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Für den FCL geht’s happig weiter

Dem FC Luzern bleibt nach der 0:4-Niederlage in Piräus keine Zeit, um die Wunden zu lecken. Bereits am Sonntag (16 Uhr, SRF zwei) folgt die nächste Herausforderung im Heimspiel gegen Meister YB.
Daniel Wyrsch, Piräus
Bedienter FCL mit Simon Grether, Idriz Voca und Lucas Alves (in Blau von links). (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Piräus, 9. August 2018)

Bedienter FCL mit Simon Grether, Idriz Voca und Lucas Alves (in Blau von links). (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Piräus, 9. August 2018)

Der FC Luzern hat am Donnerstag in Piräus ein schlechtes Bild abgegeben – und auch vom Zustand der Super League. Im Frühling unter dem ehemaligen U21-Trainer Gerardo Seoane (39) noch von Platz 9 auf 3 gesprungen, kamen die langsamen Schweizer gegen den griechischen Vorsaisondritten Olympiakos unter die Räder. Dabei hätte das Resultat im Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League aus Sicht des FCL noch brutaler als 0:4 ausfallen können.

Kostas Konstantinidis, der frühere griechische Internationale, rieb sich im mit 17 000 Zuschauern nur halb gefüllten Karaiskakis-Stadion verwundert die Augen. Der 45-jährige Spielerberater hatte Luzern im Vorfeld eine kleine Aussenseiterchance eingeräumt. Doch beim Betrachten der Geschehnisse auf dem Rasen meinte der Kenner des griechischen Fussballs: «So ein schlechtes europäisches Auswärtsteam wie Luzern hat man hier gegen Olympiakos in den letzten zehn Jahren nicht gesehen.»

Verschiedene Meinungen über Leistung und Ablösen

Allerdings spielen die traditionell von schwerreichen Präsidenten alimentierten Griechen seit über zwei Dekaden regelmässig in der Champions League. Schon im Vorfeld des Hinspiels hatte Luzern-Coach René Weiler (44) darauf hingewiesen – und er wiederholte nach dem Match: «Olympiakos ist unzufrieden, nur Dritter geworden zu sein und sich nun für die Europa League qualifizieren zu müssen. Der Verein strebt nach Höherem.» Er meinte damit die Königsklasse, für die Olympiakos mit diesem überwiegend neu formierten Team eigentlich schon reif sei. Doch Konstantinidis ist nicht der gleichen Meinung wie der FCL-Trainer. Er und andere Experten haben einen FC Olympiakos gesehen, der im ersten Pflichtspiel der Saison «noch längst nicht auf dem Level der Vorjahre» agieren würde. Auch die von Weiler und anderen FCL-Exponenten in Piräus gemachten Äusserungen, dass der übermächtige Gegner in diesem Sommer viel in neues Personal investiert hätte, sind mit Vorsicht zu geniessen. Klar hat das Olympiakos-Kader einen ungleich höheren Wert als jenes von Luzern, allerdings holten die Griechen mit Guerrero und Christodoulopoulos, den beiden Doppeltorschützen gegen Luzern, zwei treffsichere Angreifer ablösefrei. Auch für Offensivmann Podence und Goalie Gianniotis zahlte der Klub offensichtlich keine Transfersummen. ­Diese Angaben macht Transfermarkt.com. Das Netzwerk mit Scouts und Beratern ist dagegen viel besser und auch teurer als bei dem in diesem Bereich vergleichsweise amateurhaft und personell unterdotiert arbeitenden FCL. Die Möglichkeiten von Olympiakos zeigt der Wechsel des defensiven Mittelfeldmanns Bouchalakis, der ablösefrei von Nottingham Forest kam. Hintergrund: Der englische Sieger des Europacups der Landesmeister von 1979 und 1980 gehört seit dem vergangenen Jahr Olympiakos-Boss Evangelos Marinakis (51). Der Reeder führt die Erfolgsstory beim griechischen Rekordmeister seit 2010 fort.

Der Glaube an die eigenen Stärken fehlt derzeit Luzern

Die arg gebeutelten Luzerner sind gestern heimgereist. Heute bereiten sie sich im Training auf der Allmend auf den nächsten grossen Brocken vor. Meister Young Boys ist morgen zu Gast in der Swisspor-Arena. Die Berner sind souveräner Tabellenführer. Weiler meinte am Mittwoch vor dem Abschlusstraining in Piräus, dass die Vergleiche gegen Olympiakos und YB zu früh für sein Team kommen würden. Wie bereits vor den Griechen herrscht auffällig grosser Respekt vor den Bernern. Captain Christian Schneuwly meinte direkt nach dem Misserfolg gegen Olympiakos, dass mit YB nun «die beste Mannschaft der Schweiz, die mit Gerry Seoane einen Toptrainer bekommen hat, auf uns wartet».

Etwas mehr Glauben an die eigenen Fähigkeiten und Selbstbewusstsein wären wünschenswert. Damit die erste Begegnung mit Ex-FCL-Erfolgstrainer Seoane nicht zur zweiten Ohrfeige innerhalb von drei Tagen führt.

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