Spono-Präsident Wey: «Für uns ist noch nichts angebrannt»

Die Spono Eagles starten mit Rücklage ins neue Handball-Jahr. Trainer und Team stehen gegen den LK Zug unter Druck. Die Hoffnungen ruhen auch auf Rückkehrerin Xenia Hodel.

Stephan Santschi
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Xenia Hodel, hier in einem Spiel gegen den LC Brühl, ist nach eineinhalb Jahren zu Nottwil zurückgekehrt.

Xenia Hodel, hier in einem Spiel gegen den LC Brühl, ist nach eineinhalb Jahren zu Nottwil zurückgekehrt. 

Bild: Boris Bürgisser (Nottwil, 8. Oktober 2017)

Am Wochenende nehmen die Schweizer Spitzenhandballerinnen den Meisterschaftsbetrieb wieder auf. Der elfte Spieltag der SPL 1, der erste nach der Winterpause, hält dabei gleich ein Zentralschweizer Highlight bereit. Am Sonntag (16 Uhr, SPZ) kommt es in Nottwil zum Derby zwischen den Spono Eagles und dem LK Zug. «In diesem Spiel wird sich die Meisterschaft nicht entscheiden», sagt Spono-Präsident Urs Wey, doch er weiss: «Mit Blick auf Rang zwei ist ein Sieg für uns wichtiger als für Zug. Sollten wir verlieren, geraten wir mehr unter Druck.» Vier Punkte beträgt aktuell der Rückstand der drittrangierten Nottwilerinnen auf das zweitklassierte Zug. Auch wenn nach dem sonntäglichen Rencontre noch 15 Spieltage auf dem Programm stehen (inklusive Finalrunde der Top 4), würde eine Niederlage gegen Zug die Aussicht auf einen Platz im Playoff-Final schmälern.

Die zwei Spono-Gesichter

Bisher zeigten die Luzernerinnen zwei Gesichter. Das strahlende im Cup, wo sie dank Erfolgen gegen Brühl St.Gallen und Zug im Halbfinal stehen. Das düstere in der Meisterschaft, in der sie alle drei Direktbegegnungen mit den anderen Spitzenteams verloren haben. «Wir haben jene Partien gewonnen, die wir gewinnen mussten. Noch ist nichts angebrannt», erklärt Wey. Er weiss aber auch: 

«Noch haben wir in der SPL 1 unsere Bestleistung nicht abrufen können.»

Warum das so ist, erklärt er sich mit den personellen Veränderungen im letzten Sommer. Sechs Zuzüge tätigten die Spono Eagles, fünf kamen aus Klubs, die vergangene Saison in der Auf-/Abstiegsrunde SPL 1/SPL 2 engagiert waren. «Diese Spielerinnen haben unsere Winnermentalität noch nicht verinnerlicht, ihnen muss die ständige Favoritenrolle erst bewusst gemacht werden. Das braucht Zeit», sagt Urs Wey.

In der ersten Saisonhälfte kam es deshalb zu Reibereien zwischen Trainer Carlos Lima und dem Team. Der frühere Schweizer Internationale, der als Spieler in drei verschiedenen Ländern Meister gewesen war, ­explodierte Anfang November nach dem verlorenen Heimspiel gegen Brühl in der Kabine und machte seiner Equipe mit energischer, teils unfeiner Wortwahl klar, was er von ihrem Auftritt hielt. «Carlos ist sehr impulsiv und kann laut werden. Die Spielerinnen wussten, dass sie keine gute Leistung gezeigt hatten. Sie können das einordnen», glaubt Wey und fügt an: «Laute Worte sollen im Spitzensport hie und da auch Platz haben.»

Xenia Hodel verstärkt Nottwil im Rückraum

In der Meisterschaftspause diente ein Teamevent in Sörenberg und die Teilnahme an einem Turnier in Neckarsulm der Vorbereitung auf das neue Jahr. Die Frage, ob Trainer und Team mit Geschlossenheit am Werk sind, beantwortet Wey mit einem Ja. Und dann freut er sich besonders über den prominenten Wintertransfer: Nationalspielerin Xenia Hodel ist nach eineinhalb Jahren beim Bundesligisten Leverkusen an den Sempachersee zurückgekehrt. «Sie fühlte sich dort sowohl sportlich als auch privat nicht wohl. Wir versprechen uns mit ihr eine echte Verstärkung.»

Vor ihrem Ausland-Engagement spielte Hodel vier Saisons in Nottwils Fanionteam, feierte zwei Meistertitel und einen Cupsieg. Im rechten Aufbau soll die 21-Jährige aus Oberkirch als einzige Linkshänderin für mehr Alternativen und Torgefahr sorgen. «Unser Kader wird mit ihr breiter, und Breite wird im Kampf um den Titel nötig sein», so Wey. Es sei zwar nicht so, dass sie von der Qualität her Meister werden müssten, wie das vor zwei Jahren der Fall gewesen sei. Doch der Präsident ist überzeugt: «Das Potenzial dazu ­haben wir.»

SPL 1. Qualifikation, 11. Spieltag. Samstag, 16.00: Kreuzlingen – Yellow Winterthur. – 17.00: RWThun – Herzogenbuchsee. – Sonntag, 16.00, SPZ: Spono Eagles – LK Zug. – 18.15: GC Amicitia Zürich – LC Brühl. 
Rangliste (alle 10 Spiele): 1. LC Brühl 18 (+124). 2. LK Zug 18 (+100). 3. Spono Eagles 14. 4. RW Thun 12. 5. Kreuzlingen 7. 6. Herzogenbuchsee 5. 7. Yellow Winterthur 4. 8.GC Amicitia Zürich 2. – Top 4 kommen nach 14 Spieltagen in die Finalrunde.

LK Zug will den fünften Handball-Meistertitel

Der Handballerinen des LK Zug steigen als Co-Leader in die zweite Saisonhälfte und zählen mit Brühl St. Gallen zu ­den ersten Meisterschaftsanwärterinnen. Am Samstag kommt es zum Derby in Nottwil.
Stephan Santschi