Europa League

Für den FC Basel geht es heute Abend gegen Osijek um Alles oder Nichts

Der FC Basel muss heute in Kroatien gegen Osijek gewinnen. Doch den Dritten der abgelaufenen Super-League-Saison erwartet eine schwere Aufgabe.

Jakob Weber
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Ciriaco Sforza an der PK
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Die Uefa achtet penibel auf das Einhalten des Sicherheitsabstandes.
Auch Valentin Stocker beantwortete vor Ort die Fragen der kroatischen Journalisten.
Fiebermessen vor dem Abschlusstraining
Omar Alderete ist gut gelaunt.
Der FC Basel reist nach Kroatien
Djordje Nikolic (hier mit Kemal Ademi und Jasper van der Werff) wird am Donnerstag im Tor stehen.
Fabian Frei scheint die Reise gut gelaunt anzutreten.
Assistenztrainer Daniel Hasler und Trainer Ciriaco Sforza vor dem Abflug.
ussball Europa League Qualifikation - NK Osijek - FC Basel: Der Basler Car vor dem Flughafen
Zur Freude aller Fans ist auch Valentin Stocker weiterhin mit dabei.
Fabian Frei und Torhueter Heinz Lindner vor dem Abflug.
Arthur Cabral verstaut sein Handgepäck.
Afimico Pululu hat für einen angenehmen Flug vorgesorgt.

Ciriaco Sforza an der PK

Freshfocus

Taulant Xhaka ist gestern nicht mit dem FCB nach Kroatien gereist. Ein Einsatz käme nach dem Innenbandriss zu früh. Angesprochen auf das eine entscheidende K.-o.-Spiel gegen NK Osijek sagte er letzte Woche: «Es ist ein Vorteil für uns, aber es ist auch ein Vorteil für sie.» Was Xhaka damit vermutlich meinte: Der FCB hat den Vorteil, dass er in Kroatien ohne die berüchtigten Heimfans spielen darf. Osijek hat den Vorteil, ohne Reisestrapazen auftreten zu können und gegen den vermeintlichen Favoriten aus der Schweiz nur ein Spiel gewinnen zu müssen, um eine Runde weiterzukommen. «In einem solchen Spiel kann alles passieren», sagt Xhaka. Und genau darum ist der Druck beim FCB besonders gross.

Ein schlechtes Spiel, wie zuletzt beim 1:5-Test gegen Saarbrücken, und die Europacup-Saison ist vorbei, bevor die heimische Liga begonnen hat. Dann gibt es keine Uefa-Prämien. Dann steigt der Marktwert der FCB-Spieler nicht so schnell, und dann weht der Klubführung wahrscheinlich ein noch eisigerer Wind entgegen, als eh schon. Vergangene Saison rettete die sehr gute Europa- League-Kampagne die sportliche Bilanz. Bei einer Niederlage gegen Osijek hat Präsident Bernhard Burgener ein gewichtiges Argument weniger, warum in seinem Klub eigentlich «alles gut» ist.

Die ganze Schweiz sollte heute Daumen drücken

Auch für die Schweiz wäre ein Ausscheiden des Punktelieferanten FCB nicht gut. Schon jetzt liegt die Schweiz nur auf Rang 17 der Uefa-Fünfjahreswertung. Das hat zur Folge, dass ab dieser Saison nur noch der Meister Zugang zu Champions oder Europa League hat. Der Ligazweite, der Dritte und der Cupsieger spielen ab 2021 in der neu gegründeten Conference League nur noch drittklassig. Xhaka äusserte nach seiner Vertragsverlängerung den Wunsch, weitere magische Europacup-Nächte mit dem FCB zu erleben. Der Weg dahin wird für die Basler aber immer schwieriger. Umso bitterer wäre es, wenn der FCB in dieser Saison die Gruppenphase der Europa League verpassen würde.

Alles oder nichts heisst es also heute gegen NK Osijek und dann möglicherweise auch in einer Woche gegen das vorausgeloste Anorthosis Famagusta aus Zypern und in den Playoffs. Alles oder nichts gilt auch für den neuen Trainer Ciriaco Sforza. Seit seinem Amtsantritt vor gut zwei Wochen ist der 50-Jährige bemüht, positive Stimmung zu kreieren. Eine Niederlage in seinem ersten Pflichtspiel als FCB-Trainer wäre auch für ihn ein grosser Dämpfer.

Charmeoffensive von Burgener und Heri

Noch grösser wäre der Schaden allerdings für die Klubführung. Die ging zuletzt in die Charmeoffensive. Die Vertragsverlängerungen von Xhaka, Stocker und van Wolfswinkel sind Erfolgsmeldungen. Anfang kommender Woche haben Burgener und Roland Heri Leute, die ein Beschwerdemail verfasst haben, Fanvertreter und Vertreter aus den Fussballvereinen der Region zu Gesprächen eingeladen. Auch diese schwierigen Diskussionen würden sich leichter führen lassen, wenn der FCB dann noch europäisch vertreten wäre.

Gleich auf vielen Ebenen steht also einiges auf dem Spiel. Dessen sind sich der Trainer und seine Spieler bewusst. Neben Xhaka sind auch die verletzten Luca Zuffi, Yannick Marchand, Raoul Petretta und Elis Isufi nicht mit dabei. Wen Sforza heute um 20.45 Uhr in die Schlacht schickt, wollte er in einer digitalen Medienkonferenz aus dem Hotel nicht sagen. Er verrät nur, dass er die Aufstellung schon seit ein paar Tagen kennt und dass Djordje Nikolic als neue Nummer 1 im Tor stehen wird.