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Für die Schweiz geht es darum, die richtigen Lehren zu ziehen aus der peinlichen Katar-Niederlage

Aus dem peinlichen 0:1 gegen Katar gibt es kaum positive Ansätze. Und doch bleiben die Schweizer im Hinblick auf das wichtige Duell mit Belgien am Sonntag optimistisch. Fünf Spieler stehen zwischen den beiden Partien besonders im Fokus.
Raphael Gutzwiller
Timm Klose (vorne Mitte) fühlt sich im Nationalteam wohl – am Sonntag in Luzern gegen Belgien dürfte er in der Startelf stehen. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Brüssel, 11. Oktober 2018))

Timm Klose (vorne Mitte) fühlt sich im Nationalteam wohl – am Sonntag in Luzern gegen Belgien dürfte er in der Startelf stehen. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Brüssel, 11. Oktober 2018))

«Genau deshalb haben wir gestern verloren», ruft Vladimir Petkovic seinen Spielern zu. Auf dem Trainingsplatz neben dem Stadion Cornaredo haben einige Spieler wieder einen unnötigen, ja sogar einen dummen Ballverlust hinnehmen müssen. Solche, wie sie gegen Katar zuhauf vorgekommen waren. Am Ende hatte die Schweiz gegen den Wüstenstaat, den man im Vorfeld maximal mit einem Team aus der Challenge League gleichsetzte, mit 0:1 verloren. Keine guten Vorzeichen für das Spiel am Sonntag in Luzern, wenn es gegen den Weltranglistenersten und WM-Dritten Belgien geht. Fünf Spieler stehen im Moment im Fokus – sei es positiv oder negativ.

Fabian Schär, doppelter Verlierer

Das Schweizer Nationalteam konzentriert sich eigentlich schon die ganze Woche auf die Partie gegen Belgien. Katar war in den Köpfen der Spieler nur so etwas wie ein Vorspiel – was sich leider auch in der Leistung widerspiegelte. Doch für Fabian Schär war das trostlose Duell mit dem Wüstenstaat das «Highlight» dieses Nationalmannschaftszusammenzuges. Der Ostschweizer ist einzig fürs Katar-Spiel eingerückt, obwohl vieles dagegen gesprochen hatte. Die Nase ist gebrochen, und gegen Belgien ist Schär wieder einmal in einem wichtigen Spiel (wie schon an der WM gegen Schweden) gelbgesperrt. Einrücken wollte er trotzdem, weil sich der Newcastle-Verteidiger in der Nati pudelwohl fühlt. Dementsprechend hinterliess er nach der Niederlage einen geknickten Eindruck. «Wir haben von A bis Z einen schlechten Match gemacht», befand Schär, der sich doppelt ärgerte, als ihn ein Journalist eines Boulevardmediums mit Namensvetter Fabian Frei verwechselte. Statt sich auf das Belgien-Spiel vorzubereiten, reiste er nach der Katar-Niederlage direkt ab, um am Freitag operiert zu werden. «Dass ich gegen Belgien nicht dabei sein kann, wusste ich. Daran ändert die Niederlage nichts.»

Remo Freuler, Chance wieder nicht genutzt

Remo Freuler und die Schweizer Nationalmannschaft: Bisher ist es alles andere als eine Liebesbeziehung. Wenn immer der Spieler von Atalanta Bergamo und ehemalige Profi des FC Luzern die Chance erhält, nutzt er sie nicht. Sein Auftritt gegen Katar war in dieser Hinsicht ein neuer Tiefpunkt. Nach schwachen 45 Minuten von Trainer Vladimir Petkovic wurde er durch die Auswechslung erlöst. «Ja, ich habe die Chance nicht genutzt. Aber wer hat das schon? Niemand. Also sind wir wieder gleich weit», ­reagierte Freuler genervt. Stattdessen verweist er darauf, dass er im Hinspiel in Belgien überzeugt habe. «Dort habe ich gezeigt, dass ich in der Nationalmannschaft gut spielen kann», verteidigt sich Freuler. «Es heisst immer, dass ich die Chancen nicht genutzt habe, aber so häufig habe ich gar nicht gespielt.»

Xherdan Shaqiri, Klubform mitnehmen

Der beste Schweizer Kreativspieler ist gut drauf derzeit. In höchsten Tönen wird er für seine Leistungen bei Liverpool gelobt. Dass das Lob berechtigt ist, zeigt er gegen Katar nicht. Zwar brachte er nach seiner Einwechslung ein bisschen Schwung ins Spiel, der verpuffte jedoch schnell wieder. Viel auffälliger war dagegen sein gelbes Band am linken Arm, nachdem Captain Granit Xhaka ausgewechselt worden war. Erst zum zweiten Mal überhaupt war Shaqiri Captain der Schweizer, seine Premiere hatte er im Testspiel gegen Spanien vor der Weltmeisterschaft. «Natürlich erfüllt es mich mit grosser Ehre, das Band zu tragen. Ich bin stolz, wenn ich die Mannschaft als Captain anführen darf.» Daran ändere nicht einmal die Tatsache, dass seine Captain-Bilanz mit der Blamage gegen Katar einen Schandfleck erhalte. «Klar ist es nicht schön, dass wir gegen Katar verloren haben. Leider haben wir eine schlechte Leistung gezeigt. Das tut weh.» Und doch meint er: «Keine Sorge, am Sonntag gegen Belgien werden wir bereit sein. Die beiden Partien kann man nicht miteinander vergleichen.»

Yvon Mvogo, unerwartet viel zu tun

Die meisten Nationalspieler ­werden das Spiel gegen Katar schnellstmöglichst vergessen wollen. Nicht zutreffen dürfte dies hingegen auf Yvon Mvogo. Der Goalie von RB Leipzig bekommt zum zweiten Mal überhaupt die Chance und ist der deutlich beste Spieler seiner Equipe. Nur ihm und seinen Paraden ist es zu verdanken, dass die Schweiz nicht schon früher den Rückstand kassiert. «Dass ich so viel zu tun habe, habe ich tatsächlich nicht erwartet», sagt Mvogo. «Für einen Torhüter ist das aber gut, dann kann man sich auszeichnen.» Gut sei aber nichts gewesen, befand Mvogo. «Mit Fussball hatte das nichts zu tun.»

Timm Klose, die grosse Chance

Damit hätte wohl Klose nicht gerechnet: Gegen Belgien gilt der Ur-Basler als aussichtsreichster Kandidat auf einen Startelfeinsatz. Dies, weil Manuel Akanji verletzt Forfait geben musste und Fabian Schär gesperrt fehlt und Konkurrent Léo Lacroix gegen Katar nicht überzeugte. «Ich weiss noch nicht, ob ich spielen darf. Aber wenn, dann würde ich mich enorm freuen», sagt Klose. «Für die Schweiz zu spielen ist eine Herzensangelegenheit.» Er habe sich mit der Rolle abgefunden, in der Nati meist nur zweite Geige zu spielen. «Ich bin weit davon entfernt, schlechte Stimmung zu verbreiten, wenn ich nicht spiele. Sehe ich die Spieler auf meiner Position, kann ich nicht meckern.» Bei Norwich hat er derzeit eine gute Phase, gegen Katar spielte er nicht. Klose findet dafür, man müsse «Positives mitnehmen». «Vielleicht braucht es manchmal einen Schlag auf den Kopf, um danach die beste Leistung abzurufen», meint er.

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