FRAUEN, 1. LIGA: Wolfenschiessen fordert Gäste

An der Innerschweizer Hallenmeisterschaft der 1.-Liga-Frauen dominieren die Gästeteams das Geschehen. Einzig der STV Wolfenschiessen kann in diese Phalanx einbrechen.

Ruedi Vollenwyder
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Die Wolfenschiesserin Michele Scheuber (am Ball) sucht die Lücke in der Urtenen-Abwehr. (Bild: Bild Dominik Wunderli (Luzern, 18. Dezember 2016))

Die Wolfenschiesserin Michele Scheuber (am Ball) sucht die Lücke in der Urtenen-Abwehr. (Bild: Bild Dominik Wunderli (Luzern, 18. Dezember 2016))

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Seit der Saison 2011/12 sind an der Innerschweizer Hallmeisterschaft im Korbball auch auswärtige Teams spielberechtigt. 2012 stand mit Sursee auch letztmals ein Innerschweizer Frauenteam zuoberst auf dem Siegertreppchen. In den letzten vier Spielzeiten machte sich die Übermacht der Gäste mit fünf Teams noch breiter. Das Topteam des DTV Wettingen liess sich gleich vier Mal als Sieger ausrufen.

Die Serie der auswärtigen Sieger scheint bei den 1.-Liga-Frauen kein Ende zu nehmen. Denn auch bei der diesjährigen Meisterschaft führt nach der Vorrunde der Berner Gast aus Urtenen-Schönbühl die Rangliste mit drei Punkten Vorsprung auf das punktgleiche Trio Wolfenschiessen, Wettingen und Dottikon an. Spielmacherin Jasmin Blatter vom Leader Urtenen-Schönbühl sagt selbstbewusst: «Wenn wir schon die Reise nach Luzern auf uns nehmen, wollen wir unsere Spiele und letztendlich auch das Turnier gewinnen.»

Wolfenschiessen setzt auf Einheimische

Die Favoritenrolle um den Turniersieg ist zugeordnet. Und um den Titel des Innerschweizer Meisters hat sich der STV Wolfenschiessen mit dem 2. Rang in eine vielversprechende Ausgangslage manövriert. Doch diese gute Position musste sich das Team um Spielertrainerin Astrid Kaeser hart erarbeiten. «Gegen Urtenen-Schönbühl, das mit einigen NLA-Spielerinnen gespickt ist, standen wir auf verlorenem Posten», anerkannte Kaeser die Überlegenheit der Bernerinnen (4:12-Niederlage). Dann landeten die Nidwaldnerinnen, die mit einer Truppe aus lauter einheimischen Spielerinnen antreten, gegen Serienmeister Wettingen einen feinen 6:4-Sieg. Und sie legten im dritten Match mit einem 5:4-Erfolg gegen Unterkulm noch einen Sieg obendrauf.

Die Software-Supporterin freute sich denn auch über den gelungenen Abschluss der Vorrunde. «Ja, ich bin mit meinem Team mehr als zufrieden. Denn mit Wettingen und Unterkulm trafen wir auf zwei sehr starke Equipen aus dem Aargau.» Einen Pluspunkt habe das Mitmachen von auswärtigen Teams schon vorzuweisen. «Dank den sechs Nationalliga-Vereinen ist das spielerische Niveau gewaltig gestiegen», stellt Astrid Kaeser fest. Dass wir in diesem starken Feld mithalten können, findet die Wolfenschiessen-Trainerin echt cool. Dennoch bleibt bei Kaeser nach Abschluss der Vorrunde ein Ärger hängen: «Die vermeidbare 4:5-Niederlage gegen den amtierenden Innerschweizer Meister Willisau tut schon etwas weh.»

Die im Sommer in die NLA aufgestiegenen Wolfenschiesserinnen sind aber nicht frei von Sorgen. Als Untersektion des STV Wolfenschiessen fühlen sich die Korbballerinnen «als Einzelkämpferinnen». «Um den Spielbetrieb aufrecht zu halten, müssen wir alles selber organisieren. Das gilt auch für die Sponsorensuche. Denn eine Saison geht wegen des finanziellen Aufwandes für verschiedenste Verpflichtungen ins Geld», hadert Astrid Kaeser. Aber auch das Kader bereitet ihr zunehmend Sorgen. «Auf diese Saison hin ist unsere älteste und auch grösste Spielerin zurückgetreten. Mit einem Mini-Team von acht, meist klein gewachsenen Spielerinnen habe ich taktisch wenig Varianten.»

Freude am Korbball geht vor

Umso erstaunlicher ist das bisherige Abschneiden der Nidwaldnerinnen. «Für die Wintermeisterschaft haben wir uns bewusst kein konkretes Ziel gesetzt. Wir wollen aber vorne mitspielen und wenn möglich eine Medaille holen. Aber nicht um jeden Preis. Die Freude am Korbballspiel geht bei uns vor», verrät die 25-jährige Trainerin die Philosophie der kleinen, aber erfolgreichen Truppe, die auch auf 18 Jugendspielerinnen im Alter von 14 bis 17 Jahren zählen kann. Und vielleicht reicht es wieder einmal für den Innerschweizer Wintermeistertitel. Denn der letzte liegt doch schon sieben Jahre zurück.

Frauen, 1. Liga: Menznau - Rickenbach 5:3. Küssnacht - Willisau 5:5. Dottikon - Urtenen-Schönbühl 4:4. Wolfenschiessen - Unterkulm 5:4. Buochs - Wettingen 4:5. Küssnacht - Menznau 3:2. Rickenbach - Dottikon 4:3. Unterkulm - Urtenen-Schönbühl 3:9. Willisau - Buochs 5:3. Wettingen - Wolfenschiessen 4:6. Dottikon - Küssnacht 6:4. Unterkulm - Rickenbach 5:0. Buochs - Menznau 5:5. Urtenen-Schönbühl - Wolfenschiessen 12:4. Wettingen - Willisau 5:4.

Rangliste (alle 9 Spiele): 1. Urtenen-Schönbühl 15. 2. Wolfenschiessen 12. 3. Wettingen 12. 4. Dottikon 12. 5. Unterkulm 10. 6. Küssnacht 9. 6. Willisau 9. 8. Buochs 4. 8. Menznau 4. 10. Rickenbach 3.