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Für Ruben Vargas ist Portugal weit weg

Letzte Woche A-Nationalteam, am Freitag U21: Luzerns Flügelspieler Ruben Vargas hat eine bewegte Woche hinter sich. Gegen Slowenien gibt es aber einen kleinen Dämpfer.
Raphael Gutzwiller, Aarau
Der Luzerner Ruben Vargas (links) kann sich gegen den Slowenen Matija Rom nicht behaupten. (Bild: Walter Bieri/Keystone (Aarau, 7. Juni 2019))

Der Luzerner Ruben Vargas (links) kann sich gegen den Slowenen Matija Rom nicht behaupten. (Bild: Walter Bieri/Keystone (Aarau, 7. Juni 2019))

An diesem Abend ist für Ruben Vargas die A-Nationalmannschaft ganz weit weg. Im sportlich unbedeutenden Testspiel gegen Slowenien rackert er und fordert die Bälle, doch wenn er sie erhält, macht er nur selten etwas daraus. Seine gefürchteten Dribblings sind nur selten zielführend. Nach 72 Minuten geht er raus.

Wie nah er an der A-Nationalmannschaft in der letzten Woche war, konnte Vargas in diesen 72 Minuten nie zeigen. Dabei hat sich für ihn in der letzten Woche ein Traum erfüllt. Der Flügelspieler des FC Luzern stand im Kader der A-Nationalmannschaft und durfte dort einige Tage reinschnuppern. Wenn er an die ­Trainings unter Nationaltrainer Vladimir Petkovic zurückdenkt, strahlen seine Augen. Vargas schwärmt:

«Es war unglaublich, mit all diesen Spielern zu trainieren. Das Tempo, die Intensität, alles ist nochmals eine Stufe höher.»

Nach sehr guten Leistungen in der Rückrunde wurde der wirblige Flügelspieler gemeinsam mit den beiden FC-Basel-Spielern Eray Cömert und Noah Okafor zum Schnuppern im sogenannten «Pre Camp» eingeladen. Als mit Breel Embolo ein Flügelspieler verletzt ausfiel, wäre fast Vargas mit nach Portugal gereist. Doch Petkovic entschied sich für Okafor.

«Es war nach der Verletzung von Breel klar, dass entweder Noah oder ich bleiben dürfen. Ich muss akzeptieren, dass sich Petkovic für Noah entschieden hat.»

Immerhin: «Der Nationaltrainer hat mir ein gutes Feedback für die Trainings gegeben.» Möglich ist, dass Okafor auch aufgeboten wurde, da beim Doppelbürger auch Nigeria um ihn weibelt.

Aus welchen Gründen auch immer: Statt in Portugal war Vargas am Freitag genauso wie U21-Captain Cömert an diesem immer kälter werdenden Sommerabend im Aarauer Brügglifeld. Auch hier wurde die Schweizer Hymne gespielt, auch hier trugen sie das Kreuz auf der Brust. Doch dass es sich lediglich um ein Testspiel handelt, sah man dem Schweizer Auftritt an. Nach einer ersten Halbzeit, die von den Spielern als «gut», von den objektiven Betrachtern als «okay» bezeichnet werden konnten, bauten die Schweizer Talente ab. «Wir wurden überheblich», brachte es Mittelfeldspieler Vasilije Janjicic vom Hamburger SV auf den Punkt. «Unsere Leistung war nicht schlecht, nur das Resultat stimmte nicht», fand dagegen Ruben Vargas. «Aber in der zweiten Hälfte sind wir nicht mehr hinter die tief stehende Abwehr gekommen.» Und defensiv schenkten die Schweizer zwei Tore her. Zunächst verdribbelte sich Keeper Anthony Racioppi und riss seinen Gegenspieler um, was zum Penalty führte. Beim 1:2 stimmte die Zuordnung nicht. Auch Captain Cömert sah bei jenem Tor nicht gut aus.

Und so gab es statt eines grossen Highlights für Ruben Vargas kurz vor der Sommerferien einen kleinen Dämpfer. «Aber zum Glück war es nur ein Testspiel», meinte er. Sich dafür zu motivieren, sei ihm nicht schwergefallen, versicherte Vargas. «Ich habe mich auf dieses Länderspiel gefreut. Es ist immer etwas Spezielles, für das eigene Land zu spielen.» Und er sei auch nicht traurig darüber, dass er nicht nach Portugal durfte:

«Für mich ist es das Wichtigste, dass ich spielen kann. In der U21 weiss ich, dass ich zum Einsatz komme.»

Auch der zweite Nati-Schnupperer Cömert betonte, dass es ihn stolz mache, die U21-Nati als Captain anzuführen.

Für die U-Nationalspieler geht es nun nach dieser Testpartie in die Ferien. Ob Ruben Vargas danach wieder für den FCL spielt, ist nicht in Stein gemeisselt. Denn der 20-jährige Adligenswiler wird längst von anderen Vereinen umgarnt. Neben Basel und den Young Boys soll auch Borussia Mönchengladbach am Flügelspieler interessiert sein. Dazu gefragt, äussert er sich zum Ferienstart, so wie er sich bisher immer äusserte:

«Stand jetzt bleibe ich.»

Er weiss aber auch, dass seine Aktien nach dem Nati-Aufgebot weiter gestiegen sind. U21-Auftritt hin oder her.

Schweiz U21 – Slowenien U21 1:2 (1:0)
Brügglifeld. – 3020 Zuschauer. – SR Barbeno. – Tore: 33. Guillemenot (Seydoux) 1:0. 61. Mlakar (Foulpenalty) 1:1. 82. Celar 1:2.
Schweiz: Racioppi; Seydoux (63. Zesiger), Cömert, Bamert, Sidler; Toma (63. Zeqiri), Domgjoni (72. Puertas), Janjicic, Vargas (72. Ndoye); Bajrami (63. Pusic); Guillemenot. Bemerkung: gelbe Karte: 26. Guillemenot (Schwalbe).

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