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FUSSBALL: Andreoli macht es wie Guardiola

Buochs und Schötz trennen sich in einer unterhaltsamen Partie 2:2. Buochs-Trainer David Andreoli nimmt bald eine Auszeit – und begründet dies auf bemerkenswerte Weise.
Stephan Santschi
David Andreoli (rechts) nach dem Einzug in die Cup-Viertelfinals. (Bild: Sigi Tischler (Buochs, 30. Oktober 2014))

David Andreoli (rechts) nach dem Einzug in die Cup-Viertelfinals. (Bild: Sigi Tischler (Buochs, 30. Oktober 2014))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Es war ein besonderer Fussballabend an den Gestaden des Vierwaldstättersees, auf und neben dem Platz tat sich Erstaunliches. In sportlicher Hinsicht war bald offensichtlich, dass weder Buochs noch Schötz Ambitionen nach vorne oder Befürchtungen nach hinten haben. Spielen und spielen lassen, so lautete das Motto dieser abwechslungsreichen 1.-Liga-Partie, welche ein 2:2-Remis zeitigte. Eine Punkteteilung, die letztlich eher den Schötzern schmeichelte, hatte der SCB doch mehr vom Spiel und sündigte wiederholt im Abschluss.

Allen vier Toren haftete dabei etwas Eigentümliches an. Da war die 9. Minute, als sich der Schötzer Joel Stephan das Spielgerät im eigenen Strafraum abluchsen liess, woraufhin Ballräuber Augustin Tanushaj nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte (1:0). Da war der Penalty von Christophe Lambert in der 35. Minute (2:1), den er sich mit einem smarten Einhängen bei Marcel Gänsler selber erarbeitet hatte. Vor allem waren da aber die jeweiligen Schötzer Ausgleichstreffer, die ein Mann erzielte, der in seinen bald drei Saisons im orangen Dress noch gar nicht als Torschütze in Erscheinung getreten war. Egzon Ramadani, 24-jähriger Aussenverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler – je nachdem, was der Trainer gerade von ihm braucht.

Mit seltenem Mut zur Doublette

Ramadani also traf zur Verblüffung aller gleich doppelt. «Speziell, das freut mich sehr. Seit einem Jahr sagt mir der Trainer, ich solle mehr aufs Tor schiessen. Ich bin halt eher ein defensiver Spieler, deshalb fehlt mir dazu der Mut», erklärte er nach Spielschluss. Zunächst lenkte er einen Eckball direkt aufs Tor ab und überraschte damit den Buochser Keeper, welcher den Ball ins eigene Netz bugsierte (21./1:1). Spät traf er trocken ins lange Eck, auch hier war sein Abschluss noch von einem Gegner abgelenkt worden (59./2:2).

Auf der Tribüne und neben dem Spielfeldrand mischten sich derweil Verkäuferinnen des Supermarkts Spar mit Einkaufskisten unters Publikum und verteilten Kugelschreiber, Tschäppis und vor allem Sammelalben. Ab dem 1. Mai können analog den Paninistickern sämtliche Protagonisten des SC Buochs als Klebebildchen in den Nidwaldner Filialen dieser Handelskette erworben werden. Eine Idee, die jüngst auch schon der FC Nottwil und die Handballerinnen der Spono Eagles in die Tat umgesetzt haben.

Andreoli kündigt Rückkehr bereits an

Zurück auf dem Fussballplatz, tat sich dort weiterhin Bemerkenswertes. Als ein Schötzer zu einem Freistoss aus rund 25 Metern anlief, hoben die Buochser in der Mauer die Arme und wirkten dabei wie Handballspieler. Prompt liess sich der Schütze verwirren und setzte den Ball weit über das gegnerische Gehäuse. «Das hat einen sportpsychologischen Hintergrund», sagte SCB-Trainer David Andreoli und lächelte verschmitzt. Der 34-Jährige wird Buochs Ende Saison nach drei Jahren verlassen. Aufstieg in die 1. Liga, Cup-Sensation gegen YB, Etablierung in der 1. Liga – sein Leistungsausweis ist beachtlich.

Weshalb nun diese Auszeit? «Seit fünf Jahren bin ich Trainer. Ich möchte nicht ein zu hohes Tempo anschlagen, um sicherzugehen, dass nichts auf der Strecke bleibt. Deshalb will ich diese Zeit jetzt verarbeiten.» Auf weitaus höherer Stufe hätten Trainer wie Lucien Favre oder Pep Guardiola ähnliche Massnahmen ergriffen. Andreoli garantiert aber, dass er zurückkehren wird. Bis Ende Jahr möchte er im Besitz des A-Diploms sein, darüber hinaus werde er viel Fussball konsumieren. «Ich bin lernwillig, möchte weiterkommen und nicht stagnieren. Das hat auch mit einem gewissen Egoismus zu tun. Ich nehme mir für neue Dinge Zeit, die das Tagesgeschäft im Fussball nicht zulässt.»

Hinweis

Telegramm, Resultate und Tabelle auf Seite 41.

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