FUSSBALL: Babbel nimmt sich Hyka zur Brust

Luzern will den Schwung nach dem ersten Saisonsieg gegen Zürich ins Heimspiel gegen Thun (heute, 17.45) mitnehmen. Für Jahmir Hyka könnte es das Spiel der letzten Chance sein.

Daniel Wyrsch
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Stürmer Jahmir Hyka: «Nur mitlaufen mit seinen Fähigkeiten, das geht nicht», sagt sein Trainer. (Bild: Phillipp Schmidli / Neue LZ)

Stürmer Jahmir Hyka: «Nur mitlaufen mit seinen Fähigkeiten, das geht nicht», sagt sein Trainer. (Bild: Phillipp Schmidli / Neue LZ)

Ein neuer Trainer bietet den Spielern eine neue Chance. So auch Jahmir Hyka. Der 26-jährige Albaner war in den letzten vier Spielen unter Carlos Bernegger nicht mehr zum Einsatz gekommen. Es setzte vier Niederlagen ab. Von Berneggers Nachfolger an der Seitenlinie, Markus Babbel, wurde Hyka in dessen ersten zwei Matches eingewechselt; 15 Minuten gegen Vaduz (0:0) und 11 Minuten im Cup gegen Aarau (1:2). Der technisch starke 1,69-Meter-Flügel konnte in beiden Teileinsätzen nicht überzeugen. So erstaunte es nur wenig, dass Hyka beim überraschenden 3:2-Sieg gegen den FC Zürich keinen Platz im Aufgebot fand und den ersten Luzerner Saisonerfolg von der Tribüne aus miterlebte. Mit der Spielsperre von Jakob Jantscher (25) bekommt Hyka eine erneute Gelegenheit, sein Können auf der Linksaussen-Position zu zeigen.

Vertrag läuft Ende Saison aus

Vielleicht ist heute gegen Thun Hykas Spiel der letzten Chance. Denn die Zeit drängt für den wirbligen Angreifer, der auch in Albaniens Nationalteam vorläufig seinen Platz verloren hat. Der Vertrag beim FCL läuft Ende Saison nach vier Jahren aus, über Verlängerungen wird üblich schon in der Winterpause diskutiert. Mit dem heutigen Heimmatch verbleiben nur noch fünf Partien.

Babbel möchte selbstverständlich, dass sein Team nach dem lange ersehnten ersten Vollerfolg auf der Erfolgsspur bleibt: «Den Jungs muss bewusst sein, dass eine ähnlich starke Leistung wie gegen Zürich nötig ist, da Thun einen richtig guten Fussball spielt.»

Er verlangt von seiner Mannschaft hohe Laufbereitschaft und kämpferische Entschlossenheit. «Wir müssen wieder eine disziplinierte Spielweise haben.» Die Thuner würden nicht zufällig auf Platz 4 stehen: «Die haben ein extrem schnelles Umschaltspiel, mit Sadik vorne einen Hünen von Stürmer, der die Bälle verteilen kann sowie Spieler, die mit Zug aufs Tor laufen. Ein generell kompakt agierendes Team.»

Jantschers Fehlen dezimiert Luzerns Torgefährlichkeit. Babbel: «Schade, ist Jakob gesperrt. Er hat sich unter meiner Anleitung von Spiel zu Spiel gesteigert.» Am Sieg über den FCZ hatte der Österreicher gemäss dem neuen FCL-Coach «grossen Anteil. Jantscher spielte dominant.» Nun habe ein anderer Spieler die Chance, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.

Auf Bayerisch Angst nehmen

Kaum zufällig hat sich Babbel diese Woche Hyka zur Brust genommen. Zuerst erklärte der einstige Bayern-Star dem Ex-Mainz-Profi, warum er ihn zuletzt auf die Tribüne schickte: «Ich erwarte von einem Spieler mit diesen Qualitäten mehr.» Trainiert habe Hyka schon vor dem Match in Zürich mit einer deutlichen Leistungssteigerung, auch diese Woche sei er fleissig gewesen. «Jahmir muss seine enormen Qualitäten viel dominanter auf den Platz bringen, er kann den Unterschied ausmachen.» Hyka müsse sich bewusst sein: «Nur mitlaufen mit diesen Fähigkeiten, das geht nicht.»

Positiv stimmt vor dieser: Babbel kann offenbar, nicht zuletzt wegen seines hohen Ansehens als erfolgreicher Ex-Profi, den Spielern besser als Ex-Trainer Bernegger die Angst vor Fehlern nehmen. Im bayerischen Dialekt tönt das aus seinem Mund und mit einem Lächeln fast wie bei einem anderen Münchner Urgestein. Franz Beckenbauer pflegte zu sagen: «Gehts raus und spielts Fussball!»