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Stürmer Flynn ist in Zug angekommen

Center Brian Flynn war der Zuger Matchwinner im ersten Playoff-Spiel gegen Lugano. Der im Januar verpflichtete US-Amerikaner sammelt Argumente für eine Vertragsverlängerung.
Sven Aregger
Brian Flynn zieht ab. Der EVZ-Stürmer gehörte im ersten Viertelfinalspiel gegen Lugano zu den auffälligsten Protagonisten. (Bild: Patrick Straub/Freshfocus (Zug, 9. März 2019))

Brian Flynn zieht ab. Der EVZ-Stürmer gehörte im ersten Viertelfinalspiel gegen Lugano zu den auffälligsten Protagonisten. (Bild: Patrick Straub/Freshfocus (Zug, 9. März 2019))

Playoffs sind die Zeit der Geheimnisse. Trainer und Sportchefs äussern sich nur zurückhaltend über den Gesundheitszustand der Spieler. Und auch zur Aufstellung wollen sie oft nicht allzu viel verraten, der Gegner liest ja mit. So war die interessanteste Personalfrage im EV Zug am Samstag erst kurz vor Spielbeginn geklärt: Die Frage, welche vier der fünf Ausländer in der ersten Viertelfinal-Partie gegen Lugano die Chance erhalten.

Trainer Dan Tangnes setzte auf Brian Flynn anstelle von David McIntyre. Es war ein durchaus bemerkenswerter Entscheid. Der kanadische Center McIntyre gilt im Team als Leaderfigur und konnte in den vergangenen zwei Saisons in den Playoffs jeweils überzeugen. Nach verschiedenen Verletzungen kam er aber in den letzten Wochen nicht auf sein ­gewohntes Leistungsvermögen. Und so gab Tangnes dem US-Amerikaner Flynn den Vorzug – wohlwissend, dass er da eine gute Alternative in der Hinterhand hatte. Rechtshänder Flynn, als fünfter Ausländer erst Ende Januar verpflichtet, avancierte in Kürze zum besten Bullyspieler des Teams und produzierte in 13 Qualifikationsspielen fünf Tore und vier Vorlagen.

Ohne Perspektiven in Nordamerika

Der 30-jährige Center stürmte am Samstag also an der Seite von Lino Martschini und Reto Suri – und lieferte dem Trainer starke Argumente, dass seine Nomination nicht verkehrt war. Die Flynn-Linie brachte Unruhe in die Tessiner Verteidigung, alle drei Stürmer konnten punkten. Flynn steuerte das entscheidende Tor zum 3:2-Sieg bei, obschon er sich selber eher als Passgeber sieht. «Ich musste mich zuerst an die Schweizer Verhältnisse mit der grösseren Eisfläche gewöhnen. Das Hockey ist hier laufintensiver als in Nordamerika, auch das Positionsspiel ist anders», sagt Flynn. «Aber ich fühle mich inzwischen deutlich wohler als noch zu Beginn.» Will heissen: Brian Flynn ist in Zug angekommen.

Der Mittelstürmer, der Finanzwirtschaft studierte und über die Erfahrung von 282 NHL-Partien verfügt, trug sich schon länger mit dem Gedanken, sein Glück in Europa zu versuchen. Man kann es als Horizonterweiterung eines smarten jungen Mannes sehen. Bei seinem letzten Klub, San Antonio Rampage in der American Hockey League, sah Flynn keine Perspektiven mehr, die NHL war ihm enteilt. In Nordamerika werde heute grossen Wert auf die Entwicklung von jungen Spielern gelegt, erzählt er. Da wird einer wie er, mit 30, rasch zum Auslaufmodell. Flynn, dessen Frau mit seinem fünf Monate alten Sohn derzeit in der Heimat in Neuengland weilt, sagt ohne Groll: «Ich kann das verstehen.»

Die Frage ist, ob er in der Schweiz eine Zukunft hat. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, er teilt damit das Schicksal seiner Mannschaftskollegen Carl Klingberg, Garrett Roe und Dennis Everberg. Der Zuger Sportchef Reto Kläy will das Abschneiden in den Playoffs abwarten, bevor er definitive Entscheide auf den Ausländerpositionen trifft. Flynn sagt, es habe bisher keine Gespräche gegeben. Der flexibel einsetzbare Stürmer weiss natürlich, dass er sich mit Leistungen wie im ersten Viertelfinalspiel für eine Vertragsverlängerung aufdrängen kann. Er sagt: «Klubs lieben Gewinner. Am besten ist also, wenn wir weiterhin siegen.» Mit einem Erfolg heute in Lugano (20 Uhr) könnte sich der EVZ in der Serie schon einen grossen Vorteil verschaffen. Und bei aller Geheimnistuerei – Trainer Dan Tangnes liess bereits durchblicken: Brian Flynn wird auf dem Eis stehen.

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