Fussball
Bitteres 0:1 gegen Schaffhausen – SC Kriens kommt nicht vom Fleck

Es ist richtig unheimlich: Das Abstiegsgespenst verfolgt Kriens unerbittlich und ist im Kleinfeld so präsent wie noch nie. Die Krienser verlieren das Heimspiel gegen Schaffhausen nach intensivem Kampf unglücklich 0:1 (0:0). So bitter die Niederlage für den SCK ist - unverdient ist der Sieg für die Nordschweizer nicht.

Turi Bucher
Merken
Drucken
Teilen
Zweikampf des Kriensers David Mistrafovic und des Schaffhausers Valon Hamdiu (Gelbes Dress).

Zweikampf des Kriensers David Mistrafovic und des Schaffhausers Valon Hamdiu (Gelbes Dress).

Bild: Pius Amrein (Kriens, 17. April 2021)

Kriens konnte die Gunst der Stunde beziehungsweise die Gunst der Runde nicht nutzen: Nachdem Chiasso am Freitag 1:3 in Aarau verlor, Xamax in Thun einen Punkt holte (0:0) und Wil bei den Grasshoppers 0:1 unterlag, hätte Kriens mit einem Sieg gegen Schaffhausen einen enorm wichtigen Schritt nach vorne tun können. Mit einem Vollerfolg hätte die Mannschaft von Trainer Bruno Berner in der Tabelle Xamax überholen und bis auf einen Punkt an Wil heranrücken können. Und vor allem: Die Distanz zum Tabellenletzten Chiasso wäre auf fünf Punkte gewachsen.

Der Saisonverlauf eines zukünftigen Absteigers?

Hätte und wäre. Nichts da, so, mit dem 0:1 von diesem Samstag, bleibt der Vorsprung bei mickrigen zwei Punkten bestehen. Es steckt weiterhin der Wurm im Krienser Spiel, und die Gefahr, dass der SCK ganz am Schluss den «schwarzen Peter» in den Händen, an den Füssen hat, ist weiterhin massiv. Bei diesen Rückschlägen, die Kriens immer wieder einstecken muss, ist zu befürchten: Das könnte der Saisonverlauf eines zukünftigen Absteigers sein.

Schaffhausen, das Team von Trainer Murat Yakin, war ein äusserst unangenehmer, aufsässiger Gegner. Die Schaffhauser präsentierten sich spiel-, zweikampf- und kopfballstark. Die Gästemannschaft agierte in der Mittelzone mit viel Aggressivität und Intensität, machte dort die Räume dicht. Kriens-Chefcoach Berner hatte vor diesem Spiel gesagt: «Wir haben auf Jagdmodus geschaltet.» Damit meinte er: Es wird Jagd auf Punkte und Siege gemacht. Es kam anders. Die Schaffhauser machten Jagd auf die Krienser, wenn diese im Ballbesitz waren. Der Hektik, die dadurch im Mittelfeld entstand, waren die Krienser zwar zumeist gewachsen, aber: mehr nicht. Kriens’ grosses Manko: Eine Torchance für den SCK gab es nicht wirklich. Schaffhausen hatte klar mehr Spielanteile.

Algerier Maouche sorgt für die Entscheidung

Ein einziges Mal liessen die Krienser einen Schuss aufs eigene Tor zu – das genügte für die Niederlage. Schaffhausens Schweiz-Algerier Yassin Maouche profitierte von einer der seltenen Lücken in der SCK-Defensivarbeit und schoss aus 22 Metern Distanz unhaltbar ins Netz. Weil Kriens daraufhin das Spiel nach vorne endlich (aber brotlos) intensivierte, hatten Yakins Spieler später noch grosse Chancen fürs 2:0 (79. Rodriguez/ 86. Maouche).

Kopfballduell zwischen dem Krienser Diogo Costa und dem Schaffhausner Rodrigo Pollero.

Kopfballduell zwischen dem Krienser Diogo Costa und dem Schaffhausner Rodrigo Pollero.

Bild: Pius Amrein (Kriens, 17. April 2021)

Innenverteidiger Liridon Berisha meinte nach der 0:1-Niederlage: «In unserem Spiel haben überall ein paar Prozent gefehlt.» Am Dienstag schon muss Kriens auswärts zum nächsten Abstiegskampf antreten. Parole «Mauern» in Neuchâtel bei Xamax? «Überhaupt nicht», sagt Berisha, «wir müssen mutiger und frecher auftreten. So wie im Cup gegen Servette.»

Kriens-Sportchef und – Geschäftsführer Bruno Galliker ging nach dem 0:1 zu seinen Spielern in die Kabine und entdeckte dort: «Die Moral stimmt. Ich kann jedem Spieler in die Augen schauen und weiss, dass sie sich bereits auf das nächste Spiel fokussieren. Beim SC Kriens bricht keine Panik aus.»

Fakt ist allerdings: Am Dienstag kann Kriens auf den Abstiegsplatz stürzen.

Kriens – Schaffhausen 0:1 (0:0)

Kleinfeld. – 5 Zuschauer. – SR Wolfensberger.

Tor: 61. Maouche 0:1.

Kriens: Brügger; Costa (46. Urtic), Alessandrini, Berisha, Busset; Follonier (81. Maloku), Bürgisser (73. Kukeli), Mistrafovic, Djorkaeff (46. Ulrich); Mulaj (58. Marleku), Sessolo.

Schaffhausen: Saipi; Lika, Neitzke, Mujcic, Axel Müller; Hamdiu; Krasniqi (71. Serge Müller), Bislimi (64. Prtajin), Maouche (90.Djoulou), Mozzone (64. Del Toro); Pollero (64. Francisco Rodriguez).

Bemerkungen: Kriens ohne Selasi (gesperrt), Aliu, Luan und Yesilçayir (alle verletzt). Schaffhausen ohne Sarr und Menezes (beide verletzt). Verwarnungen: 35. Costa, 46. Bürgisser, 83. Busset (Fouls).