FRAUEN, 1. LIGA: Aufsteiger bezahlt Lehrgeld

Seit dieser Saison 2016/17 mischt ein neues Innerschweizer Team in der 1. Liga der Hallenmeisterschaft mit. Trotz starkem Auftritt müssen die Menznauerinnen aber um den Ligaerhalt kämpfen.

Fabienne Mühlemann
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Die Menznauerin Aline Wicki (rechts), hier beim 9:5-Sieg über Wettingen, beim Korbwurf. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Januar 2017))

Die Menznauerin Aline Wicki (rechts), hier beim 9:5-Sieg über Wettingen, beim Korbwurf. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 22. Januar 2017))

Fabienne Mühlemann

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Mit einem Durchschnittsalter von 20 Jahren ist der SVKT Menznau eines der jüngsten Teams in der obersten Liga der Innerschweizer Meisterschaft. Im Februar 2016 reüssierte es in den Auf- und Abstiegsspielen und konnte sich daher von der 2. Liga den Weg in die 1. Liga bahnen. Vor nicht allzu langer Zeit waren die meisten Spielerinnen noch in den Jugendmannschaften aktiv, einige davon sind es immer noch. In der Saison 2013/14 erreichten sie die 2. Liga und erstürmten sofort die Spitze. Für den Aufstieg hat es damals aber noch nicht gereicht. Daher sammelten sie weitere Erfahrungen in der zweitobersten Spielklasse. Letztes Jahr besiegten sie die zwei letztplatzierten Teams der 1. Liga und konnten sich so einen Platz in der obersten Spielklasse ergattern.

Aber was macht dieses junge Team eigentlich so stark? Rahel Schärli, mit 22 Jahren die zweitälteste Spielerin der Menznauerinnen, sieht die Vorteile in ihrer Spieltechnik: «Zwei unserer Stärken sind sicherlich unser Zusammenspiel und die Passkombinationen auf dem Feld. Auch unsere Treffsicherheit ist ein Pluspunkt.» Das Korbverhältnis dieser Saison spricht für diese Aussage, denn mit 79 erzielten Treffern haben nur zwei andere Teams erfolgreicher gekorbt. Das Defizit sieht die Studentin in der Unerfahrenheit. Die Routine für die 1. Liga fehlt schlichtweg. Ebenfalls eine Baustelle stellt die Defensive dar, denn mit 94 erhaltenen Gegentreffern haben nur zwei andere Mannschaften noch mehr Körbe kassiert.

Es fehlt an der mentalen Stärke

In den Auf- und Abstiegsspielen nehmen jeweils die zwei Erstklassierten der 2. Liga und die beiden letzten Teams der 1. Liga teil. Alle vier treten einmal gegeneinander an, und jene Mannschaften, die am meisten Punkte holen, können in die oberste Spielklasse aufsteigen oder dort verbleiben. Menznau liegt aktuell auf dem neunten und somit zweitletzten Platz. Diese Saison konnten sie bisher nur zwei Siege und zwei Unentschieden erspielen. Beim Betrachten der Resultate fällt aber auf, dass das Frauenteam von elf Niederlagen deren sieben mit nur einem Korb Differenz verloren hat. Der Grund für solche knappe Punktverluste sieht der Trainer der Menznauerinnen, Edgar Wicki, vor allem bei der schwierigen Umstellung von der 1. zur 2. Liga: «In der 1. Liga ist man ständig unter Druck, und Passkombinationen gelingen nicht mehr so einfach. Dazu kommt auch noch der Druck, den man sich selber macht.» Der 51-Jährige ist der Meinung, dass vor allem im mentalen Bereich daran gearbeitet werden muss. «Mit einer Blockade im Kopf ist es schwierig, solche Matches am Ende für sich zu entscheiden.» Hinzu kommt noch, dass bei diesen Spielen oft das Quäntchen Wettkampfglück gefehlt hat.

Wie knapp die Spiele jeweils verloren gingen, erklärt Rahel Schärli an einem Beispiel. «Aus meiner Sicht fingen wir die är­gerlichste Niederlage gegen Küssnacht ein. Kurz vor Schluss führten wir noch mit einem 2:1-Vorsprung. In den letzten Spielminuten kam Küssnacht noch zwei Mal in den Angriff und konnte beide mit einem erfolgreichen Penalty abschliessen. Diese Niederlage tat weh.»

Die Chancen, sich den Ligaerhalt in der Schlussrunde doch noch zu sichern, stehen für die Menznauerinnen nicht schlecht. Das Frauenteam liegt nur zwei Punkte hinter dem achtplatzierten Buochs NW. Im letzten Spiel der Saison treffen die beiden noch aufeinander. Der SVKT Menznau hat es also in den eigenen Händen, die Tabellenlage zu verbessern.

Im Abschlussspiel dieser fünften Spielrunde besiegten die Menznauerinnen auf überzeugende Weise den letztjährigen Erstplatzierten der Meisterschaft aus Wettingen. Dieser Sieg gibt dem Team Selbstvertrauen und Zuversicht für die entscheidende Schlussrunde vom 4. Februar.

Vorletzte Runde: Dottikon - Buochs 11:3. Küssnacht - Unterkulm 5:4. Menznau - Wettingen 9:5. Willisau - Wolfenschiessen 5:3. Rickenbach - Urtenen-Schönbühl 5:10. ­Buochs - Unterkulm 8:8. Wettingen - Dottikon 1:9. Menznau - Willisau 4:10. Urtenen-Schönbühl - Küssnacht 8:7. Wolfenschiessen - Rickenbach 4:2. Buochs - Urtenen-Schönbühl 6:10. Unterkulm - Wettingen 5:6. Dottikon - Willisau 8:6. Küssnacht - Rickenbach 6:5. Wolfenschiessen - Menznau 3:2. – Rangliste (alle 15 Spiele): 1. Urtenen-Schönbühl 27. 2. Dottikon 23. 3. Wolfenschiessen 19. 4. Wettingen 17. 5. Unterkulm 16. 6. Küssnacht 15. 6. Willisau 15. 8. Buochs 8. 9. Menznau 6. 10. Rickenbach 4.