FRAUEN, NLB: Luzernerinnen brauchen Schützenhilfe

Die NLB-Frauen des FC Luzern müssen nach der 2:3-Niederlage gegen Glaronia um die Playoff-Qualifikation bangen. Sie sind auf Schützenhilfe der Konkurrenz angewiesen.

Ruedi Vollenwyder
Drucken
Teilen
Die Luzernerin Magdalena Hofstetter (links) findet die Lücke in der ­Abwehr von Glaronia Glarus. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 21. Januar 2017))

Die Luzernerin Magdalena Hofstetter (links) findet die Lücke in der ­Abwehr von Glaronia Glarus. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 21. Januar 2017))

Zu Beginn der neuen NLB-Saison der Frauen liess sich FC-Luzern-Trainer Dusan Jarotta nicht auf die Äste hinaus. Er sagte damals zum Thema Saisonziel: «Ich setze bewusst kein konkretes Ziel. Das mit jungen Spielerinnen umgekrempelte Team soll mit jedem Match und ohne Druck leistungsmässig wachsen.» Und legte mit einem Lächeln im Gesicht nach: «Dann sehen wir, was herauskommt ...»

Das damalige Lächeln wich am Samstag nach der 2:3-Niederlage gegen Glarus einem nachdenklichen Gesichtsausdruck. Verständlich, denn seine FCL-Frauen haben die grosse Chance verpasst, sich mit einem Sieg die Playoffs zu sichern. Vor allem der Verlauf des ersten Satzes (24:26) gab Trainer Jarotta zu denken. «Wenn man mit 24:19 in Führung liegt, dann muss dieser Satz nach Hause gespielt werden. Wir haben uns mit zwei Servicefehlern gleich selber geschlagen.»

Die 24-jährige Passeuse Seline Baur versteht den Ärger ihres Trainers: «Mit dem Satzgewinn vor Augen hatten wir richtiggehend Angst, den fehlenden Punkt noch zu realisieren. Mental waren wir in dieser wichtigen Spielphase nicht parat.» Da agierten die aggressiv spielenden Glarnerinnen abgeklärter. Dieser unnötige Satzverlust nagte auch noch im zweiten Set am FCL-Selbstvertrauen. Die logische Folge daraus: ein 21:25-Satzverlust gegen ein bissiges, variantenreiches und konstanter aufspielendes Glaronia.

FC Luzern meldet sich zurück

Im dritten Abschnitt fand Luzern nach einem 10:14-Rückstand immer besser ins Spiel. Dank einer starken Service-Serie von Michelle Hodel und der guten Zuspiele der eingewechselten Seline Baur zog das Team von Dusan Jarotta auf 20:15 davon und machte diesmal dank einer konsequenteren Spielweise mit 25:18 den Sack auch zu. Und als Sandra Gehrig im vierten Satz (25:21) mit einem wuchtigen Smash zum Satzausgleich ins gegnerische Feld traf, durfte im Lager der Luzernerinnen wieder auf den angestrebten Sieg gehofft werden. Allerdings vergeblich, denn die Gäste aus Glarus liessen nach einem 8:6 beim Seitenwechsel nichts mehr anbrennen und holten sich mit 15:10 den 3:2-Sieg.

Klar, dass im Luzerner Lager die Enttäuschung nach dieser Niederlage gross war. «Jetzt müssen wir weiter um die Playoff-Qualifikation zittern», sinnierte Seline Baur. Denn morgen Mittwoch wird die letzte Partie zwischen Toggenburg und Schaan gespielt. Die Ausgangslage ist klar: Gewinnen die Liechtensteinerinnen gegen den NLA-Absteiger Toggenburg, bestreitet der FCL die Abstiegsrunde.

Auf dieses mögliche Szenarium wollen die Luzernerinnen vorbereitet sein. «Unser Trainer hat uns bei der kurzen Spielbesprechung nach der Partie gesagt, dass wir den Fokus in den Trainings per sofort auf eine mögliche Abstiegsrunde legen werden», verriet Seline Baur. Denn diese wird wegen der neuen Bonuspunkteregelung (3, 2, 1, 0) und den guten Teams eine knallharte Angelegenheit werden, wie Dusan Jarotta vermutet.

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Ostgruppe: Steinhausen - Toggenburg 3:1. FC Luzern II - Glarus 2:3. Aadorf - Fides Ruswil 1:3. Giubiasco - Toggenburg 3:0. Schaan - Steinhausen 3:0.

Rangliste: 1. Aadorf 14/28 (35:19). 2. Toggenburg 13/27 (29:16). 3. Glarus 14/27 (35:23). 4. FC Luzern II 14/21 (27:29). 5. Giubiasco 14/20 (24:26). 6. Schaan 13/19 (23:25). 7. Fides Ruswil 14/15 (18:31). 8. Steinhausen 14/8 (17:39).

Hinweis: Aadorf, Toggenburg und Glarus für die Finalrunde qualifiziert; Giubiasco, Ruswil und Steinhausen in der Abstiegsrunde.

FC Luzern II - Glaronia 2:3

Säli-Turnhalle. – 50 Zuschauer. – SR Da Conceicao/Budinsky. – Spieldauer: 99 Minuten. – Sätze: 24:26, 21:25, 25:18, 25:21, 10:15. – FC Luzern II: Jarotta, Hodel, Gehrig, Schoch, Marxer, Hofstetter, Krummenacher (Libera); Huez, Baur, Egli (Libera), Baumann.