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Kommentar

Fehler liegt bei Özil

Mesut Özil tritt aus der deutschen Nationalmannschaft zurück. Der 29-Jährige zog die Konsequenzen aus der öffentlichen Kritik und den Attacken wegen seiner Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan.
Stefan Schmid
Stefan Schmid (Bild: Benjamin Manser)

Stefan Schmid (Bild: Benjamin Manser)

Was für ein Paukenschlag: Der türkischstämmige deutsche Nationalspieler Mesut Özil will nicht mehr für Deutschland spielen. Der Arsenal-Profi und Weltmeister von 2014 begründet seinen Entscheid mit Rassismus, dem er sich ausgesetzt sehe. Sein Rücktritt ist eine Reaktion auf die massive Kritik an einem gemeinsamen Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan, für welches sich Özil im Vorfeld der WM in Russland zur Verfügung gestellt hatte.

Der Superstar geisselt in erster Linie Verbandspräsident Reinhard Grindel, dem er Unfähigkeit unterstellt. Doch der sehr gekränkte Özil schiesst auch Giftpfeile gegen Medien und Sponsoren ab. Er stellt darüber hinaus die Frage, ob Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland überhaupt akzeptiert werden.

So nachvollziehbar Özils Kritik im Einzelnen sein mag: Der Fehler liegt letztlich bei ihm selber. Im Unterschied zu anderen türkischen Fussballern, die sich geweigert hatten, zusammen mit dem umstrittenen türkischen Staatschef öffentlich zu posieren, liess sich Özil gerne einspannen. Dies legt auch seine jetzige Stellung­nahme nahe, in welcher es Özil unterlässt, sich auch nur mit einem Wort von Erdogan zu distanzieren. Mit Verlaub, das ist und bleibt ungeschickt.

Erdogan ist nicht irgendein Sympathieträger, mit dem man samstags Kaffee trinken geht. Der türkische Präsident baut sein Land in einen autoritären Staat um und lässt Tausende Kritiker ohne Gerichtsverfahren einsperren. Özil hat sich, indem er sich bereitwillig für eine Propagandaaktion zur Verfügung gestellt hat, faktisch hinter diese Politik gestellt, auch wenn er dies nun bestreitet. Mitgegangen, mitgefangen. Schade, Özil ist ein brillanter Fussballer und gewiss auch ein sensibler Mensch. Politisches Fingerspitzengefühl freilich, das ist seine Sache nicht.

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