Fribourg Olympic ist für Swiss Central Basketball die erwartete Nummer zu gross

Swiss Central Basketball verliert Zuhause gegen Fribourg Olympic mit 79:95.  Trotz der Niederlage  gegen den Rekordmeister zeigen die Zentralschweizer über weite Strecken eine ansprechende Leistung.

Daniel Schriber
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Swiss-Central-Spielmacher Ricky Price erzielte 28 Punkte.

Swiss-Central-Spielmacher Ricky Price erzielte 28 Punkte.

Bild: PD

Natan Jurkovitz hob am Samstag in der Luzerner Maihofhalle gleich zwei Mal ab. Innert wenigen Minuten trickste der Freiburger Flügelspieler die Verteidigung von Swiss Central Basketball (SCB) wiederholt auf spektakuläre Weise aus. Während seine Mitspieler auf der linken Spielfeldseite einen vermeintlichen Spielzug lancierten, startete der Flügel auf der gegenüberliegenden Seite einen Sprint zum Korb. Ehe die SCB-Verteidiger merkten, wie ihnen geschah, flog der Ball auch schon durch die Luft in Richtung Jurkovitz. Sekundenbruchteile später hob der Schweizer Nationalspieler ab, um den Ball in der Luft zu fangen und mit einem imposanten Dunking in den Korb zu hämmern. «Alley-Hoop» nennt sich diese Art des Abschlusses, die es in der amerikanischen NBA oft, in der Schweiz aber mangels fähiger Athleten nur selten zu bewundern gilt.

Fribourg das Mass aller Dinge

Die beiden Aktionen von Natan Jurkovitz waren sinnbildlich für das Kräfteverhältnis zwischen Fribourg Olympic und der Konkurrenz. Der Meister und Tabellenführer ist dem Rest der Liga mindestens einen Schritt voraus. Das gilt natürlich auch für den Direktvergleich mit Swiss Central, dem Tabellenletzten. Fribourg hat die professionellsten Strukturen, die schönste Halle, am meisten Geld – und den breitesten Kader.

Weil es an diesen Tatsachen derzeit nichts zu rütteln gibt, ist es umso beachtlicher, wie sich die Swiss Central im Vergleich gegen den Ligakrösus präsentierte. Mit Ausnahme der unglücklichen Startphase sowie einem zwischenzeitlichen Einbruch im zweiten Viertel, spielte das Heimteam über weite Strecken erstaunlich gut mit. Nach dem verdienten 103:93 Erfolg gegen Vevey Riviera vom vergangenen Dienstag, zeigte SCB damit erneut eine ansprechende Leistung.

Starker Auftritt von Price

Es war vor allem US-Spielmacher Ricky Price, der sich mit Mühen und Kräften gegen die zu erwartende Niederlage wehrte. Der 26-Jährige erzielte 28 Punkte, 16 Zähler mehr als sonst üblich. Natürlich erkannte aber auch Price die Klasse des Gegners:

«Fribourg ist wie kein anderes Team in der Lage, über die gesamte Spieldauer mit höchster Konzentration und Intensität zu agieren».

Möglich ist dies nicht zuletzt deshalb, weil Fribourg über ein komplettes Profikader verfügt. Wird ein Amerikaner ausgewechselt, kommt entweder der nächste «Import», oder ansonsten mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Nationalspieler zum Zug. Es ist ein Luxus, mit dem ansonsten nur die Genfer Lions mithalten können.

Bei Swiss Central sieht es bekanntlich anders aus: Bei den Zentralschweizern spielen – nebst vier ausländischen Verstärkungen und Captain Plüss – primär Jugendliche aus dem eigenen Nachwuchs. Seinen ersten NLA-Einsatz überhaupt erhielt am Samstag der erst 17-jährige Mihajlo Mitrovic.

NBA-Star Capela kommentiert Fribourg-Aktion  

Übrigens: Die zu Beginn beschriebenen Abschlüsse von Natan Jurkovitz liessen am Samstag nicht nur das Publikum in der Maihofhalle staunen. Nachdem die Highlights am späten Samstagabend auf der Instagram-Seite des Schweizer Basketballverbandes publiziert wurde, erhielt der sprunggewaltige Flügel das wohl wertvollste Kompliment: Der Schweizer NBA-Star Clint Capela (Houston Rockets) kommentierte Jurkovitz’ Slam-Dunks mit einem Flammen-Emoji.

Swiss Central Basketball - Fribourg 79:95 (32:48) 
Maihofhalle. – 400 Zuschauer. – Swiss Central Basket: Nana 24, Mirza Ganic 2, Früh 2, Price 28, Wright 7, Zoccoletti, Plüss 4, Obim 4, Samenas 8, Mitrovic. – Coach: Eric, Bär, Cokara. – Swiss Central ohne Jusovic, Leucio, Mirnes Ganic (alle verletzt).