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Finalgegner des EVZ steht fest: Bern kann halt Playoff, Biel noch nicht

Der SCB besiegt Biels Zauberlehrlinge 5:1 – aber nun warten im Final Zugs taktische Meister.
Klaus Zaugg, Bern
Berns Tristan Scherwey, unten links, prallt vor dem Tor zum 2-0 mit Biels Torhüter Jonas Hiller und Robbie Earl zusammen. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Berns Tristan Scherwey, unten links, prallt vor dem Tor zum 2-0 mit Biels Torhüter Jonas Hiller und Robbie Earl zusammen. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Am Ende scheint alles logisch, wahr und klar. Der SCB gewinnt 5:1 und tritt am Donnerstag in Bern zum ersten Finalspiel gegen Zug an. Das 5:1 lässt scheinbar keinen Raum für Interpretationen. Aber es war viel dramatischer, als es das eindeutige Resultat vermuten lässt. Es brauchte besondere Umstände, um dem SCB im 7. Spiel doch noch den Weg in den Final zu öffnen.

War es Glück für Bern, Pech für Biel? Tatsächlich ist Biel am unglücklichen zweiten Treffer zerbrochen. Nach 10 Minuten und 40 Sekunden kommt es zum Zusammenprall der Titanen. Jonas Hiller sprintet aus seinem Kasten, um den Puck vor dem anstürmenden Tristan Scherwey zu erreichen. Biels Robbie Earl hetzt dem SCB-Vorkämpfer verzweifelt hinterher, beide geraten aus der Balance und prallen mit Biels Torhüter zusammen. Grégory Sciaroni schlenzt schliesslich den Puck ins leere Tor. Jonas Hiller muss sich in der Kabine pflegen lassen und kehrt erst zu Beginn des zweiten Drittels wieder zurück. Aber da steht es bereits 3:1.

Alles ist gelaufen. Denn mit Kari Jalonen an der Bande ist es unmöglich, dass der SCB ein solches Spiel noch aus der Hand gibt.

Unglücklich waren also die Umstände. Ansonsten ist der Treffer zum 2:0, das Tor, das diese Serie entschieden hat, regulär. Wenn der Goalie seinen Torraum verlässt, um den Puck zu erreichen, und dabei mit einem gegnerischen Spieler zusammenprallt, dann ist dies regeltechnisch ein Unfall. Kein Foul.

Aber Biel ist nicht nur am fehlenden Glück gescheitert. Der Untergang begann mit dem 0:1. In dieser Serie hat immer die Mannschaft gewonnen, die das erste Tor erzielt hat. Die Bieler sind eben auch das Opfer ihrer Unerfahrenheit geworden. Am Ende lässt sich alles in einem Satz zusammenfassen: Der SCB kann Playoff, Biel noch nicht.

Mit Biels taktischen Zauberlehrlingen sind die Berner im Halbfinal schliesslich doch noch fertig geworden. Aber nun treffen sie auf die taktischen Meister. Die Zuger zelebrieren ein ähnlich modernes nordisches Hockey wie die Bieler. Aber mit noch mehr Tempo, Kreativität und Energie.

Zug hatte es im Halbfinal auch mit taktischen Zauberlehrlingen zu tun. Lausanne war eine taktische Operettenversion des grossen SC Bern. Kein Wunder. Lausannes Trainer Ville Peltonen hat ja sein Handwerk bei SCB-Coach Kari Jalonen erlernt. Der SCB spielt ein ähnlich altmodisches nordisches Hockey wie Lausanne. Aber mit einer viel robusteren, routinierteren Mannschaft, abgesichert von einem viel besseren Torhüter als Lausannes Sandro Zurkirchen.

2. Halbfinal (best of 7). 7. Runde: Bern (1. Qualifikation) – Biel (4.) 5:1 (3:1, 1:0, 1:0). – Endstand: 4:3.

Bern – Biel 5:1 (3:1, 1:0, 1:0)

17 031 Zuschauer (ausverkauft). – SR Wiegand/Stricker, Wüst/Kovacs.

Tore: 6. Scherwey (Untersander, Mursak/Ausschluss Sataric) 1:0. 11. Sciaroni (Scherwey) 2:0. 14. Untersander (Ebbett/Ausschluss Fuchs) 3:0. 20. Maurer (Pedretti) 3:1. 21. Rüfenacht (Krueger, Mursak) 4:1. 56. Scherwey 5:1 (ins leere Tor).

Strafen: keine gegen Bern, 4-mal 2 Minuten gegen Biel.

Bern: Genoni; Burren, Almquist; Krueger, Blum; Untersander, Gerber; Marti; Rüfenacht, Arcobello, Simon Moser; Bieber, Mursak, Ebbett; Sciaroni, Heim, Scherwey; Grassi, Brügger, Berger; Kämpf.

Biel: Hiller/Saikkonen (11.– 20.); Maurer, Salmela; Janis Moser, Kreis; Fey, Forster; Sataric; Hügli, Pouliot, Rajala; Riat, Diem, Künzle; Brunner, Fuchs, Earl; Pedretti, Neuenschwander, Lüthi; Tschantré.

Bemerkungen: Bern ohne Boychuk (überzähliger Ausländer), Haas, Kamerzin und Andersson. – Pfostenschüsse: 4. Arcobello, 34. Rüfenacht. – Biel von 54:04 bis 55:47 ohne Goalie.

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