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FUSSBALL: 162 Tage am Tabellenende sind genug

Der FC Luzern will heute (13.45) gegen Aarau im elften Heimspiel endlich den ersten Sieg feiern. Die Gründe, warum das dem Tabellenletzten gelingen sollte.
Daniel Wyrsch
Der mit sieben Toren beste Torschütze des FCL wartet noch auf seinen ersten Treffer 2015: Marco Schneuwly. (Bild: Martin Meienberger /)

Der mit sieben Toren beste Torschütze des FCL wartet noch auf seinen ersten Treffer 2015: Marco Schneuwly. (Bild: Martin Meienberger /)

Die Statistik vor dem Spiel der Klubs aus den Nachbarkantonen macht deutlich, dass heute ein erster Final im Kampf gegen den Abstieg ansteht. Der FC Luzern hat seit dem 18. Mai 2014, der letzten Runde der Vorsaison, nicht mehr in der Swissporarena gewonnen. Damals besiegte er den FC Thun 3:0. In der laufenden Saison spielte Luzern im eigenen Stadion sieben Mal unentschieden und verlor drei Spiele. In sieben Partien vor eigener Kulisse schoss der FCL je ein Tor – nie mehr. In drei Spielen traf er gar nicht. Kein Wunder, sind die Zentralschweizer mit sieben Punkten das heimschwächste Team der Liga. Auswärts ist der Tabellenletzte immerhin Siebter mit acht Punkten aus ebenfalls zehn Partien.

Beim FC Aarau fällt auf, dass er seit dem 5. Oktober nicht mehr gewonnen hat. Damals besiegte die Mannschaft von Trainer Sven Christ zu Hause YB 3:2. Seither haben die Aargauer aus neun Spielen lediglich drei Punkte geholt. Von den letzten drei Partien verloren sie gegen den Aufsteiger FC Vaduz zweimal 0:1 – und am 29. November unterlag Aarau zu Hause dem FCL klar 0:3.

Andererseits hatte der FCA im Herbst von der Heimschwäche der Luzerner profitiert: Nach einem 1:1 in der Liga eliminierte Christs Team die frisch von Markus Babbel übernommene Mannschaft mit einem 2:1-Sieg im Cup.

Aufbruchstimmung in Luzern

Obwohl in dieser Saison nichts zu sehen war von der einstigen Heimstärke, deutet alles auf den ersten FCL-Heimerfolg hin. Während man in Aarau nach neun sieglosen Spielen hintereinander die Frage nach dem Trainer stellt, ist in Luzern seit der Einsetzung von Ex-Trainer Rolf Fringer (58) als Sportchef Aufbruchstimmung zu verspüren. In den ersten zwei Rückrundenpartien zu Hause gegen YB (1:1) und in St. Gallen (0:0) präsentierte sich der FCL um den neuen und alten Abwehrchef Tomislav Puljic weit weniger fehleranfällig in der Defensive. Ein Problem ist aber die Effizienz im Angriff geblieben. Co-Trainer Roland Vrabec zählte in beiden Spielen «zehn fast 100-prozentige Chancen». Getroffen hat bisher nur Puljic, die Stürmer Marco Schneuwly und Dario Lezcano warten im Jahr 2015 auf einen Torerfolg.

Babbels Warnung vor Costanzo

Cheftrainer Babbel weiss um die Bedeutung des Spiels: «Wir haben die grosse Chance, die rote Laterne abzugeben, das ist Motivation pur.» 13 Runden und exakt 162 Tage, seit dem 2:3 gegen YB am 14. September im Stade de Suisse noch unter Carlos Bernegger, lastet der letzte Platz auf den Schultern der Luzerner. Innenverteidiger Kaja Rogulj offenbarte: «Es ist nicht leicht, jeden Tag zu trainieren mit dem Gefühl, Tabellenletzter zu sein.» Anders gesagt: Die Spieler haben genug, sie wollen gegen Aarau weg vom Abstiegsplatz.

Doch Babbel unterschätzt den Underdog vom Brügglifeld nicht. «Die Aargauer sind kein Fallobst, den Sieg müssen wir uns knallhart erarbeiten.» Er hat seine Spieler vor den Schussqualitäten von Moreno Costanzo, den YB ausgeliehen hat, und vor Mittelstürmer Petar Sliskovic gewarnt. «Den Kroaten Sliskovic kenne ich aus der Bundesliga, bei Mainz schoss er Tore für die U 23.» Aber auch Dusan Djuric traf in der Vorrunde gegen den FCL mit einem Traumschuss aus 30 Metern und beim Cup-Coup in Luzern gelang ihm ein Kopfballtor.

Jantscher hält fest: «Ich bin heiss»

Für einen FCL-Sieg braucht es vor allem eigene Tore und sicher keine Angst vor Gegentreffern. Mit der laufintensiven, disziplinierten Spielweise gegen den Ball und dem neuen Abwehrbollwerk Puljic/Rogulj hinten im Zentrum können die Luzerner intensiv den Abschluss suchen. Jakob Jantscher, der beste Vorlagengeber der Liga (8 Assists), zuletzt aber nur mit zwei Teileinsätzen, sagt: «Ich bin heiss.» Cristian Ianu will im dritten Spiel seit der Rückkehr zum FCL erstmals spielen, das Feuer brennt im Stürmer. «Ich bin bereit, wenn der Trainer mich auf den Platz schickt.»

Der Heimsieg ist Pflicht, danach spielt der FCL nacheinander bei Sion und GC sowie zu Hause gegen Vaduz – alles ebenso Direktrivalen im Kampf um den Ligaerhalt.

Sie drücken dem FC Luzern die Daumen

Hanspeter Burri (51), Meister mit FCL 1989

Hanspeter Burri (51), Meister mit FCL 1989. (Bild: Eveline Bachmann / Neue LZ)

Hanspeter Burri (51), Meister mit FCL 1989. (Bild: Eveline Bachmann / Neue LZ)

«Das 1:1 gegen YB stimmt mich positiv für den FCL. Es war meiner Meinung nach der bisher beste Match der Saison. In der Abwehr steht die Mannschaft besser, das neue System ist zudem mit mehr Spielern vorne offensiver ausgerichtet. Für mich ist es endlich wieder normaler Fussball, den die Leute hier sehen wollen. Denn mehr Ballbesitz bringt nichts, wenn die Partien am Ende verloren gehen. Übrigens habe ich ein paar FCL-Spieler an der Fasnacht gesehen. Ich finde es gut, wenn sie zusammen etwas unternehmen und den Kopf lüften, bevor es wieder zählt. Ich habe ein gutes Gefühl für den Match gegen Aarau, der erste Sieg ist längst fällig, Luzern muss und wird gewinnen.»

Henrik Belden (32), Liedermacher

Henrik Belden (32), Liedermacher.

Henrik Belden (32), Liedermacher.

«Als FCL-Fan ist man sich ja eigentlich so einiges an Leid gewöhnt, und die Zeit in der Challengue League hatte ja durchaus auch ihren Reiz mit den Auswärtsfahrten. Ich erinnere mich gerne an den Acker in Collombier, wo es nicht mal eine Toilette gab. Aber so weit wird es nächste Saison nicht kommen. Die fussballerische Qualität im Kader ist schlicht und einfach zu gut, um abzusteigen – da gibt es weit schlechtere Teams. Vor allem die Rückkehr von Abwehrturm Tomislav Puljic stimmt mich zuversichtlich. Er mag nicht der beste Fussballer sein und auch kein zweiter Usain Bolt, aber ein Leadertyp, den wir so richtig brauchen können im Moment, um das Ruder rumzureissen. Und sowieso: Hopp Lozärn.»

Friedel Rausch (74), Meistertrainer 1989

Friedel Rausch (74), Meistertrainer 1989. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Friedel Rausch (74), Meistertrainer 1989. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

«Für mich steht fest: Jetzt muss einfach wieder eine gute Zeit kommen für den FC Luzern. Die Rückholaktion von Tomislav Puljic ist schon mal ein Anfang gewesen. Ich schätze diesen Innenverteidiger sehr, er ist für Luzern wie ein Sechser im Lotto. Nun hoffe ich, dass auch alle anderen FCL-Profis ihre Ängstlichkeit ablegen und gegen Aarau mutig nach vorne spielen. Das Potenzial hat die Mannschaft, glaubt sie daran, dann läuft es. Mit dieser Einstellung feiert Luzern den ersten Heimsieg dieser Saison. Ich war übrigens mit meinen Meisterjungs von 1989 am 18. Mai letzten Jahres dabei, als Luzern mit dem 3:0 gegen Thun zum letzten Mal einen Sieg im eigenen Stadion bejubeln konnte.»

Max Heinzer (27), Degenfechter

Max Heinzer (27), Degenfechter. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Max Heinzer (27), Degenfechter. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

«Den Rückrundenstart gegen YB sah ich im Stadion. Ich war angetan und überrascht von der Luzerner Leistung beim 1:1. Wenn nichts dazwischenkommt, werde ich auch am Sonntag in der Swissporarena sein. Ich bin überzeugt, dass der FCL im Direktduell gegen Aarau drei Punkte holt. Die Gründe? Jedem Spieler ist bewusst, wie wichtig und notwendig der erste Heimsieg im Kampf gegen den Abstieg ist. Ich bin kein Fussballexperte, aber jeder einzelne Luzerner wird ähnlich wie ich bei einem erfolgreichen Weltcup-Turnier auftreten: extrem fokussiert und konzentriert sein auf das, was man machen will, sich nicht mit dem Gegner, dem Schiedsrichter und dem Publikum anlegen. Dann kommt’s gut.»

Ruedi Meier (62), Alt-Stadtrat

Ruedi Meier (62), Alt-Stadtrat. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Ruedi Meier (62), Alt-Stadtrat. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

«Ich bin ziemlich am Bibbern, wenn ich an das Spiel gegen Aarau denke. Das wird keine leichte Aufgabe, denn auch für den Gegner ist dieses Spiel ein kapitales. Ich glaube aber, dass sich die Mannschaft der Wichtigkeit dieser 90 Minuten bewusst ist und alles geben wird. Deshalb tippe ich auf ein 2:0 für den FCL. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft, so wie sie sich dieses Jahr präsentiert, nicht absteigen wird. Denn die spielerische Qualität ist zweifellos vorhanden, das hat man schon beim letzten Heimspiel gegen YB und auswärts in St. Gallen gesehen, auch wenn es da letztlich nur zu Unentschieden gereicht hat. Es ist gut, dass nach den personellen Turbulenzen wieder Ruhe in den Verein eingekehrt ist.»

Daniel Wyrsch

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