FUSSBALL: Bitteres Aus für FCL U21

Die Swisspor-Arena ist derzeit wie verhext für Luzern: Nachdem das Super-League-Team in den letzten drei Heimspielen nicht gesiegt hat, verspielt auch das U21-Team den Aufstieg mit einem 0:1 gegen Lancy.

Daniel Wyrsch
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Lancy-Spieler Alexandre Barroso (rechts) klärt vor dem heranstürmenden Luzerner Nicolas Kränzle. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 3. Juni 2017))

Lancy-Spieler Alexandre Barroso (rechts) klärt vor dem heranstürmenden Luzerner Nicolas Kränzle. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 3. Juni 2017))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Luzern-U21-Trainer Gerardo Seoane musste nach Spielschluss seine weinenden Spieler trösten. Einige liessen ihrer Enttäuschung nach der bitteren 0:1-Heim­niederlage gegen den defensiv äusserst kompakt auftretenden FC Lancy freien Lauf.

Der Traum vom Aufstieg in die Promotion League ist damit für den FC Luzern bereits in der ersten Runde, den 1.-Liga-Viertelfinals, geplatzt. Ex-FCL-Profi Seoane wirkte nach dem Schlusspfiff dennoch gefasst. Er versuchte, eine rationale Analyse der Geschehnisse zu machen: «Enttäuschungen gehören zum Sport. Wir waren 120 Minuten offensiv die bessere Mannschaft. Einzig an der Effizienz im Abschluss mangelte es uns.»

Tatsächlich: Sowohl beim 0:0 am Mittwoch in Lancy als auch gestern bei der unglücklichen 0:1-Heimniederlage schoss der FCL kein Tor. Im Hinspiel vergaben Rrezart Hoxha und Remo Arnold je einen Penalty. Seoane gab die Schuld aber nicht den gescheiterten Elfmeterschützen, obwohl es sich mit einem Auswärtssieg im Rückspiel sicher leichter hätte spielen lassen. «Unser Ausscheiden liegt nicht an den vergebenen Penaltys im Hinspiel», erklärte der Trainer.

Innere Handbremse erst nach der Pause lösen können

Seoane gab vielmehr zu denken, «dass wir in der ersten Halbzeit die innere Handbremse nicht lösen konnten». Lancy hatte in der Swisspor-Arena während der ersten 45 Minuten leichtes Spiel. Und Bastien Beuchat nutzte in der 19. Minute nach einen Eckball die einzige Chance der Westschweizer zum 1:0-Siegtreffer. Ein unglückliches Gegentor aus Sicht des FC Luzern, der den Ball nach dem Standard nicht aus der Gefahrenzone gebracht hatte.

Die von Ex-Servette-Profi Jean-Michel Aeby gecoachten Genfer waren in der Folge in ihren Mitteln nicht eben wählerisch. Sie verteidigten den knappen Vorsprung mit überharten Fouls. Fünf gelbe Karten gegen Lancy waren die Konsequenz. Gleich zwei entfielen auf Vuzi Cerruti, der in der 77. Minute mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde. Die 500 Zuschauer auf der Haupttribüne der Swisspor-Arena buhten, währen der sanktionierte Spieler den Mittelfinger in Richtung der Ränge streckte.

Seoane zeigte sich in seiner Spielanalyse mit der zweiten Halbzeit zufrieden: «Kompliment an meine Mannschaft, wie sie nun nach vorne spielte.»

Aber eben: Die Chancenauswertung liess zu wünschen übrig. Immer wieder scheiterten die Innerschweizer an Lancy-Goalie Symphorien Munda – oder kurz vor Schluss an einem Verteidiger, der auf der Torlinie den Ball über das eigene Tor spedierte.

Drei Spieler von den Profis konnten nicht helfen

Bitter ist das Aus des U21-Teams für den ganzen FCL: Selbst Remo Arnold, Stefan Knezevic und Idriz Voca von der ersten Mannschaft konnten nicht ausreichend helfen. Die Swisspor-Arena scheint derzeit wie verhext für das Heimteam: Wie die Profis, welche die letzten drei Heim­spiele nicht gewinnen konnten, schaffte auch Seoanes U21 gestern keinen Erfolg in der Arena.

Aufstieg 1. Liga/Promotion

Viertelfinals. Rückspiele: FC Luzern U21 – Lancy 0:1 (Hinspiel 0:0); gesamt 0:1. Gossau – Münsingen 2:0 (0:1); 2:1. Yverdon – Solothurn 3:1 (1:2); 4:3. Stade Lausanne-Ouchy – Bellinzona 3:0 (4:5); 7:5.

Halbfinals (7. und 10./11. Juni): Lancy – Stade Lausanne-Ouchy. Gossau – Yverdon. – Die beiden Sieger steigen in die Promotion League auf.

FC Luzern U21 – Lancy 0:1 (0:1)

Swisspor-Arena. – 500 Zuschauer. – SR Huber. – Tor: 19. Beuchat 0:1. – Luzern U21: Enzler; Kränzle (58. Bender), Knezevic, Arnold, Sidler; Voca; Ulrich, Fatkic (46. Wolf), Rüedi (79. Rüedi), Riedmann; Hoxha. – Lancy: Munda; Beuchat, Aiachi, Barroso, Visentini; Haliti, Ravet, Dugourd (55. Zimmermann), Iyeti (84. Luisoni); Cerruti, Ntongo (76. Derrer). – Bemerkungen: 77. Platzverweis Cerruti (Gelb-Rot/Foul). Luzern U21 ohne Vargas, Nguyen, Binaku und Kadrija (alle verletzt).