Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FERNSEHRECHTE: Schwingerverband verzichtet auf höhere TV-Einnahmen

Der Eidgenössische Schwingerverband verlängert den Vertrag mit dem Schweizer Fernsehen zum bisherigen Betrag von 130 000 Franken pro Jahr. Es ist wohl der beste Deal einer TV-Station.
Eine "Spyder"-Kamera filmt einen Schwinger. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Eine "Spyder"-Kamera filmt einen Schwinger. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)

Das Eidgenössische Schwingfest ist ein TV-Hit, den das Fernsehen SRF praktisch zum Nulltarif bekommt. Pro Jahr kostet der Globalvertrag mit dem Eidgenössischen Schwingerverband (ESV) bloss 130 000 Franken. Für dieses Geld bekommt das nationale Fernsehen die Live-Rechte für alle offiziellen Schwingfeste (also auch für das Eidgenössische und am Unspunnen) und kann diese nach Belieben lokalen TV-Stationen für einzelne Feste gegen Gebühr überlassen. Bisher ist der TV-Vertrag jeweils für drei Jahre von einem Eidgenössischen zum nächsten abgeschlossen worden und ist nach Estavayer 2016 ausgelaufen. Das SRF tendiert in diesen unsicheren medialen Zeiten auf Stabilität mit einem neuen Sechsjahresvertrag bis 2022.

Paul Vogel (58) aus Sigigen bei Ruswil, als ESV-Obmann der ranghöchste Schwingerfunktionär, bestätigt die grundsätzliche Einigung in den laufenden Verhandlungen und macht eine bemerkenswerte Aussage. «Die finan­zielle Entschädigung bleibt im neuen Vertrag gleich.» Also nicht mehr TV-Geld für die Schwinger und die Rechte wieder zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen und nicht zu einer der ­privaten TV-Stationen. «Bei uns wird sehr viel ehrenamtliche Arbeit geleistet. Wir brauchen nicht mehr Geld», sagt Paul Vogel. Das Fernsehen sei ein Partner und deshalb sei eine Erhöhung der ­finanziellen Entschädigung gar kein Thema.

Wer zahlt die Produktionskosten 2019?

Diese Vernunft ist umso bemerkenswerter, weil das Schwingen in der Deutschschweiz fürs Fernsehen so attraktiv geworden ist, dass die bisherige Entschädigung von 130 000 Franken wohl auf mindestens eine halbe Million pro Jahr hochgepokert werden könnte. Zumal inzwischen auch private TV-Stationen die Schwingfeste übertragen könnten. Paul Vogel, der kluge Schwinger-Diplomat, sagt, es gehe nach grundsätzlicher Einigung nun noch darum, die Rahmenbedingungen und die Länge des neuen TV-Vertrages auszuarbeiten. «Wir werten die Erfahrungen des letzten Eidgenössischen aus und sind auch mit den Organisatoren des nächsten Eidgenössischen in Zug im Gespräch.» Dabei geht es unter anderem auch darum, wer die TV-Produktionskosten im sechs­stelligen Bereich für das Eidgenössische 2019 in Zug übernimmt. Der ESV organisiert das Fest nicht selber. Er vergibt die Austragung an seine Teilverbände. Die wiederum übertragen die Organisation einem lokalen OK. Dieses OK organisiert das Fest. Die Organisatoren müssen das 30-Millionen-Budget selber stemmen und Sponsoren suchen. 16 Prozent der Ticketeinnahmen kassiert der ESV. Das Fernsehen hat im bisherigen Vertrag einen Teil der Produktionskosten dem ESV zugeschoben – der ESV belastete diesen Aufwand bisher dem Festorganisator. Damit sind die Zuger, die 2019 unter OK-Präsident Heinz Tännler das nächste Eidgenössische organisieren, aber nicht ganz einverstanden.

Klaus Zaugg

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.