FUSSBALL: Das ist das Team, das heute gegen Färöer siegen muss

Die Schweizer Nationalmannschaft muss in der Qualifikation für die WM 2018 am Freitag (20.45, SRF zwei) in Torshavn gegen die Färöer antreten. Ein Blick auf den Formstand der von Nationaltrainer Vladimir Petkovic aufgebotenen Spieler.

Turi Bucher
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Im vergangenen November in Luzern: Der Schweizer Nationalkeeper Yann Sommer (in Grün) pariert gegen den Färöer-Spieler Odmar Faero (Nr. 15). Am Schluss siegte die Schweiz 2:0. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Luzern, 13. November 2016))

Im vergangenen November in Luzern: Der Schweizer Nationalkeeper Yann Sommer (in Grün) pariert gegen den Färöer-Spieler Odmar Faero (Nr. 15). Am Schluss siegte die Schweiz 2:0. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Luzern, 13. November 2016))

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

Welcher Startelf wird Nationalcoach Vladimir Petkovic auf den Färöer-Inseln vertrauen? Welche Schweizer sollen auf dem Kunstrasen von Torshavn die drei Punkte realisieren? Vor dem Match gegen die Fussballer der Färöer-Inseln werfen wir ein Blick auf das Schweizer Kader und auf den aktuellen Formstand der aufgebotenen Schweizer.

Yann Sommer

Nationalcoach Vladimir Petkovic hat Sommer für das Testspiel gegen Weissrussland vom 1. Juni eine Ruhepause verordnet. Mit Borussia Mönchengladbach erlebte der Ex-Basler Sommer eine Saison mit Aufs und Abs. Das alles hat nichts zu bedeuten: Der 28-jährige Mönchengladbach-Keeper und Liebling aller Schwiegermütter ist und bleibt die Schweizer Nummer eins.

Roman Bürki

Wie gehabt: Ein Torhüter-Problem hat die Schweizer Nationalmannschaft wirklich nicht. Der 26-jährige Bürki hat bei Borussia Dortmund eine Topsaison abgeliefert, zuletzt gegen Nati-Teamkollege Haris Seferovic (Eintracht Frankfurt) den deutschen Cup gewonnen. Neben Yann Sommer und Roman Bürki steht auch noch Marwin Hitz vom FC Augsburg bereit.

Stephan Lichtsteiner

Der Adligenswiler Juventus-Verteidiger ist mit der Enttäuschung des verlorenen Champions-League-Finals ins Nati-Camp eingerückt. Gegen Real Madrid kam der 33-jährige Luzerner nicht zum Einsatz, gegen die Färöer-Inseln braucht die Schweiz einen Aggressivleader wie ihn umso mehr. Lichtsteiner ist vom aktuellen Kader jener Spieler, der mit Abstand am meisten Länderspieleinsätze hat (89).

Timm Klose

Fabian Schär gesperrt, Nico Elvedi und Léo Lacroix verletzt – dem Einsatz von Timm Klose in der Schweizer Innenverteidigung scheint keiner mehr im Wege zu stehen. Der 29-Jährige schloss die Saison mit Norwich City in der zweithöchsten englischen Liga (Championship) auf Rang 8 ab. Der in Frankfurt geborene Klose macht bei Norwich einen guten Job – dieser würde von ihm auch auf den Färöer-Inseln erwartet.

Johan Djourou

Der 30-Jährige mit ivorischen Wurzeln agiert praktisch in keinem Spiel über alle Zweifel erhaben. Aber es ist verflixt: Die Schweiz hat keinen besseren Innenverteidiger. Nach seinem Rauswurf aus dem Kader des Hamburger SV steht Djourou im luftleeren Raum, sogar eine Rückkehr in die Schweiz ist ein Thema. Nachdem er zuletzt noch einen Hexenschuss auskurieren musste, spielte er im Test gegen Weissrussland rund eine Stunde.

François Moubandje

Er begann vor etwas mehr als zehn Jahren als Junior in Meyrin und landete via Servette beim französischen Erstligisten Toulouse. Dort hat er als Linksverteidiger in der abgelaufenen Saison 34 von 38 Partien bestritten und mit den Südfranzosen auf dem 13. Rang abgeschlossen. Gut möglich, dass der Nationalcoach gegen Färöer auf den Offensivdrang des 26-Jährigen aus der kamerunischen Handelsmetropole Douala setzt.

Michael Lang

Der Blondschopf ist der einzige in der Schweiz spielende Profi, der auch in der Nationalmannschaft einen Platz in der Startelf für sich in Anspruch nehmen darf. Die rechte Abwehrseite ist zwar durch Lichtsteiner besetzt, Lang (26) kann aber auch links spielen. Bekommt der Schweizer Meister dort wirklich den Vorzug vor dem links geübteren François Moubandje?

Ulisses Garcia

Weil Mönchengladbach-Verteidiger Nico Elvedi seine muskulären Probleme im Oberschenkel nicht auskurieren konnte, wurde Ulisses Garcia vom Nationalcoach nachnominiert. Der 21-Jährige mit portugiesisch-kapverdischen Wurzeln hatte in der abgelaufenen Saison bei Werder Bremen sieben Bundesliga-Einsätze. Garcia ist linker Aussenverteidiger.

Manuel Akanji

Das ehemalige Talent des FC Winterthur gehört zu den Aufsteigern der Super-League-Saison und brillierte als Innenverteidiger beim Schweizer Meister FC Basel. Der verdiente Lohn für Akanji: das Aufgebot für das bevorstehende Färöer-Spiel. Auf den Inseln darf der 21-jährige Schweiz-Nigerianer erstmals A-Nati-Luft schnuppern – vielleicht sogar an Stelle von Klose von Beginn weg?

Silvan Widmer

Wie Timm Klose erhielt der 24-jährige Silvan Widmer im Test gegen Weissrussland Einsatzzeit, welche er mit einer soliden Leistung verdankte. Bei Udinese Calcio, dem Tabellenzwölften der italienischen Serie A, lieferte der Aarauer eine starke Saison ab, schoss immerhin vier Tore. Doch die rechte Abwehrseite in der Nationalmannschaft ist bereits (mehrfach) besetzt.

Valon Behrami

Als Bremser der gegnerischen Angriffe ist Behrami für die Schweizer Nati unverzichtbar. Mit dem englischen Premier-League-Klub FC Watford landete er zuletzt auf dem 17. Platz, einen Rang vor den Abstiegsplätzen. Der 32-Jährige ist selten am gegnerischen Strafraum anzutreffen, er ist aber bestimmt dort zu finden, wo es in den defensiven Zweikämpfen wehtut.

Granit Xhaka

Er triumphierte zuletzt mit Arsenal im FA-Cupfinal gegen Chelsea (2:1). Die Nati ist auf die Pässe des 24-Jährigen angewiesen, vor allem, wenn sie in die Tiefe statt quer gespielt werden. Unbegreiflich aber, wie Xhaka sich im letzten Testspiel kurz vor dem Schlusspfiff von einem Weissrussen provozieren liess und wieder einmal mit einer roten Karte «flirtete».

Blerim Dzemaili

Der Montreal-Mittelfeldspieler erzielte über Pfingsten sein erstes Tor in der Major League Soccer. Er traf zum 1:0-Sieg gegen die New York Red Bulls. Wenige Tage zuvor war der von Bologna gekommene Zürcher schon im kanadischen Cup als Torschütze erfolgreich gewesen. Obwohl spät zum Team gestossen, dürfte Dzemaili (31) gegen die Färöer seinen Platz in der Startformation haben.

Steven Zuber

Der ehemalige Grasshopper gehört definitiv zu den Aufsteigern der Saison. Der 25-Jährige hat sich beim Bundesliga-Viertplatzierten Hoffenheim zu einem festen Wert entwickelt und nimmt mit den Sinsheimern nach der Sommerpause in der Champions-League-Qualifikation teil. Für das linke Schweizer Mittelfeld ist Steven Zuber eine echte Alternative.

Edimilson Fernandes

Vor einem Jahr wurde der 21-Jährige vom FC Sion zum englischen Premier-League-Klub West Ham United transferiert. Bei den «Hammers» aus London (Schlussrang 12) kam der 1,90 m grosse Schweiz-Portugiese bereits zu 28 Liga-Einsätzen. Ein Einsatz in der Startformation auf den Färöer-Inseln ist für den Cousin von Gelson Fernandes wohl nicht vorgesehen.

Haris Seferovic

Der Surseer ist am und im gegnerischen Strafraum eine stete Gefahr. Aber: Er muss mehr Tore erzielen. In der Nationalmannschaft sind es in 40 Partien immerhin acht persönliche Erfolgserlebnisse. Für Eintracht Frankfurt gab es in der abgelaufenen Saison in 25 Partien aber nur drei Treffer. Der 25-jährige Mittelstürmer soll nun bei Benfica Lissabon beweisen, dass er ein Topskorer ist.

Eren Derdiyok

Der 28-jährige Stürmerstar von Galatasaray Istanbul verletzte sich im Mai beim 2:0-Sieg gegen Osmanlispor nach einem Check eines gegnerischen Spielers und erlitt eine Knochenquetschung in der linken Schulter. Derdiyok rückte erst übers Pfingstwochenende ins Spiezer Trainingscamp der Nati ein und dürfte auf den Färöer-Inseln höchstens im Notfall, das heisst bei einem Rückstand zum Einsatz kommen.

Fabian Frei

Manch einer sagt, dem Frauenfelder Profi des Bundesligisten Mainz 05 fehle das gewisse Etwas für den ganz grossen Durchbruch im Klubfussball und im Nationalteam. Der vierfache Schweizer Meister mit Basel hat es letzte Saison aber immerhin auf 24 von 34 möglichen Einsätzen bei Mainz gebracht. Wenn er gegen Färöer eine Teilzeitchance erhält, muss der 28-Jährige offensiv noch mehr Gas geben.

Admir Mehmedi

Der Stürmer von Bayer Leverkusen hat in 52 Länderspielen für die Schweiz sieben Tore erzielt, also einen schlechteren Durchschnitt als Haris Seferovic. Aber der 26-Jährige mit mazedonischen Wurzeln hat dafür Qualitäten als Einfädler und ist stark, wenn es darum geht, den Ballbesitz zu halten. Die Spielfreude und die Ideen von Linksaussen Mehmedi tun der Schweizer Nationalmannschaft gut.

Gelson Fernandes

Er heisst mit vollem Namen Gelson da Conceiçao Tavares Fernandes und hat seine Wurzeln auf den Kapverdischen Inseln. Mit Stade Rennes erreichte er zuletzt in der französischen Ligue 1 den 9. Rang. Der Wechsel zu Eintracht Frankfurt ist für den 30-Jährigen ein Karrierehöhepunkt. Auf den defensiven Mittelfeldspieler ist stets Verlass, er kennt kaum Formschwankungen.

Xherdan Shaqiri

Haben Sie sein Tor am 1. Juni gegen Weissrussland gesehen? Da erübrigt sich jede Diskussion: Einen wie ihn, der das Unerwartete liefern kann, draussen zu lassen, kann sich die Schweiz nicht leisten. Shaqiri (25) ist im Nati-Kader jener Spieler, der am meisten Tore erzielte (20). Der Stoke-Stürmer darf ruhig auch gegen die Färöer-Wikinger aus allen Lagen aufs Tor schiessen.

Remo Freuler

Auf seinen persönlichen Aufstieg in Italien bei Atalanta Bergamo und in der Schweizer Nati darf man auch beim FC Luzern ein wenig stolz sein. Der 25-jährige Freuler vermochte ausserdem zuletzt im Testspiel gegen Weissrussland zu überzeugen. Für das WM-Qualispiel gegen Färöer dürfte ihm allerdings noch Blerim Dzemaili vor der Nase stehen. Bleibt Freuler in Form, wird seine Zeit noch kommen.