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FECHTEN: Max Heinzer setzt neue Reizpunkte

Die enttäuschenden Olympischen Spiele hat er abgehakt. Der Immenseer Max Heinzer (29) verfolgt auch in der neuen Saison hohe Ziele. Als Schweizer Teamleader wird er noch stärker gefragt sein.
Sven Aregger
En garde: Max Heinzer in der Garderobe seines Trainingsstandorts in Zürich.

En garde: Max Heinzer in der Garderobe seines Trainingsstandorts in Zürich.

Vor dem Saisonstart hat sich Max Heinzer ein paar Ferientage gegönnt. Der leidenschaftliche Fischer weilte mit Freunden in Tansania. Im Indischen Ozean zog er beachtliche Fische ins Boot. Seinen Fang postete er stolz in den sozialen Medien. «Es war anstrengend, hat aber grossen Spass gemacht», sagt der Immenseer Degenfechter. Die Tage auf Hochsee waren auch eine gute Gelegenheit, nach der verpassten Olympia-Medaille in Rio de Janeiro auf andere Gedanken zu kommen. Heinzer versichert: «Ich habe die Enttäuschung verarbeitet. Dank meiner Erfahrung kann ich mittlerweile gelassener mit Niederlagen umgehen, auch weil ich weiss, dass ich schon viel erreicht habe.»

Statt also dem geplatzten Traum von der olympischen Medaille nachzutrauern, setzt er sich neue Ziele. Heinzer will nun den Blick nach vorne richten – auf die neue Weltcup-Saison, die für ihn morgen Samstag mit dem Grand Prix in Bern beginnt. Er sagt: «Ich denke positiv und bin nach wie vor voll motiviert.»

Fans können Kämpfe live mitverfolgen

Klar ist: Nach dem Grossanlass in Rio braucht der Weltranglisten-Zehnte neue Reizpunkte. Ein Ansporn sind drei Neuerungen, die für den 29-Jährigen in dieser Saison anstehen:

Nationalteam: Heinzers langjährige Weggefährten Fabian Kauter und Benjamin Steffen werden – zumindest vorläufig – keine Teamwettkämpfe mehr bestreiten. Neu in die Mannschaft rücken die Talente Michele Niggeler (24, Tessin, Nummer 35 der Welt) und Georg Kuhn (24, Zürich, 59). Damit wird Heinzer mehr denn je als Teamleader gefragt sein. Er freut sich auf diese Herausforderung. «Ich fülle diese Rolle gern aus. Nach Olympia ist jetzt der richtige Moment, neue Leute aufzubauen.» Ergänzt wird die Mannschaft durch den bisherigen Ersatzmann Peer Borsky (25, Zürich, 84). Die Schweizer Fechter sind die Nummer 6 der Welt. In erster Linie geht es darum, diese Position möglichst zu halten. «Es wird sicher schwierig, aber wir wollen auch in Zukunft wieder Turniere gewinnen», betont Heinzer.

Trainer: Ab 1. Januar 2017 wird Didier Ollagnon die Arbeit als Schweizer Nationaltrainer aufnehmen. Heinzer hat gute Erinnerungen an den 53-jährigen Franzosen. Ollagnon, der zuletzt das deutsche Nationalteam trainierte, war zwischen 2002 und 2007 im Schweizer Nachwuchs tätig. Damals führte er Heinzer zur Nummer 1 der Junioren-Weltrangliste. Der Schwyzer erhofft sich neue Inputs. «Da Ollagnon perfekt Deutsch spricht, kann ich mit ihm jedes Detail besprechen.» In den letzten Wochen hat sich Heinzer mit dem Trainer ausgetauscht. «Er schenkt mir Vertrauen. Das motiviert mich, Vollgas zu geben.» Derzeit trainiert Heinzer in Zürich noch mit dem Italiener Gianni Muzio, der Ende Jahr zurücktreten wird.

Liveübertragung: Durch die Fechtwettkämpfe in Rio, die live im TV zu sehen waren, bekam Heinzer viele positive Rückmeldungen. Er hat sich deshalb entschlossen, einen Kameramann zu den Weltcup-Turnieren mitzunehmen. Dieser filmt sämtliche Duelle des Immenseers und die jeweiligen Finals. Die Wettkämpfe können über Heinzers Facebook-Seite live mitverfolgt werden. «Fechten ist eine komplexe Sportart, die mit hohem Aufwand verbunden ist. Ich finde, sie hat diese Aufmerksamkeit verdient», begründet Heinzer.

Weltcup in Bern ist erste Standortbestimmung

Max Heinzers Ansprüche sind auch in der neuen Saison hoch. Der achtfache Weltcup-Sieger möchte ein weiteres Turnier auf höchster Stufe gewinnen. Zudem fehlt ihm noch eine goldene Medaille an Einzel-Titelkämpfen. An der EM im Juni in Georgien und der WM im Juli in Deutschland will er versuchen, das zu ändern. Heinzer, der unter anderem an Europameisterschaften bereits zweimal Silber und dreimal Bronze im Einzel geholt hat, sagt selbstbewusst: «Ich muss mir hohe Ziele setzen. Mit meinem Palmarès wäre es falsch, die Erwartungen tief zu halten.»

Der Weltcup in Bern ist eine erste Standortbestimmung. Dieses Turnier hat Heinzer dreimal gewonnen. Vier Siege hat noch niemand geschafft. Das dürfte für Heinzer Ansporn genug sein.

Grand Prix Bern. Heute. 9.00: Qualifikation

Samstag, 9.00: Einzelwettkämpfe mit Direktausscheidung von 64 auf 4 Fechter. – 17.00: Finalgefechte. – Sonntag, 8.00: Teamwettkämpfe mit Direktausscheidung von 32 auf 16 Mannschaften. – 9.30: Achtelfinals. – 14.00: Finalgefechte.

Sven Aregger

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