FRAUENFELD: Ariella Kaeslin debütiert als Journalistin

Ariella Kaeslin plant die Karriere nach der Karriere: Die Europameisterin und Vize-Weltmeisterin 2009 ist in den Journalismus eingestiegen – und zwar gleich bei den «Bösen» in Frauenfeld!

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Unter die Bösen gegangen: Ariella Kaeslin beim Interview mit dem Frauenfelder Schwinger Stefan Burkhalter und seinem Sohn Thomas. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Unter die Bösen gegangen: Ariella Kaeslin beim Interview mit dem Frauenfelder Schwinger Stefan Burkhalter und seinem Sohn Thomas. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Es ist mein grosser Traum, nach meiner Karriere als Sportlerin einmal Journalistin zu werden», verriet Ariella Kaeslin am Sonntag der Neuen Luzerner Zeitung. Der erste Schritt ist getan: Am Samstag und am Sonntag war die 22-jährige Luzerner Kunstturnerin am grössten Schweizer Sport-Event dieses Jahres als Reporterin für die «Schweizer Illustrierte» unterwegs. «Ich durfte spannende Geschichten am Rande des Sägemehls machen – und ein Interview mit dem einheimischen Schwinger Stefan Burkhalter und seinem Sohn Thomas», erzählte Ariella Kaeslin ganz begeistert. «Dass ich mein Debüt gleich an einem so grossen Event machen durfte, ist eine Ehre für mich. Es hat mir riesig Spass gemacht, auch wenn ich nach zwei Tagen ständig unterwegs und auf den Beinen ziemlich geschafft bin.»

Viel Lob für Ariella Kaeslin?
Der Beruf sei so, wie sie sich das vorgestellt hat: «Sehr anstrengend, aber megacool. Man ist immer mittendrin dabei und trifft überall spannende Leute.» Und wie macht sich Ariella Kaeslin als Journalistin? «Hervorragend – das ist mein erster Eindruck jedenfalls», sagte Iso Niedermann, Sportchef bei der «Schweizer Illustrierten». Niedermann weiter: «Ariella kann sehr gut und unkompliziert auf die Leute zugehen, erobert ihre Herzen schnell. Sie hat viel Talent und das ist ein Versprechen für die Zukunft, für eine Karriere nach der Karriere.»

?und für Kilian Wenger
Die übrige Prominenz am Schwingfest war nicht zum Arbeiten da. Gemütlich aber doch recht angespannt sahen sie in den Rängen den 20-jährigen Berner Kilian Wenger siegen. «Er ist der absolut verdiente Gewinner dieses fantastischen Festes hier», attestierte Bundespräsidentin Doris Leuthard. «Ich bin stolz, Berner zu sein und gratuliere dem jungen Kilian ganz herzlich zu seinem eindrücklichen Triumph. Möge er ihn gebührend feiern und lange geniessen», meinte alt Bundesrat Adolf Ogi. «Der Wenger Kilian hat nicht nur in dieser herrlichen Arena, sondern landauf, landab wohl alle überzeugt», so Ogis Nachfolger Samuel Schmid. «Schon nach dem ersten Tag witterte ich das grosse Erfolgspotential des neuen Königs», gestand Schmids Nachfolger, Bundesrat Ueli Maurer.

Imhof-Empfang in Bürglen
Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer war total begeistert vom Schwingfest: «250 000 Menschen haben gezeigt, wie man friedlich zusammen feiern kann. Und alle Aktiven haben bewiesen, wie man Sport spannend und fair präsentieren und betreiben kann. Der neue König verdient mit seiner eindrücklichen Leistung höchste Anerkennung.» Auch Axpo-Chef Heinz Karrer lobte Kilian Wenger in den höchsten Tönen: «Seine flinke, variantenreiche und konzentrierte Art zu schwingen ist einfach faszinierend. Er hat auch mich immer sofort in den Bann gezogen und meine Augen bekamen nicht genug beim Zuschauen – herzlichen Glückwunsch!» Der Luzerner Sportarzt Didi Schmidle schliesslich freute sich riesig über den dritten Rang von Andi Imhof, der damit Frauenfeld als bester Innerschweizer verliess: «Das hat der Andi mit seinem Umfeld, seinen Freunden und seinen Fans absolut verdient. Für sie ist Frauenfeld zum Freudenfest geworden.» Ein Fest, das am Montagabend weiter geht: Der 26-jährige Urner wird ab 18 Uhr in Bürglen empfangen und für seinen Erfolg im Thurgau geehrt.

André Häfliger, Frauenfeld