FUSSBALL: Beeindruckender Krienser Kraftakt

Der SC Kriens gewinnt den Spitzenkampf gegen Stade Nyonnais mit 2:1 (0:1). Nach diesem verdienten Auswärtssieg beträgt der Rückstand in der Tabelle nur noch einen Punkt.

Turi Bucher
Drucken
Teilen
Der SC Kriens, rechts Siegtorschütze Saleh Chihadeh, ist nach dem Sieg gegen Stade Nyonnais wieder im Geschäft um den Aufstieg in die Challenge League. (Bild: Philipp Schmidli (Emmenbrücke, 10. März 2018))

Der SC Kriens, rechts Siegtorschütze Saleh Chihadeh, ist nach dem Sieg gegen Stade Nyonnais wieder im Geschäft um den Aufstieg in die Challenge League. (Bild: Philipp Schmidli (Emmenbrücke, 10. März 2018))

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

Die Krienser gerieten am Genfersee nach etwas mehr als einer Viertelstunde in Rückstand. Die SCK-Abwehr wurde mit einem Pass in den Strafraum allzu leicht ausgehebelt, Nyon-Flügel Ridge Mobulu schob zum 1:0 für den Tabellenführer ein. Mobulu? Ja, genau jener Stürmer, der sich vor noch nicht langer Zeit beim FC Luzern in der Super League durchzusetzen versuchte.

Eines war von vornherein klar: Würde Kriens als Verlierer vom Platz gehen und somit sieben Punkte Rückstand auf den Leader vorweisen, wäre der Kampf um den Aufstieg in die Challenge League vorentschieden. Diese Ausgangslage hätte in den restlichen Partien aus Krienser Sicht nach drei Nyon-Stolperern verlangt.

Chihadeh zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort

Aber Kriens ging nicht als Verlierer vom Platz. Sondern als Sieger! Und das hoch verdient. Die SCK-Mannschaft von Trainer Bruno Berner vermochte nach dem 0:1 zwar nicht umgehend zu reagieren, agierte nach einigen gelungenen Angriffsauslösungen vor dem Nyon-Tor zu wenig konsequent und zielstrebig, schlicht ungenügend. Doch: Es waren die Krienser, die das Spiel bestimmten, die Torchancen vorweisen konnten, den mit vier Punkten Vorsprung amtierenden Leader dominierten. Ganz bestimmt verdient war deshalb der 1:1-Ausgleich in der 63. Minute: Nico Siegrist erzwang im Nyonnais-Strafraum geschickt ein Foul – den Penalty versenkte Enis Ramadini in die linke untere Ecke. Kriens liess nicht locker. Der SCK witterte nun seine Chance. Die Siegeschance. Und Topskorer Saleh Chihadeh war wieder einmal zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Der Palästina-Internationale mit dem Walliser-Dialekt lenkte in der 73. Minute eine Selmani-Hereingabe von rechts zum 2:1 ins Nyon-Tor.

Nyon konnte nicht richtig gefährlich reagieren, zu lange hatte das Team des früheren Kriens-Spielers Oscar Londono im 1:0- Modus verweilt. Und doch musste Kriens noch (unerklärliche) viereinhalb Minuten Nachspielzeit überstehen.

«Wie ein Boxer ständig aktiv, aber mit Deckung»

«Das war ein richtig herzhafter Auftritt, der unsere Moral stärkt», freute sich Kriens-Trainer Bruno Berner nach dem Abpfiff. «Wir wollten wie ein Boxer ständig aktiv sein, aber ohne die Deckung zu verlieren. An diesem Plan hielten wir auch nach dem 0:1-Rückstand fest.» Berner lobte auch die Defensivarbeit: «Nyons Chentouf und Fargues stehen zusammen mit 27 Toren zu Buche. Wir konnten beide ausschalten.»

Gegen den individuell so stark besetzten Leader vom 0:1 zum 2:1 – was für ein Krienser Kraftakt, was für ein Krienser Teamgeist. Nun braucht es nur noch einen Nyon-Stolperer. Und bitte keinen von Kriens.