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FECHTEN: Heinzer will die zweite Medaille

Max Heinzer (27) erzählt im Interview, wie er den Silbermedaillengewinn an der Heim-EM erlebt und gefeiert hat. Und warum der Teamwettkampf am Mittwoch eine grosse Herausforderung wird.
Der Immenseer Max Heinzer zeigt in Montreux seine EM-Silbermedaille, die er sich im Degen-Einzel holte. (Bild Valeriano Di Domenico)

Der Immenseer Max Heinzer zeigt in Montreux seine EM-Silbermedaille, die er sich im Degen-Einzel holte. (Bild Valeriano Di Domenico)

Interview Stefan Klinger

Max Heinzer, haben Sie Ihren Silbermedaillengewinn mit einem ausgiebigen Festmahl oder ein paar Drinks im Ausgang gefeiert?

Max Heinzer: Weder noch. Ich hatte schlichtweg keine Energie mehr. Ausserdem wurde es ja auch so spät genug. Ich musste nach dem Wettkampf zur Dopingkontrolle und hatte noch eine einstündige Massage. Nach den Turnieren bin ich allerdings ohnehin fast nie im Essensmodus. Als wir am Sonntagabend mit dem Team essen waren, habe ich mir eine normale Portion Fisch mit Pasta bestellt aber nur die Hälfte geschafft.

Weil Sie zu erschöpft waren, um richtig essen zu können?

Heinzer: Das war tatsächlich so. Ich bin fast am Tisch eingeschlafen. Doch obwohl ich so müde war, konnte ich dann lange nicht einschlafen, als ich im Hotel war. Der Wettkampf hat vom ersten Gefecht bis zum Ende des Finals zehn Stunden gedauert. Ich hatte insgesamt zwölf Gefechte, bei denen du dich jedes Mal neu fokussieren und alles geben musst. Das ist physisch und psychisch enorm anstrengend, da geht dir dann am Abend so viel durch den Kopf.

Max Heinzer freut sich über die Silbermedaille. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Max Heinzer freut sich über die Silbermedaille. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Gauthier Grumier gewinnt Gold. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Gauthier Grumier gewinnt Gold. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Selfie der Sieger: Gauthier Grumier mit Silbermedaillengewinner Max Heinzer, links, dem Russen Pavel Sukhov und Gabor Boczko (ganz rechts). (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Selfie der Sieger: Gauthier Grumier mit Silbermedaillengewinner Max Heinzer, links, dem Russen Pavel Sukhov und Gabor Boczko (ganz rechts). (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Im Achtelfinal: Max Heinzer, rechts, gegen Maksym Khvorost. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Im Achtelfinal: Max Heinzer, rechts, gegen Maksym Khvorost. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Max Heinzer, rechts, gegen Gabor Boczko, im Halbfinal. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Max Heinzer, rechts, gegen Gabor Boczko, im Halbfinal. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Max Heinzer, links, als er sich vom Franzosen Gauthier Grumier geschlagen geben musste. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Max Heinzer, links, als er sich vom Franzosen Gauthier Grumier geschlagen geben musste. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Gauthier Grumier gewinnt Gold. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Gauthier Grumier gewinnt Gold. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Max Heinzer, rechts, im kampf mit Gauthier Grumier. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Max Heinzer, rechts, im kampf mit Gauthier Grumier. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Max Heinzer, rechts, im kampf mit Gauthier Grumier. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Max Heinzer, rechts, im kampf mit Gauthier Grumier. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Max Heinzer liegt während des Achtelfinals am Boden. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Max Heinzer liegt während des Achtelfinals am Boden. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Auf dem Weg zur Silbermedaille: Max Heinzer, rechts, im Duell mit Maksym Khvorost aus der Ukraine. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Auf dem Weg zur Silbermedaille: Max Heinzer, rechts, im Duell mit Maksym Khvorost aus der Ukraine. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Auf dem Weg zur Silbermedaille: Max Heinzer, rechts, im Duell mit dem Holländer Bas Verwijlen im Sechzehntelfinal. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Auf dem Weg zur Silbermedaille: Max Heinzer, rechts, im Duell mit dem Holländer Bas Verwijlen im Sechzehntelfinal. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
Max Heinzer, links, im Kampf mit Grigori Beskin aus Israel. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)Max Heinzer, links, im Kampf mit Grigori Beskin aus Israel. (Bild: Keystone / Valentin Flauraud)
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Silber für Max Heinzer

Auch Gedanken, was Sie im Final anders hätten machen sollen?

Heinzer: Nein, diesmal nicht. Ich habe mich hinterher überhaupt nicht über den Final geärgert und empfinde die EM als überaus positiv. Anders als zum Beispiel an der EM 2014 hatte ich diesmal in der K.-o.-Runde in jedem einzelnen Gefecht einen wirklich starken Gegner. Daher ist meine Leistung an dieser EM noch stärker einzustufen als die an den vergangenen Titelkämpfen (Heinzer holte in den letzten vier Jahren dreimal EM-Bronze, Anm. d. Red.). Wenn ich sehe, welche Gegner ich geschlagen habe, macht das die Medaille unabhängig vom Aussehen umso wertvoller. Vielleicht nervt es mich in einer Woche, dass ich nicht Europameister geworden bin, aber jetzt bin ich glücklich.

Zumal Sie dadurch in der nächsten Ausgabe der Weltrangliste, in der Sie vor der EM auf Rang vier lagen, noch weiter vorne stehen werden.

Heinzer: Ich werde nun Zweiter oder Dritter sein und habe meinen Platz in den Top 16 gefestigt. Das ist enorm wichtig, weil ich dadurch an den Weltcup-Turnieren gesetzt bin und nicht in die Vorrunde muss. Ich bin nun seit fünfeinhalb Jahren ununterbrochen in den Top 16 und hatte mir als Ziel gesetzt, in dieser Saison meine Punkte zu verteidigen, um dort oben zu bleiben. Dass ich nun sogar noch welche dazugewinne, macht es umso schöner.

Erst recht, weil Sie nun mit einem guten Resultat an der WM Mitte Juli in Moskau auch wieder Weltranglisten-Erster werden können.

Heinzer: Das wäre natürlich noch schöner. Aber bis zur WM ist es noch eine Weile hin. Nun geniesse ich noch ein bisschen die Silbermedaille, ab Dienstagnachmittag konzentriere ich mich dann voll und ganz auf den Teamwettkampf am Mittwoch.

In dem Sie mit dem Schweizer Team an den letzten drei Europameisterschaften immer den Titel gewonnen haben. Also kann es für Mittwoch ja eigentlich nur ein Ziel geben: Gold.

Heinzer: Unser Ziel lautet ganz klar Medaillengewinn. Aber ich muss auch sagen: Es war schon mal einfacher, Europameister zu werden, als es das am Mittwoch sein wird. Die Franzosen sind zurzeit extrem stark. In dieser Saison haben sechs verschiedene Franzosen einen Weltcup gewonnen. Und alle vier Franzosen, die hier im Einzel gestartet sind, haben die Top 8 erreicht. Die Franzosen sind zurzeit so stark, dass der amtierende Weltmeister Ulrich Robeiri am Sonntag im Einzel nicht starten durfte, weil er in dieser Saison «nur» einmal auf dem Podest stand.

Hört sich an, als ob Rang zwei für Sie ein realistischeres Ziel ist.

Heinzer: Wenn jemand Frankreich besiegen kann, dann sind wir es. Meine Teamkollegen sind heiss auf den Wettkampf, weil sie nicht mit zwei Pleiten abreisen wollen. Und im Training ist es ja auch nicht so, dass ich alle meine Teamkollegen immer bezwinge. Bei uns schlägt jeder jeden. Wir sind also alle auf einem Topniveau. Wenn wir das am Mittwoch abrufen können, kommt es gut. Aber das müssen wir auch, um eine Chance zu haben. Denn insgesamt gibt es acht Teams, die um drei Medaillen kämpfen da haben wir also schon ab dem Achtelfinal richtig starke Gegner.

Noch einmal zurück zur Silbermedaille im Einzel. Was war für Sie im Nachgang die schönste Erfahrung?

Heinzer: Es gab viele schöne Dinge rund um diesen Erfolg, und dass die EM in der Schweiz ist und meine Familie sowie viele Freunde live dabei waren, hat alles umso emotionaler gemacht. Was mich aber speziell beeindruckt hat: Obwohl am Sonntag so viel los war im Schweizer Sport, habe ich in der Öffentlichkeit und bei den Medien eine grosse Aufmerksamkeit gehabt. Das ist eine umso schönere Wertschätzung meines Erfolges.

Hinweis

SRF 2 überträgt den Teamwettbewerb morgen Mittwoch ab 17.45 Uhr live.

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