Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Formel «Gähn»

Vor dem Grossen Preis von Brasilien (Sonntag, 18.10 Uhr, SRF info) herrscht Langeweile in der Formel 1. Ein Zufall ist das nicht.
Sascha Reuter
Überlegener Weltmeister: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. (Bild: Nelson Antoine/AP (São Paulo, 10. November 2018))

Überlegener Weltmeister: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. (Bild: Nelson Antoine/AP (São Paulo, 10. November 2018))

Legendäre Rennstrecken, die besten Rennfahrer der Welt und eine grosse Show mit engen Rad-an-Rad-Duellen, in denen das Maximum aus dem Boliden herausgequetscht wird – so lautet die Wunschvorstellung der Formel 1, egal ob von Fans oder Fahrern. Doch die Realität ist eine gänzlich andere. Denn die Rennserie entfernt sich immer weiter von ihren Wurzeln.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen nannte die Unterhaltung für den Zuschauer schon nach dem Saisonauftakt im Melbourne «komplett wertlos» und fügte recht offenherzig hinzu: «Ich hätte den Fernseher ausgeschaltet.» Bei einem Rennen mit gerade einmal fünf Überholmanövern hätte er zumindest nicht viel verpasst. Weltmeister Lewis Hamilton und Fernando Alonso (McLaren) bliesen nach dem GP von Monaco ins gleiche Horn. Beide sprachen vom «langweiligsten Rennen» – da macht dann auch der Zusatz «meiner Karriere» (Hamilton) oder «aller Zeiten» (Alonso) keinen Unterschied mehr. Der Kampf um den WM-Titel war in diesem Jahrzehnt oftmals so packend wie das Ausfüllen der Steuererklärung. Auf vier Titel von Sebastian Vettel mit Red Bull Racing folgten zuletzt fünf von Mercedes (viermal Hamilton, einmal Nico Rosberg).

Das neue Rennen in Hanoi

Hinzu kommen immer wieder Stallorderaffären. Die Aufregung um die vorsätzliche Beschränkung des sportlichen Wettkampfes ist dabei längst der Resignation gewichen. Lieferte sich Mercedes vor zwei Jahren zumindest noch intern ein Duell zwischen Hamilton und Rosberg, so ist dessen Nachfolger Valteri Bottas nur noch ein besserer Wasserträger für den Briten. Oder, mit den Worten von Mercedes Sportchef Toto Wolff, «ein sensationeller Wingman» – also Hamiltons fahrender Schutzschirm, der brav in der zweiten Reihe bleibt und der Konkurrenz gleichzeitig noch ein paar Punkte abnimmt.

So entfernt sich die Formel 1 immer mehr von ihren Fans, was übrigens durchaus wörtlich zu verstehen ist. Bestes Beispiel ist die jüngste Ankündigung eines neuen Rennens ab 2020: in Hanoi, Vietnam. Vorsichtig ausgedrückt: Das stand eher nicht auf der Weihnachtswunschliste der Fans. Formel-1-Boss Chase Carey frohlockt trotzdem: «Ich freue mich darauf, dass dies ein echtes Highlight im Formel-1-Kalender werden wird.»

Überholen soll erleichtert werden

Gleichzeitig steht einer der Höhepunkte für die Anhänger noch auf der Kippe: das Rennen in Sil­verstone. Der nach einer grossangelegten Fanumfrage im letzten Jahr immerhin drittbeliebteste Grand Prix ist derzeit nur bis 2019 fix im Rennkalender. Das deutsche Rennen am Hockenheimring schrammte auch nur ganz knapp am Aus vorbei. Viel Geld lässt sich für Formel-1-Besitzer Liberty Media dank reicher Investoren nun mal eher anderswo verdienen. In China. In Bahrain. Oder sogar in Aserbaidschan. Willkommen in Absurdistan. Immerhin auf sportlicher Seite soll es Nachbesserungen geben. Dafür gibt es – mal wieder – ein neues Regelwerk. Für die kommende Saison soll zunächst das Überholen erleichtert werden. 2021 folgt dann eine grosse Regelnovelle, die die Chancen kleinerer Teams erhöhen soll. Für die Formel 1 bleibt zu hoffen, dass die Änderungen fruchten. Ansonsten droht der Formel 1 ein Motorschaden.

São Paulo (BRA). Grand Prix von Brasilien: 1 Hamilton (GBR), Mercedes, 1:07,281 (230,561 m/h; Rekord). 2 Vettel (GER), Ferrari, 0,093 Sekunden zurück. 3 Bottas (FIN), Mercedes, 0,160. 4 Räikkönen (FIN), Ferrari, 0,175. 5 Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 0,497. 6 Ericsson (SWE), Alfa Romeo Sauber-Ferrari, 1,015. 7 Leclerc (MON), Alfa Romeo Sauber-Ferrari 1,211. 8 Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari, 1,236. 9 Gasly (FRA), Toro Rosso-Honda, 1,748.

Nach dem zweiten Teil der Qualifikation ausgeschieden: 10 Magnussen (DEN), Haas-Ferrari. 11* Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault. 12 Perez (MEX), Racing Point Force India-Mercedes. 13 Hülkenberg (GER), Renault. 14 Sirotkin (RUS), Williams-Mercedes.

Nach dem ersten Teil der Qualifikation ausgeschieden: 15 Sainz (ESP), Renault. 16 Hartley (NZL), Toro Rosso-Honda. 17 Alonso (ESP), McLaren-Renault. 18** Ocon (FRA), Racing Point Force India-Mercedes. 19 Stroll (CAN), Williams-Mercedes. 20 Vandoorne (BEL), McLaren-Renault.

* = Rückversetzung um 5 Startplätze (neuer Turbolader). – ** = Rückversetzung um 5 Startplätze (neues Getriebe).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.