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Weshalb Roger Federer bei den French Open ein Sicherheitsrisiko ist

Roger Federer steht ohne Satzverlust in den Achtelfinals der French Open. Doch der Rummel um den Baselbieter bringt die Organisatoren von Roland Garros an ihre Grenzen.
Simon Häring, Paris
Der normale Wahnsinn: Wenn sich Federer bewegt, ist das mit ganz viel Hektik verbunden. (Bild: Yoan Valat/Keystone (Paris, 29. Mai 2019))

Der normale Wahnsinn: Wenn sich Federer bewegt, ist das mit ganz viel Hektik verbunden. (Bild: Yoan Valat/Keystone (Paris, 29. Mai 2019))

Vier Jahre spielte Roger Federer nicht mehr in Paris. Und manch einer hatte schon befürchtet, der Baselbieter würde nie mehr in Roland Garros antreten. Im August feiert er seinen 38. Geburtstag, und es ist keine gewagte Prognose, zu behaupten, dass er nicht mehr so oft hier anzutreffen sein wird. Vielleicht ist es gar ein Abschied für immer. Umso grösser ist der Rummel um den 20-fachen Grand-Slam-Sieger in diesem Jahr.

«Den Puls und die Euphorie der Leute zu spüren, ist schon sehr schön», sagt Federer. «Sie geben mir zusätzliche Energie und sorgen dafür, dass ich den Sieg noch mehr will. Ich werde alles auf dem Platz lassen», sagt Federer. Diese Hysterie und Euphorie, die zuweilen in masslose Überhöhung mündet, ist ein globales Phänomen. Doch in Roland Garros nimmt der Trubel fast schon groteske Dimensionen an. Die französische Sportzeitung «L’Equipe» titelte vor dem Turnier «Verliebt in Roland», mit seitenfüllendem Bild Roger Federers.

Bis zu zehn Bodyguards

Auch die Organisatoren freuen sich über die Rückkehr Federers, die selbst den elffachen Sieger Rafael Nadal und die Weltnummer 1, Novak Djokovic, in den Schatten stellt. Doch sie sehen sich auch anderen Herausforderungen ausgesetzt. Die Anlage im Westen von Paris ist eng, veraltet und trotz der massiven Investitionen der letzten Jahre noch immer chronisch überfüllt. Nicht immer scheint die Sicherheit der Besucher sichergestellt. Am Mittwoch zog Stan Wawrinka, 34, einen kleinen Jungen aus dem Publikum, damit dieser nicht von den Massen erdrückt wurde.

Ähnliches spielt sich jeweils ab, wenn Roger Federer sich auf dem Areal am Bois de Boulogne bewegt. Zwar ist der Court Philippe Chatrier, in dessen Bauch Garderoben, Spielerlounge und Restaurant untergebracht sind, neu durch einen Tunnel mit dem Court Suzanne Lenglen verbunden. Doch wegen der laufenden Umbauarbeiten befindet sich das Medienzentrum derzeit dort, wo bisher das Museum untergebracht war. Um dorthin zu gelangen, müssen die Spieler rund 50 Meter über das öffentliche Gelände. Ein Spiessrutenlauf. «Die Leute wissen das mittlerweile. Es spricht sich schnell herum», sagt Federer. Ein ähnlich hektisches Bild bietet sich, wenn Federer sich auf der Anlage einspielt oder trainiert. Bis zu zehn Sicherheitskräfte schirmen ihn ab.

Der Platzsturm im Final 2009

Federer geniesst die Nähe zwar, macht sich aber Sorgen um die Sicherheit der Anhänger. «Für Turnier und Security ist es ein grosser Stress, mich durchzuschleusen. Es soll immer sicher sein. Nicht, dass die Kleinen von einem 120-Kilo-Typen erdrückt werden. Das will niemand sehen», mahnt Federer. Nach seinem Sieg in der zweiten Runde bat ihn der Organisator, die Anlage durch einen Seiteneingang zu verlassen, «damit nichts passiert und niemand verletzt wird», wie Federer sagt. Es ist nicht das erste Mal, dass es in Paris Diskussionen um die Sicherheit gibt. Als Federer vor vier Jahren letztmals hier spielte, war ein Anhänger nach dem Spiel ungehindert auf den Platz gelaufen und hatte ihn um ein Selfie gebeten. Der verdutzte Federer kam der Bitte zwar nach, verlieh danach aber seinem Unmut Luft, als er sagte: «Das gefällt mir gar nicht. Wir Spieler müssen uns sicher fühlen.» Tags zuvor im Training hatten es mehrere Kinder zu ihm auf den Platz geschafft. «Es ist zu einfach, auf den Platz zu springen. Die Sicherheitsleute können nicht nur in Anzug und Krawatte da rumstehen.»

Wie gut Federer mit den Umständen in Paris umzugehen weiss, bewies er vor zehn Jahren. Damals war zu Beginn des zweiten Satzes der Flitzer Jimmy Jump auf das Feld gestürmt und hatte versucht, Federer eine Baskenmütze aufzusetzen. «Ich hatte Angst um meine Sicherheit. Es war nicht wirklich schön, ich war danach auch etwas nervös», sagte Federer damals. Gleichwohl stemmte er am Ende erstmals die Coupe des Mousquetaires in die Höhe.

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