen. Ich fühle mich wohl dort, auch wenn noch nicht alles nach Wunsch läuft. Beim Grand Prix im April war die offizielle Trainingshalle noch im Bau. In der Aufwärmhalle herrschten gefühlte 40 Grad. Und die Verkehrslage erfordert ein gutes Zeitmanagement. Normalerweise will ich nichts dem Zufall überlassen. Aber ich weiss, dass ich in Rio auch flexibel sein muss.»

Hinweis

Max Heinzer (28) war 2013 elf Wochen die Nummer 1 der Weltrangliste. Er hat bisher acht Weltcup-Siege im Einzel und sechs im Team geholt. Zudem ist er dreifacher Team-Europameister sowie Einzelgewinner von EM-Bronze und EM-Silber. An den Olympischen Spielen 2012 in London scheiterte er in der zweiten Runde am späteren Sieger Ruben Limardo aus Venezuela. Aktuell ist Heinzer die Nummer 11 der Welt.

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