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Roger Federer braucht jetzt noch drei Siege zum 100. Titel

Der als Nummer 2 gesetzte Roger Federer gewinnt in Dubai den Achtelfinal gegen den Spanier Fernando Verdasco 6:3, 3:6, 6:3.
Jürg Allmeroth, Dubai
Roger Federer musste in Dubai auch im Achtelfinal gegen Fernando Verdasco über drei Sätze gehen (Bild: Ali Haider / Keystone)

Roger Federer musste in Dubai auch im Achtelfinal gegen Fernando Verdasco über drei Sätze gehen (Bild: Ali Haider / Keystone)

Man konnte die berühmte Stecknadel auf den Boden fallen hören, im dritten Spiel des dritten Satzes. In jenem Moment, als Fernando Verdasco auf dem ausverkauften Centre Court einen womöglich vorentscheidenden Breakball gegen Roger Federer hatte, beim Stand von 1:1 und 30:40. Beklemmend still war es in der Zeltdach-Arena von Dubai, die 5499 Federer-Fans unter den 5500 Zuschauern waren komplett verstummt. Doch dann erlöste der Maestro sich und seine bangenden Parteigänger mit einem krachenden Ass, ein kollektiver Aufschrei der Erlösung ging durchs Stadion.

Etwa zwanzig Minuten später nahm er Verdasco das Service zum 5:3 ab – und schliesslich hatte er keine Mühe mehr, den Achtelfinalmatch zum 6:3, 3:6, 6:3- Gesamtsieg über die Ziellinie zu bringen. «Es war ein bisschen kurios. Ich spielte zwar nicht immer mein bestes Tennis. Aber ich hatte irgendwie nie das Gefühl, dass es schiefgehen könnte», sagte Federer später. Es ist ein alter Lehrsatz der Branche: Gerade Siege an durchwachsenen Tagen geben potenziell Rückenwind, sie stehen für eine gefestigte Mentalität, auch für Widerstandskraft in bedrängter Lage.

Er habe in diesem Jahr fast immer bessere Partien geboten, aber selten so effektiv und abgeklärt agiert wie in den Duellen mit Verdasco und zuvor in der ersten Runde gegen Philipp Kohlschreiber, sagte Federer: «Mein Konzentrationslevel war verdammt hoch. Und das musste er auch stets sein in diesen Spielen über zwei Gewinnsätze. Da geht es am Ende nur um einen entscheidenden Punkt, eine schwache oder eine gute Minute.» Federer trifft nun in der Runde der letzten acht auf einen guten Bekannten, auf den 27-jährigen Ungarn Marton Fucsovics. «Ich habe noch einmal das Risiko erhöht» Den Spätzünder auf der Tour, der sich zuletzt kontinuierlich in der Hackordnung verbesserte und aktuell auf Platz 35 notiert wird, hatte Federer schon einmal zu einem Sommer-Trainingscamp in die Schweiz eingeladen. «Ich habe mich gefreut, dass er diese Entwicklung genommen hat», sagte Federer. Federer hatte gegen Verdasco im siebten Karrierevergleich zunächst leichtes Spiel, weniger weil er aussergewöhnlich gut startete. Sondern weil der 35-jährige Spanier keinen Rhythmus fand und Fehler um Fehler aneinanderreihte. Nach 13 Minuten führte Federer 4:1, nach 27 Minuten war der erste Satz dann auch schon vorbei. Aber danach übernahm der Linkshänder erstaunlicherweise selbst die Regie. Nach gut einer Stunde glich Verdasco aus, das Zittern der Federer-Fans begann. «Ich habe dann wirklich noch einmal das Risiko erhöht. Ich bin aus dem Alter raus, wo man auf Sicherheit spielt, wenn es ernst wird», scherzte der Schweizer später. Doch der Weg zum 100. Karrieretitel ist immer noch sehr weit für Federer, der an diesem Abend erst mal seinen 50. Sieg in Dubai im 56. Match feierte: «100 Titel werde ich wohl noch schaffen, aber 100 Siege hier in Dubai sicher nicht mehr.» Für seinen 100. Turniertitel braucht er in Dubai noch drei Siege.

Das Interview von Roger Federer nach dem Match in Englisch:

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