FUSSBALL: Cristiano Ronaldo ist Weltfussballer des Jahres

Cristiano Ronaldo ist nach 2008 und 2013 erneut Weltfussballer des Jahres. Der Portugiese setzte sich in Zürich gegen Lionel Messi und Manuel Neuer durch.

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Cristiano Ronaldo gewinnt den Ballon d'Or, rechts Fifa-Präsident Joseph Blatter. (Bild: Keystone)

Cristiano Ronaldo gewinnt den Ballon d'Or, rechts Fifa-Präsident Joseph Blatter. (Bild: Keystone)

Cristiano Ronaldo ist Weltfussballer des Jahres 2014. (Bild: Keystone)
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Ronaldo verweist Lionel Messi (Bild) auf Platz 2. (Bild: Keystone)
James Rodriguez von Real Madrid schoss das Tor des Jahres 2014, hier zusammen mit seiner Frau Daniela. (Bild: Keystone)
Platz 3 für Manuel Neuer (mitte). Auf dem Bild posiert der Torhüter der deutschen Fussball-Nationalmannschaft mit TV-Moderator Rainer Maria Salzgeber (links) und Bernhard Turnheer. (Bild: Keystone)
Lionel Messi mit seiner Frau. (Bild: Keystone)
Alessandro Del Piero mit seiner Frau Sonia. (Bild: Keystone)
Fussballerin Marta aus Brasilien (Bild: Keystone)
Sergio Ramos mit seiner Frau Lara. (Bild: Keystone)
Philipp Lahm mit seiner Frau Claudia (Bild: Keystone)
Fifa-Präsident Sepp Blatter mit seiner Unterwalliser Freundin Linda Barras. (Bild: Keystone)
Thierry Henry auf dem roten Teppich. (Bild: Keystone)
Der deutsche Toni Kroos von Real Madrid. (Bild: Walter Bieri)
Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fussballbundes, in Begleitung. (Bild: Keystone)
Der ehemalige Schweizer Internationale Stéphane Chapuisat in Begleitung seiner Frau Marianne. (Bild: Keystone)
Stephanie Roche, Fussballerin aus Irland, zusammen mit ihrem Freund Dean Zambra. (Bild: Keystone)
Der ehemalige Schweizer Fussball-Trainer Ottmar Hitzfeld (rechts) und sein Assistent Michel Pont. (Bild: Keystone)
Fussball-Legende Karl Odermatt (Bild: Keystone)
Günter Netzer mit seiner Frau Elvira (Bild: Keystone)
Köbi Kuhn, ehemaliger Nationaltrainer der Schweiz. (Bild: Keystone)
Sepp Blatter auf dem roten Teppich. (Bild: Keystone)
Ein Selfie mit Sepp Blatter. (Bild: Keystone)
Cristiano Ronaldo im Smalltalk mit Moderatorin Kate Abdo (Bild: Keystone)
So freut sich Cristiano Ronaldo. (Bild: Keystone)
Cristiano Ronaldo gewinnt den Ballon d'Or, rechts Fifa-Präsident Joseph Blatter. (Bild: Keystone)
Cristiano Junior hält die Trophäe. (Bild: Keystone)
Hatte als Torhüter einen schweren Stand: Manuel Neuer. (Bild: Keystone)
Nadine Kessler vom VfL Wolfsburg, ist Fussballerin des Jahres 2014. (Bild: Keystone)
Joachim Löw, Trainer der deutschen Fussball-Elf, ist Trainer des Jahres 2014. Der Preis wurde vom ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld überreicht. (Bild: Keystone)
Ralf Kellermann ist Frauen-Trainer des Jahres 2014. (Bild: Keystone)
James Rodriguez schoss für Kolumbien an der WM in Brasilien das Tor des Jahres 2014. (Bild: Keystone)
Die Mannschaft des Jahres: In der ersten Reihe von links: Manuel Neuer, Sergio Ramos, Philipp Lahm, Toni Kroos and Andres Iniesta; hinten von links: Arjen Robben, Angel Di Maria, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo mit dem FIFPro Award im Zürcher Kongresshaus. (Bild: Keystone)
Der japanische Journalist Hiroshi Kagawa hat für seine Verdienste um den Fussball den Präsidentenpreis des Weltverbands FIFA erhalten. Der 90-Jährige, der als ältester Berichterstatter bei der WM-Endrunde 2014 in Brasilien war, erhielt den Preis von FIFA-Boss Sepp Blatter. (Bild: Keystone)
Nadine Kessler, Cristiano Ronaldo, Abby Wambach, Manuel Neuer, Marta, Lionel Messi und Moderatorin Kate Abdo auf der Bühne im Kongresshaus in Zürich. (Bild: Keystone)
Sepp Blatter eröffnet die Wahl zum Weltfussballer des Jahres 2014. (Bild: Keystone)
Auch in Zürich sind die Attentate präsent: «JE SUIS CHARLIE» wird auf einem Bildschirm eingeblendet. (Bild: Keystone)
Der Sänger Bastian Baker hat einen Auftritt am Ballon d'Or. (Bild: Keystone)
Nominiert für den Weltfussballer des Jahres, hier an der Pressekonferenz am Nachmittag: Manuel Neuer, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo (von links). (Bild: Keystone)
Um diese Trophäe ging es. (Bild: Keystone)

Cristiano Ronaldo ist Weltfussballer des Jahres 2014. (Bild: Keystone)

Den Fernkampf um den besten Goleador in der Geschichte der Primera Division und in der Champions League führt Lionel Messi noch an. Ebenso jenen um die Anzahl Titel als Weltfussballer des Jahres. Seit gestern fehlt Ronaldo aber nur noch ein Titel, um den Argentinier zumindest in der letztgenannten Statistik einzuholen. Messi, der offiziell beste Spieler der WM und vierfache Ballon-d'Or-Gewinner, und auch Weltmeister-Goalie Manuel Neuer gingen leer aus.

Genau genommen blieb das Duo gegen den zum achten Mal vorgeschlagenen Ronaldo völlig chancenlos. Die Nationaltrainer und die Captains aller FIFA-Mitgliederstaaten, so auch die Schweizer Vertreter Gökhan Inler und Vladimir Petkovic, sowie die auserwählten Journalisten legten sich mit aller Deutlichkeit fest. Sie wählten «Glamour Boy» Ronaldo addierte 304 Mal auf Platz 1, den zweitplatzierten Messi 55 Mal, Neuer auf Rang 3 85 Mal. Es blieb also dabei, dass seit der Integration des «Ballon d'Or» (davor separate Wahl von France Football) in die FIFA-Gala - trotz diesmal guter Aussichten - weiterhin kein Goalie je mit dem prestigeträchtigen Award ausgezeichnet worden ist. Und es bleibt auch dabei, dass der Sieger seit 2008 stets Messi oder Ronaldo hiess.

Ronaldos Ansage

Als Thierry Henry an der FIFA-Gala im entscheidenden Moment Ronaldos Namen nannte, mag die Reaktion des Preisträgers wieder einmal theatralisch gewirkt haben. Wie er durchatmete, sich langsam erhob. Wie er nach beendeter Dankesrede mit tiefer Stimme «siiiiiim!» (ja auf portugiesisch) ins Mikrofon schrie. Auch auf dem Feld polarisiert Ronaldo wie kaum ein andere Spieler von Weltformat. Die ausladenden Gesten oder die provokante Art manches Torjubels sind nicht jedermanns Art. So wie neulich, als er Mitspieler Gareth Bale zusammenfaltete, weil dieser einen Torschuss einem Pass zu ihm vorzog, der besser postiert war.

Aber im Training von Real Madrid, so wurde schon oftmals berichtet, gehört Ronaldo zu den Fleissigsten. Er ist einer, der Extraschichten einlegt, um an seiner frappanten Schusstechnik zu feilen. Die Extravaganzen auf dem Feld macht er durch Tore am Fliessband wett. 61 waren es im Kalenderjahr 2014 mit den vier Titeln, dazu kamen 22 Assists.

Dieser Wettbewerb mit Messi treibt Ronaldo zu Höchstleistungen an, und er wird das auch in Zukunft tun. «Diese Trophäe ist der Dank für ein Jahr voller Siege», sagte der Portugiese. «Es ist eine sehr wichtige Auszeichnung, die Krönung eines unvergesslichen Jahres, ein einzigartiger Moment.» Und dann sagte er diese Sätze, die man auch als Ansage an den argentinischen Konkurrenten des FC Barcelona deuten konnte. «Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht. Ich möchte als Bester in die Geschichte eingehen», sagte der Portugiese. Das hängt aber auch davon ab, ob er mit Portugals Nationalteam in absehbarer Zeit noch zu Erfolgen kommen wird.

Goldene Bälle für deutsche Vertreter

Derweil Neuer «diesen Ball nicht halten kann» (Titel von «spiegel.de»), durften sich andere deutsche Exponenten beklatschen lassen. Weltmeister-Trainer Joachim Löw erhielt am 66. Geburtstag von Ottmar Hitzfeld die Trophäe aus den Händen des ehemaligen Schweizer Nationaltrainers als bester Coach des letzten Jahres überreicht. Dazu wurde Ralf Kellermann als bester Trainer eines Frauenteams ausgezeichnet. Mit dem VfL Wolfsburg gewann er 2014 das Triple aus Champions League, Meisterschaft und Cup.

Massgeblichen Anteil daran hatte die 26-jährige Mittelfeldspielerin und Captain Nadine Kessler. Deshalb überraschte deren Ehrung als «Weltfussballerin des Jahres» wenig. Kessler war im letzten August bereits zur kontinental besten Spielerin gewählt worden. Die Wolfsburger Fraktion kämpft derzeit mit der Aufarbeitung des Unfalltodes von Junior Malanda am letzten Samstag. «Wir sind in Trauer. Das Unglück überschattet alles», sagte Kessler.

Hype um die Stars

Gewissermassen zum verspäteten Abschluss des WM-Jahres 2014 erhielten die wichtigsten Protagonisten nochmals eine grosse Bühne. Rund um das Kongresshaus versuchten Hunderte von Schaulustigen, ein Autogramm, ein Selfie oder auf Zehenspitzen auch nur einen Blick auf Ronaldo, Messi oder die diversen einmarschierenden Altstars zu erhaschen. Der Hype rund um den roten Teppich war gewaltig.

Nicht nur für das Trio, das für die Wahl zum «Weltfussballer des Jahres» vorgeschlagen war, ging es so schnell wieder zurück, wie es hergekommen war. Ronaldo und Messi reisten nach ihrem nur wenige Stunden dauernden Aufenthalt in Zürich in Privatjets wieder nach Spanien. Neuer trat mit seinen Teamkollegen Arjen Robben und Philipp Lahm am Dienstagmorgen den Rückflug ins Trainingslager der Bayern nach Katar an.

si

Die Wahlresultate der FIFA-Gala um den Ballon d'Or 2014

Weltfussballer des Jahres: 1. Cristiano Ronaldo (Por/Real Madrid) 37,66 Prozent der Stimmen. 2. Lionel Messi (Arg/FC Barcelona) 15,76. 3. Manuel Neuer (De/Bayern München) 15,72.

Weltfussballerin des Jahres: 1. Nadine Kessler (De/VfL Wolfsburg) 17,52. 2. Marta (Br/Rosengard Malmö/Sd) 14,16. 3. Abby Wambach (USA/Western New York Flash) 13,33.

Trainer des Jahres. Männer: 1. Joachim Löw (De/Nationalteam Deutschland) 36,23. 2. Carlo Ancelotti (It/Real Madrid) 22,06. 3. Diego Simeone 19,02. - Frauen: 1. Ralf Kellermann (De/VfL Wolfsburg) 17,06. 2. Maren Meinert (De/U19- und U20-Nationalteam Deutschland) 13,16. 3. Norio Sasaki (Jap/Nationalteam Japan) 13,06.

FIFA/FIFPRO WORLD XI (Mannschaft des Jahres). Torhüter: Neuer. - Verteidigung: Philipp Lahm (De/Bayern München), Sergio Ramos (Sp/Real Madrid), David Luiz, Thiago Silva (beide Br/Paris St-Germain). - Mittelfeld: Toni Kroos (De/Real Madrid), Andres Iniesta (Sp/FC Barcelona), Angel di Maria (Arg/Manchester United). - Sturm: Ronaldo, Messi, Arjen Robben (Ho/Bayern München).

Puskas-Preis (schönstes Tor): James Rodriguez (Volleyabnahme beim 2:0-Sieg von Kolumbien im WM-Achtelfinal gegen Uruguay) 42% der Stimmen beim Online-Voting.

Presidential Award (herausragender Beitrag zum Wohle des Fussballs): Hiroshi Kagawa (Jap/Sportjournalist und ehemaliger Fussballer).

Fairplay-Preis:Volunteers der FIFA-Turniere.