FUSSBALL: Bald gehts für ihn auf eine grosse Reise

Fabio Nieder­hauser will mit dem SC Cham die Vorrunde erfolgreich abschliessen. Dann stehen erst mal andere Aktivitäten auf dem Programm.

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Im Spital wird ihm schnell flau im Magen – nicht aber auf dem Fussballplatz: Innen­verteidiger Fabio Niederhauser. (Bild Werner Schelbert)

Im Spital wird ihm schnell flau im Magen – nicht aber auf dem Fussballplatz: Innen­verteidiger Fabio Niederhauser. (Bild Werner Schelbert)

Martin Mühlebach

Der erst 19-jährige Innenverteidiger Fabio Niederhauser, der seit der Saison 2014/15 beim SC Cham spielt, hat in seiner noch jungen Fussballkarriere schon einige Höhepunkte erlebt. Von seinen Stammklub FC Hünenberg wechselte er zum Team Zugerland und wenig später zur U 14 des FC Luzern. Unter dem Trainer Andy Fimian wurde er mit der U 17 der Spielvereinigung Luzern/Kriens Schweizer Meister. Fabio Nieder­hauser gibt offen zu: «Als kleiner Junge träumte ich davon, dereinst als Fussballprofi in einem grossen Stadion vor ausverkauftem Haus spielen zu können. In der U 18 des FC Luzern, wo ich keinen festen Stammplatz zu erobern vermochte, merkte ich schnell einmal, dass es nebst mir noch viele andere junge Spieler gibt, die gut Fussball spielen und denselben Traum haben wie ich.»

Da für ihn ohnehin stets klar gewesen sei, dass er die Matura machen wolle, habe er den Traum vom Profifussball – zumindest vorübergehend – hintangestellt. Fabio Niederhauser bekräftigt indes: «Falls ich zu einem späteren Zeitpunkt die Chance bekäme, meine Brötchen als Profifussballer verdienen zu können, würde ich sicher versuchen, sie zu packen.»

Im Dress von Franck Etoundi

Vorerst gilt sein Augenmerk aber vollumfänglich dem SC Cham, mit dem er im vergangenen Sommer mit dem Aufstieg in die Promotion-League einen weiteren Höhepunkt in seiner Fussballkarriere erreicht hat. Unvergesslich, sagt Fabio Niederhauser, seien für ihn natürlich auch die beiden Cup-Auftritte mit dem SC Cham gegen die Super-League-Clubs FC Zürich und Grasshoppers, obschon es Niederlagen abgesetzt habe. «Nach dem Spiel gegen den FC Zürich hat mir Franck Etoundi sein Dress geschenkt, das ich seitdem bei meinen privaten sportlichen Aktivitäten trage. Dass mein Freund Tim Eggimann, der ein Fan des FC Basel ist, deswegen hin und wieder einen dummen Spruch macht, lässt mich kalt.»

Der Vater ist sein grösster Fan

Den Wechsel von der U 21 des FC Luzern zum SC Cham bezeichnet der in Hünenberg wohnhafte Fabio Nieder­hauser als optimal. Zum einen, weil er einen kurzen Anfahrtsweg zum Training habe, zum andern, weil der Zusammenhalt im Team sehr gut sei. Und Trainer Jörg Portmann verstehe es ausgezeichnet, die Mannschaft zu motivieren und sie gut auf den Gegner einzustellen. Obschon man derzeit auf dem zweiten Tabellenplatz liege, gelte das Haupt­augenmerk vorerst dem Ligaerhalt, da man ja erst im vergangenen Sommer in die 1. Liga Promotion aufgestiegen sei. «Aber», schiebt der Chamer Innenverteidiger nach, «wir hoffen natürlich, möglichst lange an der Tabellenspitze mitspielen zu können.» Als seinen grössten Fan bezeichnet Fabio Niederhauser seinen Vater Thomas, der sogar an jedem Auswärtsspiel vor Ort sei.

Ab nach Australien

Der 185 Zentimeter grosse und 85 Kilogramm wiegende Fabio Niederhauser sagt von sich selbst: «Ich bin ein offener, fröhlicher und sportlicher Typ, der im Kreise seiner Familie mit zwei Geschwistern eine schöne unbeschwerte Kindheit geniessen durfte.» Dass ihm seine Eltern eine gute Erziehung angedeihen liessen, zeigt sich, als er bekennt: «Ich hasse Niederlagen. Nach aussen hin nehme ich sie zwar gelassen in Kauf, doch in meinem Innern brodelt es.» Bei so viel Beherrschtheit verwundert es nicht, dass Fabio Niederhauser viele Kollegen hat, die gerne mit ihm zusammen ein Fifa-Game machen oder um kleine Einsätze pokern, damit jeder sein Bestes gibt. Schon bald aber müssen seine Kollegen auf seine Gesellschaft verzichten. Fabio Niederhauser erzählt nämlich mit sichtlicher Vorfreude: «Ende November lege ich einen zweimonatigen Aufenthalt in Australien ein. Mit meiner Freundin Nadja Spaar, die ich in der Kanti kennen und lieben gelernt habe, werde ich durchs Land reisen und dessen Sehenswürdigkeiten geniessen. Und dann werde ich eine Schule besuchen und meine Englischkenntnisse auffrischen.» Es ist zu hoffen, dass Fabio Niederhauser den Aufenthalt in Australien heil übersteht, zumal er bekennt: «Seit mir in meiner frühen Kindheit ein Arzt Blut entnommen hat, reagiere ich schon fast allergisch auf Blutentnahme und auf die typischen Gerüche in einem Krankenhaus. Als ich meinen Freund Tim Eggimann nach einem Fahrradunfall im Spital ­besuchte, konnte ich nur kurz in sein Zimmer schauen. Dann wurde es mir flau im Magen. Ich musste mich sofort hinsetzen, um nicht in Ohnmacht zu fallen.»

Schwierig einzuschätzendes Spiel

Am Samstag um 16 Uhr empfängt der SC Cham auf dem heimischen Eizmoos die U 21 des FC Zürich. «Bei den ­U-Teams weiss man nie, wie viele Kaderspieler aus der 1. Mannschaft auflaufen werden. Ich erwarte einen Gegner, der viel Ballbesitz beanspruchen wird. Um bestehen zu können, werden wir wohl viel Laufarbeit verrichten müssen, um schnell und direkt vorgetragene Kontervorstösse erfolgreich abschliessen zu können.» Sicher sei, dass seine Kollegen und er alles unternehmen würden, um die Zürcher in die Knie zwingen zu können, versichert Fabio Niederhauser.