Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

FUSSBALL: Ägeri steht überraschend an der Spitze

Der FC Ägeri führt die Tabelle der 2. Liga trotz einer unbefriedigenden Saisonvorbereitung nach drei Runden verlustpunktlos an. Mittelfeldspieler Dave Boog weiss, wem dies zu verdanken ist.
«Ich würde sogar dafür bezahlen, um in diesem Verein spielen zu dürfen», sagt Dave Boog. (Bild: Werner Schelbert (Unterägeri, 31. August 2017))

«Ich würde sogar dafür bezahlen, um in diesem Verein spielen zu dürfen», sagt Dave Boog. (Bild: Werner Schelbert (Unterägeri, 31. August 2017))

Martin Mühelbach

sport@zugerzeitung.ch

Kadermutationen, Verletzungen und Ferienabwesenheiten lösten im FC Ägeri in der Saisonvorbereitung einen personellen Engpass aus. Dragi Salatic, der neue Spielertrainer, musste sogar eine Trainingspause einlegen, weil zu wenig Spieler zur Verfügung standen. Umso mehr überrascht es, dass Ägeri nach drei Meisterschaftsrunden die Tabelle der 2. Liga mit neun Punkten anführt. Der gelernte Stürmer Dave Boog (28), der zum Mittelfeldspieler auf der rechten Aussenbahn umfunktioniert wurde, erklärt: «Der stets positiv denkende Remo Stierli, der unsere Jungen beispielhaft förderte, hat in der vergangenen Saison innerhalb des Teams und des Vereins ein hervorragendes Klima geschaffen. Dies ist die Grundlage unseres derzeitigen Erfolgs.» Der vormalige Trainer Stierli wechselte auf diese Saison hin zu Zug 94 als Chef Préformation.

Dragi Salatic habe von ihm eine «sehr motivierte» Truppe übernehmen können, und er meistere die Umstellung vom kollegialen Mitspieler der vergangenen Saison zum jetzigen tonangebenden Spielertrainer ausgezeichnet. «Seine ausnahmslos mit dem Ball gestalteten Trainings sind zielgerichtet und machen Spass. Dragi versteht es ausgezeichnet, Spielzüge genau zu analysieren und uns mental hervorragend auf den jeweiligen Gegner einzustellen.»

Dave Boog bekennt, in der vergangenen Saison seinen Mitspieler Salatic oft mit Sprüchen eingedeckt zu haben. Nun getraue er sich nicht mehr, dies zu tun, weil er Angst habe, seinen erkämpften Stammplatz im Fanionteam zu verlieren. Der Spielertrainer sei nun für ihn eine Respektsperson, betont Boog.

Auftreten wie die Profis

Das Torverhältnis von 14:3 zeigt, dass sowohl die Defensiv- als auch die Offensivarbeit des Teams sehr gut funktioniert. Salatics Persönlichkeit ist es zu verdanken, dass Ägeri trotz der Personalknappheit zu Beginn der Saison eine schlagkräftige Truppe aufs Spielfeld schicken konnte. Ihm gelang es, zwei ehemalige Teamstützen ins Boot zu holen. Fabio Kobel hütete in den ersten beiden Meisterschaftsspielen das Tor, für den bis dahin noch nicht spielberechtigten Dragan Dunjic, und der vor einem Jahr zurückgetretene André Rogenmoser führt im Mittelfeld wieder gekonnt Regie. Dave Boog führt aus: «Dragi Salatic schweisst unser Team noch enger zusammen, indem er grossen Wert auf ein professionelles Auftreten legt. Er verlangt, dass wir mit einheitlichen Schuhen, Hosen und Shirts zu den Auswärtsspielen reisen.» Es mache richtig Spass, Teil dieser Truppe zu sein. Ihm sei der FC Ägeri so sehr ans Herz gewachsen, dass er «sogar dafür bezahlen würde, um in diesem Verein spielen zu dürfen», sagt Boog mit einem Augenzwinkern.

Der in Binningen BL aufgewachsene Dave Boog stiess als D-Junior zum FC Ägeri. Als Aktiver spielte er zunächst im 5.-Liga-Team der Bergler, mit dem er als interner Torschützenkönig den Aufstieg schaffte. Zudem engagierte er sich im Verein während sechs Jahren als Junioren- und Frauentrainer. Besnik Reci, der Trainer von Zug 94 II, berief den schnellen, kämpferisch und konditionell starken Spieler in sein 3.-Liga-Team. Vor einem Jahr kehrte Boog nach Unterägeri zurück, wo er von Trainer Stierli in das erweiterte Kader der 2.-Liga-Mannschaft berufen wurde und zu Teileinsätzen gelangte.

Nun ist er anscheinend zum Stammspieler gereift. In den bisher drei Meisterschaftsspielen stand Boog immer in der Startformation – mit unterschiedlichem Erfolg. Im Spiel gegen den Luzerner Sportclub (LSC) steuerte er zwei Treffer zum Startsieg bei, in der zweiten Partie glänzte er als Vorlagengeber. Am vergangenen Wochenende gegen Schattdorf wurde er im Verlauf der zweiten Halbzeit ausgewechselt. «Zu Recht, denn ich war nicht in der Lage, die von mir erwartete Leistung abzurufen», sagt Boog selbstkritisch.

Ruhe gönnen in Thailand

Der 28-Jährige, der als aufgestellter Typ daherkommt, hat schon früh gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Seit seinem 17. Lebensjahr wohnt der gelernte Dachdecker in seinen eigenen vier Wänden. In seiner Freizeit organisierte er mehrere Carfahrten und Partys. Und als Inhaber sämtlicher J+S-Skilehrerdiplome erteilte er in den Sportferien den Menzinger Oberstufenschülern Snowboardunterricht. «Ich bin es gewohnt, stets auf Trab zu sein und Verantwortung zu übernehmen», sagt Dave Boog glaubwürdig, ehe er hinzufügt: «Ich schätze und brauche Vertrauen. Wenn mir jemand sein Vertrauen schenkt, gebe ich mein Bestes, um es rechtfertigen zu können.»

Kürzlich hat Boog einen orangefarbenen Ford Mustang GT erstanden. «Dieses Auto habe ich mir hart erarbeitet», sagt er stolz. Im kommenden Jahr wolle er es etwas ruhiger angehen lassen und seinen leiblichen Vater besuche, der in Thailand lebt. Bis dahin gibt es aber auch auf dem Fussballplatz noch viel zu tun.

Am Sonntag empfangen die Ägerer den Aufsteiger Cham II (15.00, Chruzelen). «Ich bin überzeugt, dass unser Trainer uns hervorragend auf den spielstarken Gegner aus dem Ennetsee einstellen wird.» Da die erste Mannschaft von Cham ihre Promotion-League-Partie gegen La Chaux-de-Fonds am Samstag austrägt, sei anzunehmen, dass der eine oder andere Spieler in Unterägeri auflaufen werde. Respekt sei angebracht, «aber mehr nicht».

Cham mit Zuzug in der Offensive

Promotion League Der SC Cham trifft am Samstag auf dem heimischen Eizmoos auf La Chaux-de-Fonds (16.00). Dabei wird – wenngleich nicht auf dem Platz – ein neues Gesicht zu sehen sein: Diego Zoller (22) ist vom Ligarivalen Zürich U21 zu den Ennetseern gestossen. Der Offensivspieler aus Hedingen hat am vergangenen Montag das Training aufgenommen, nachdem er sich in der Vorbereitung auf die laufende Spielzeit verletzt hatte. Deshalb wird er gemäss Chams Sportchef Marcel Werder «noch etwas Zeit brauchen», bis er in Matches eingreifen kann. Darüber hinaus ist die Spielberechtigung noch nicht eingetroffen.

Die Chamer haben mit ihren Auftritten in den ersten fünf Saisonspielen keine Tendenz erahnen lassen. Bei einem Sieg, zwei Remis und zwei Niederlagen haben sie fünf Punkte geholt. Der morgige Gegner aus dem Jura steht mit sieben Zählern zu Buche.

1. Liga: Duell am Strich

Eine Spielklasse tiefer, in der 1. Liga, sind in der Gruppe 2 nur zwei Teams schlechter gestartet als Zug 94: Langenthal und Kickers Luzern, die noch keinen Punkt geholt haben. Morgen treffen die Kickers und Zug aufeinander (17.15, Tribschen). Der Aufsteiger aus Luzern hat in den ersten vier Matches zudem kein einziges Tor erzielt – die grosse Chance für die Zuger auf den ersten Sieg. (red)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.