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FUSSBALL: Christoph Spycher: Der kluge Planer im Hintergrund

Der 40-jährige Christoph Spycher holt als Sportchef von YB den Meisterpokal nach Bern. Zu seinem Erfolgsrezept gehören Ruhe und Sachlichkeit.
YBs Sportchef Christoph Spycher zieht ein Meistershirt über. (Bild: Peter Schneider / Keystone (Bern, 28. April 2018))

YBs Sportchef Christoph Spycher zieht ein Meistershirt über. (Bild: Peter Schneider / Keystone (Bern, 28. April 2018))

«Wuschu» ist der Spitzname von Christoph Spycher. Das passt zur unkomplizierten, freundlichen Art des 40-Jährigen. «Ich habe als Spieler nie das Gefühl gehabt, dass ich der Mittelpunkt der Erde bin und sich alles um mich dreht», sagte der YB-Sportchef in einem Interview. Mit 21 Jahren lancierte der defensive Mittelfeldspieler seine Karriere in der höchsten Liga beim FC Luzern. Aufgefallen ist er durch sein besonnenes und kluges Verhalten auf und neben dem Platz.

Schaut man auf seine Aktivzeit zurück, erstaunt der heutige Erfolg kaum. Spycher ist der erste Sportchef der Young Boys, der in der Ära des kürzlich verstorbenen Klubbesitzers Andy Rihs und dessen Bruders Hansueli den Meisterpokal nach Bern holen konnte. Seinen Vorgängern war das trotz grosser finanzieller Unterstützung der Gebrüder Rihs nicht gelungen. Spycher hat das Kunststück notabene mit einem weniger grossen Budget geschafft. Der dramatische 2:1-Heimsieg am Samstag über den FC Luzern machte die Berner bereits am fünftletzten Spieltag zum neuen Meister. Erstmals seit 2000 ist der Titel nicht nach Basel oder Zürich gegangen. Mit Rekordmeister GC hatte Spycher den Titel 2003 auf dem Rasen gefeiert. Der 1978 geborene Berner machte viel aus seinem Talent. Fünf Jahre spielte er in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt, ehe der 47-fache Nationalspieler 2010 in seine Heimatstadt zurückkehrte und bis 2014 für YB im Einsatz stand. Danach blieb der Vater zweier Söhne beim Traditionsverein, arbeitete als Talentscout, ehe er im September 2016 zum Sportchef ernannt wurde. Innerhalb von weniger als zwei Jahren ist YB jetzt Meister. Zum Erfolgsrezept von Spycher gehören Ruhe und Sachlichkeit. Er bleibt am liebsten im Hintergrund. «Wenn man Leute hat, die der Sache dienen, dann ist dies absolut positiv. Die Sache ist YB, der Erfolg von YB», betont er. Kaum Beachtung schenkte er dem grossen Konkurrenten aus Basel, bei dem nach einer Serie von acht Titeln alle entscheidenden Positionen neu besetzt wurden. «Wir schauen nicht auf den FC Basel», erklärte Spycher. Dennoch steht fest, dass der Serienmeister vermehrt auf Eigengewächse setzte und das Kader etwas weniger stark besetzt war als in den Vorjahren.

Spycher nutzte die Gunst der Stunde. Er hielt an Trainer Adi Hütter fest, kämpfte um die Weiterverpflichtung seines teuersten Stars Guillaume Hoarau und des zwischenzeitlich in die Kritik geratenen Captains Steve von Bergen. Das Vertrauen haben Trainer und Mannschaft nun zurückbezahlt. Sogar das Double aus Meisterschaft und Cup ist möglich. Sollte im Sommer der erwartete Abgang der begehrtesten Protagonisten Tatsache werden, muss der Sportchef Lösungen bereit haben. Niemand müsste überrascht sein, wenn der kluge Planer wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellt, die in der Liga und möglicherweise sogar in der Champions League bestehen kann.

Daniel Wyrsch

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